Die Vögel (Alfred Hitchcock)

Produktionsland: USA

Erscheinungsjahr: 1963

Altersfreigabe: FSK 16

Genres(s): Horror/Thriller

Regie: Alfred Hitchcock

Besetzung: Tippi Hedren, Rod Taylor, Jessica Tandy, Suzanne Pleshette, Veronica Cartwright,Charles McGraw, Ethel Griffies uvm.

Filmkritik_Pahlke ® Arne Pahlke 2011

Alfred Hitchcock zählt zweifelsfrei zu den größten Regisseuren der Filmgeschichte. Und mit Blick auf sein Gesamtwerk, meinen viele Cineasten sogar, dass der im Jahre 1899 geborene Selfmademan, wohl der beste Filmemacher war, der je gelebt hat.

Wir Regisseure machen einen Film erfolgreich. Der Name des Regisseurs sollte im Bewusstsein des Publikums mit der Qualität eines Produktes gleichgesetzt werden. Schauspieler kommen und gehen, doch der Name des Regisseurs sollte klar im Bewusstsein des Publikums haften bleiben.“, sagte Alfred Hitchcock einmal.

Und überfliegt man die Liste mit seinen 53 Filmen, dann ist der große Star dieser Liste tatsächlich er selbst: Alfred Hitchcock. Und dies ist er, obgleich man etliche große Namen (wie  James Stewart oder Anthony Perkins) mit seinen Filmen in Verbindung bringt.

Was mich an (fast) allen Hitchcock-Filmen fasziniert, das ist diese ganz eigene (dichte) Atmosphäre, von der man oft regelrecht  aufgesogen wird. Selbst, wenn (scheinbar) gar nichts Aufregendes passiert, wie etwa in der ersten halben Stunde „der Mutter aller Tierhorrorfilme“ – wie die „Die Vögel“  auch genannt wird.

Hitchcock war ein Besessener, wenn es darum ging, (nahezu) perfekte Szenen abzuliefern. Und der in Leytonstone geborene „MacGuffin der Filmwelt“  war ein Regisseur der ruhigen Kamera; - und überdies einer, der sehr viel Wert auf eine starke Charakterzeichnung seiner Figuren legte. Dies und mehr sorgt dafür, das Hitchcock-Filme etwas “ganz Eigens” auszeichnet.

„Die Vögel“ zählt für mich übrigens nicht zu den allerbesten Filmen dieses Regisseurs; - aber zweifelsfrei  zählt er zu seinen bekanntesten Werken

 

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 ...eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus ...aber Menschen schon!

 

Der „Großmeister des Films“ lässt die Zuschauer bis zum Ende im Unklaren darüber, was die Vögel so aggressiv macht und  warum sie Menschen angreifen und töten.  Es gibt zwar einige Andeutungen; - die letztlich aber sehr nebulös gehalten sind und nur Raum zum interpretieren lassen.

Ist etwa Melanies Daniels (Tippi Hedren) Anwesenheit für die Aggressivität der Vögel verantwortlich oder sind es ihre Sperlingspapageien? Oder ist eine Seuche an dem unheimlichen Verhalten der Vögel schuld? So wird von zwei Familien berichtet, dessen Hühner ihr Futter verweigern. Für den slowenischen Philosophen Slavoi Zizek standen die Vögel sogar für die Verkörperung eines unauflösbaren chaotischen Rests in der Ordnung des Universums.

Nun, nichts Genaues weiß man nicht!

Auf jeden Fall verleiht diese Ungewissheit dem Film zusätzlich Spannung und einen Hauch von Mystik. Doch auch ohne dieses „Extra“ bietet dieser Klassiker jede Menge Spannung. Etwa in jener Szene, in der sich  Melanie vor der kleinen Schule in Bodega Bay auf eine Bank setzt -  und sich hinter ihr (von ihr unbemerkt) immer mehr Krähen auf einem Klettergerüst niederlassen.

„Die Vögel“ haben inzwischen  annähernd 50 Jahre auf dem Buckel und sind (wie ich finde) in Würde gealtert. Das geflügelte Wort „des zeitlosen Klassikers“  scheint mir für dieses Machwerk durchaus legitim.

Übrigens  (schon aufgefallen?) – ist in diesem Film kein Soundtrack zu hören, - zumindest nicht im konventionellen Sinne. Mittels eines Trautoniums (Vorgänger des Synthesizers) wurden Vogellaute elektronisch verarbeitet und mit Geräuschkulissen unterlegt.

  9 von 10 Punkten

 

 

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