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Jedem Genre (und natürlich auch jedem Sub-Genre) tut von Zeit zu Zeit eine „Blutauffrischung“ gut. Und zwar in Form eines Filmes, der mit neuen Ideen und Impulsen daherkommt, so wie es „28 Days later“ fürs „Zombie-Genre“ getan hat. Und dabei ist es vollkommen unerheblich, ob ein neuer Impulsgeber den eigenen Geschmack möglichst gut trifft (denn es geht hier nicht ums persönliche Wohl!), sondern es geht darum, das nicht ständig ein- und derselbe Ablauf unter jeweils neuen Namen wiedergekäut wird. Wenn es nach mir ginge, dürften z.B. die alten (sehr) harten und dabei oft komplett humorlosen Zombie-Streifen der 70er und frühen 80er baldmöglichst eine Renaissance erleben, da mir meine geliebten Zombies mittlerweile zu sehr zu bloßen Schießbudenfiguren verkommen sind. Aber wenn “meine” alten Zombies zurückkommen sollten, dann bitte auch nur mit neuen Impulsen und Elementen. Denn einfach so wie früher, das ginge nicht gut! Denn früher war früher und heute ist jetzt! Ich bin ein sehr großer Freund von Endzeitszenarien. Und sind diese zumindest im Großen und Ganzen in sich stimmig, dann betreibe ich auch keine übermäßige Korinthenkackerei. Das heißt, ich tue dies zwar selbst dann noch gelegentlich, nur führt dies zu keiner nennenswerten Abwertung eines Filmes. Denn im Kern von mir als gut befundene Projekte (so wie “28 Days later”) werden von mir sehr wohlwollend behandelt und ich zeige mich bei ihnen überaus tolerant bei der Bewertung von eher weniger gelungenen „Nebensächlichkeiten“.
... allein, allein - ganz allein ...
Am besten gefallen mir bei „28 Days later“ die ersten 30 Minuten; - wenn z.B. der punkige Fahrradkurier zunächst in einem Londoner Krankenhaus auf der Intensivstadion aus dem Koma erwacht. Als er sich dann verwirrt aus dem Bett erhebt und durch das menschenleere Hospital taumelt, in dem überall umgestürzte Möbel, Klinikutensilien und Abfälle herumliegen. Und als er schließlich auf die Straße(n) tritt und es so scheint, als sei ganz London wie ausgestorben. Das fand ich stark! Und was mir in diesem Zusammenhang ebenfalls sehr gefiel, war diese stumpfe, farbmindernde und grobkörnige Ästhetik der Bilder. Und in „28 Days later“ stellen die Zombies (vor allem am Anfang) eine wirkliche fühlbare Bedrohung da. Es erfasst einem mitunter sogar dieses beklemmende Gefühl, welches die meisten neueren Zombiefilme leider nicht mehr in diesem Maße vermitteln - und welches leider auch in diesem Streifen zeitweise (und zwar vor allem in der Villa auf dem Land – besetzt von dem dämlichen Millitärtrupp) verloren geht. Doch auch, wenn dieser Horror-Sci-Fi-Thriller am Ende ein wenig von seiner anfänglichen “Signalwirkung” einbüßt, bekommt man mit “28 Days later” ein sehr gutes, düsteres und deprimierendes Gesamtpaket geboten.
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