8mm - Acht Millimeter

Produktionsland: USA

Erscheinungsjahr: 1999

Altersfreigabe: FSK 18

Laufzeit: 123 Minuten

Genres(s): Drama, Thriller

Regie: Joel Schuhmacher

Besetzung:   u.a.   Nicolas Cage, Joaquin Phoenix, Anthony Heald, Don Creech, Anna Gee Byrd, Chris Bauer, Myra Carter, Amy Morton, Jenny Powell

Filmkritik_Pahlke ® Arne Pahlke 2011

Eine reiche Witwe findet im Safe ihres verstorbenen Mannes einen 8mm-Film, auf dem ein Mädchen erst missbraucht und dann getötet wird; - sie findet also das, was man einen Snuff-Film nennt. Und ein von ihr beauftragter Privatedetektiv soll daraufhin herausfinden, ob in diesem Film ein echter oder gestellter Mord zu sehen ist.

Drehbuchautor Andrew Kevin Walker (“Sieben”) und Regisseur Joel Schumacher (“Makellos”, “Flatliners”, “Nicht auflegen!”) müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie viel zu wenig aus den Möglichkeiten gemacht haben, die diese Thematik zweifelsohne bietet. Und mit zu wenig meine ich nicht, dass sie dem Zuschauer ein Snuff-Schlachtfest hätten abliefern sollen. Nein, das meine ich ganz sicher nicht, denn für so etwas gibt es schließlich Filme wie Hostel & Co.

Ein Film, der sich ernsthaft mit der Materie filmischer Aufzeichnungen von Morden  (meist mit vorangegangen Folterungen oder sexuellen Misshandlungen) auseinandersetzt,  muss hingegen Distanz wahren und eine Art Beobachterrolle einnehmen.  Allerdings nicht in Form sensationsgeiler Reportagen, wie etwa in der Pseudo-Doku-Reihe „Gesichter des Todes“ der Fall.

 

 

Leider wirkt vieles in „8-mm“ zu gewollt und klischeehaft. Mitunter keimte in mir gar das Gefühl auf, als hätten hier Biedermänner versucht, ein Film über das wahrhaft Böse zu drehen. So steht Privatdetektiv Tom Welles (Nicolas Cage)  in diesem Film ganz eindeutig für das Gute und Rechtschaffene. Und deshalb leidet dieser arme bemitleidenswerte Mann auch so sehr unter der Existenz des Bösen, dass man ihm sein Leiden in fast jedem Augenblick ansieht. Die Existenz des Bösen (verkörpert durch den mysteriösen Mann mit dem Decknamen „Machine) verdunkelt das Gemüt des edlen Familienmenschen Welles. Und so hat es mitunter fast den Anschein, als kämpfe Welles mehr gegen unsichtbare Dämonen, als gegen einen Menschen aus Fleisch und Blut.

Und leider wird das Thema „Snuff“  nicht wirklich ernsthaft beleuchtet, sondern lediglich (grobmotorisch) angekratzt. Und dazu diese künstlich geschaffene verstörend wirkende Atmosphäre und die Vermengung der Themenbereiche Sexueller Missbrauch, BDSM und Snuff(-Filme). In den USA kam es deswegen nach Ausstrahlung des Filmes sogar zu öffentlichen Protesten von BDSM-Aktivisten.  Getreu dem Motto: “Das sind doch sowieso alles Schweine, also packen wir die jetzt auch alle in dieselbe Kiste!”

Und dann kommt es noch zur Selbstjustiz von Cage, für die er sich zuvor (von der Mutter des ermordeten Mädchens) quasi die Absolution holt. All dies macht „8-mm“ für mich (trotz einiger guter Ansätze und einiger stimmungsvoller Momente) zu einem letztlich nicht mehr als durchschnittlichen Film, - zu einem Film der vielen verpassten Chancen.

  5 von 10 Punkten

 

 

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