Abschiedsübereinkunft

 

Dein Schenkelduft will Ebbe fluten.

Gesiebte Luft fächert deine Venus.

Deine zerflossene Praliné schwitzt Zuckerguss

und ist mir ein verschwiegenes Canapé.

 

Süße Fee, lass mich laben an deinem Fluss.

Lass mich deine Tränen trinken;

in dir versinken, lieblich leiser Zungenkuss.

Unergründlich der Genuss, will in dir versinken.

 

Dein Liebreiz, wie ein köstliches Klischee.

Doch du tust mir weh, kulinarisch brennt der Schmerz.

Ich bitte dich: Geh - so geh, du wundersame Azalee.

Du Räuberherz, du süße Fee, es zieht mich niederwärts.

 

  Foto von Antje Schröter (pixelio)

 

Mein Hasenherz, es schreit nach Abschied.

So singe mir rasch noch ein Lied von der Liebe.

Ich bin ein Transvestit, der sich wünscht, dass er für immer bei dir bliebe,

während es ihm bereits sehnend in die Ferne zieht.

 

Was auch geschieht, jetzt gleich, ich war dir nah.

Bleib da, wenn du für immer gehst, mich verlässt.

Begreif mich als Geäst, wurzellos, nicht gewahr.

Ich bin unauffindbar, uferlos; drum halt fliehend an mir fest.

Arne Pahlke, Januar 2005

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paparazza-ragazza, 29 März 2010

Es ist wunderschön Arne, aber ich versteh es nicht richtig..es wirkt auf mich ein wenig wie "switching" oder ist das absicht? (wie gesagt, ich find es wirklich sehr, sehr schön, möchte es aber auch ganz gern einordnen können.

Wortmutation: Danke schön. Du bist nicht die Erste, die bei diesem Gedicht (irgendwie) auf eine „falsche“ Fährte gelockt wurde. Es hat aber weder etwas mit BSDM, Switching oder wechselnder Geschlechtsidentität etc. zu tun ;-) Ein Mann liebt eine Frau – doch dieser Mann fürchtet sich vor der Liebe – wie ein Transvestit fühlt er sich hin- und her hergezogen zwischen zwei gegensätzlichen Polen und ihren sich anziehenden und abstoßenden Kräften. Es ist ein Transvestit der Liebe. Und er liebt eine Frau und "besingt" ihre Schönheit - und fordert sie dennoch (oder gerade deswegen) zum Gehen auf, weil er die Kraft der Liebe fürchtet. Doch bis zum Schluss bleibt er unentschlossen - so steckt im letzten Satz noch einmal seine ganze Zerrissenheit und Verzweiflung in Sachen Liebe; - als er ihr sagt, sie sie solle vor ihm fliehen - aber dennoch an ihm festhalten

paparazza-ragazza, 2 April  2010

es geht um die liebe... die schöne..die anfänglich manchmal furchtbar-zerrissene und am meisten schmerzende. alles ist neu und so wenig alltäglich, man möchte festhalten und gleichzeitig wegschieben.man will und gleichzeitig würde man niemals NIEMALS wollen- aber wer kann sich ihrer entziehen, wenn sie einen erst einmal in ihren spinnenweben verwoben hat? und wer will DANN noch da raus? weder windzug noch sturm. Genieß es, arne!

 

® sämtliche Textrechte liegen bei Arne Pahlke/Wortmutation