![]() |
||||||||||||||||||||||
|
AIDS Acquired Immuno-Deficiency Syndrome = erworbene Immunschwäche/erworbener Immundefekt. AIDS ist "lediglich" die Folgerkrankung einer HIV-Infektion. Und HI-Virus ist nicht gleich HI-Virus. Weltweit sind inzwischen acht verschiedene HIV-Subtypen ausfindig gemacht. Von weiteren Mutationen muss ausgegangen werden. Zudem gibt es noch einen ganze Gruppe eng verwandter, aber doch differierender HI-Viren – hier spricht man von der so genannten Quasispezies. Seit wann und wieso gibt es AIDS?: Das Krankheitsbild wurde erstmals 1980 in den USA beobachtet. Allerdings ist davon auszugehen, dass es AIDS schon zuvor gab. Zum Leidwesen der Homosexuellen verpasste man der Immunkrankheit anfangs irrtümlicherweise den Namen: GRID (Gay-Related Immune Deficiency), was ihr den diffamierenden Beinamen der „Schwulenseuche“ zutrug. Im Jahre 1983 folgte die Entdeckung eines lymfotropen Retrovirus als Verursacher der Krankheit; das HI-Virus (Human Immunodeficiency Virus). Woher kommt AIDS?: Die Experten in aller Welt streiten auch etwa 30 Jahre nach Entdeckung des HI-Virus noch immer darüber, woher und von wem dieses Virus nun tatsächlich gekommen ist. Nach wie vor grassieren viele Spekulationen darüber. Doch die wahrscheinlichste Variante, die auch zugleich von den meisten Wissenschaftlern vertreten wird, besagt, dass ein HIV-verwandtes Virus sich in bestimmten Gebieten Afrikas bei einigen Affenarten wiederfindet. Und über die Nahrungskette, so die Forscher, könnte das Virus schließlich auf den Menschen übergegangen sein. Doch es gibt auch andere, sehr abenteuerliche Vermutungen, die besagen, dass es sich bei AIDS um eine biologische Waffe oder aber um einen außer Kontrolle geratenen Wirkstoff aus einem geheimen Versuchslabor handelt. Doch wie bereits erwähnt, dies sind höchst abenteuerliche und sehr unwahrscheinliche Behauptungen. Wie kann HIV übertragen werden: Das HI-Virus kann über Blut (auch Menstruationsblut), Sperma oder Scheidenflüssigkeit in den Körper gelangen. Dies kann durch die Schleimhäute (Darm, Scheide, Penis, Mund) oder durch offene Wunden geschehen. Auch in der Muttermilch ist eine für eine Ansteckung ausreichende Konzentration enthalten. Zudem leben Junkies, die sich Drogen injizieren, mit einem extrem hohen Infektionsrisiko, insofern sie ihr Spritzbesteck mit anderen Personen teilen. Häufigste Infektionswege (in Deutschland) in Zahlen ausgedrückt:
Wie greift das HI-Virus den Körper an?: Das Virus zehrt das Immunsystem aus, in dem sich in ihm vermehrt, indem es eine bestimmte Zellenart als Wirt missbraucht. Und dieser Invasion hat das Immunsystem nicht entgegenzusetzen, weil das Virus sich genau in jenen Zellen (Helferzellen) einnistet, die eigentlich für seine Zerstörung gedacht waren. Und je mehr Helferzellen das HN-Virus nun "auffrisst", desto schutzloser ist das Immunsystem Krankheiten ausgesetzt. Wie ist der Krankheitsverlauf?: AIDS setzt sich aus einem ganzen Bündel verschiedener Krankheiten zusammen. Der Verlauf dieser bislang unheilbaren Infektion ist schleichend und erfolgt in verschiedenen Phasen unterschiedlicher Dauer und Ausprägung der einzelnen Symptome. Und die Wurzel all dieser Krankheiten ist die zunehmende Zerstörung des körpereigenen Abwehrsystems. Denn von dem Moment, in dem das Virus in den Körper gelangt, veranlasst es die Zellen, stets neue Viren zu produzieren. In dieser ersten Phase treten bei den meisten Infizierten grippeähnliche Symptome auf, die aber nach ca. 6-14 Tagen wieder abklingen, weshalb sie auch von vielen Betroffenen fälschlicherweise als Grippe oder allgemeines Unwohlsein diagnostiziert werden. Ein weiteres Indiz für eine HIV-Infektion können vorübergehende Lymphknotenschwellungen sein. Außerdem kommt es in dieser ersten Periode zu einer Abwehrreaktion des Körpers, wodurch dieser Antikörper bildet. Diese können in der Regel nach ca. zwölf Wochen verlässlich nachgewiesen werden. Nur in ganz seltenen Fällen dehnt sich sich diese Zeitspanne bis auf sechs Monate aus. Dann folgt eine symptomfreie Zeit, in der sich das Virus zwar weiter ungehindert vermehrt, der Infizierte von der Schwächung seine Immunsystem aber in aller Regel nicht bemerkt. Es folgt das Stadium mit vermehrten allgemeinen Symptomen, wie z.B. lang andauernde Lymphknotenschwellungen oder starker Nachtschweiß ohne Fieber. Von der Ansteckung bis zur Ausprägung des Vollbilds AIDS vergehen auf jeden Fall mehrere Jahre, in denen sich das Immunsystem erfolgreich gegen das HI-Virus zur Wehr setzen kann. In Deutschland liegt diese Zeitspanne momentan bei durchschnittlich etwa 7-13 Jahren. Ist das letzte Stadium dieser Krankheit erreicht, erleidet der Betroffene Lungenentzündungen oder auch infektiöse Erkrankungen anderer Organe. Zudem wird der geschwächte Körper von bösartigen Tumoren befallen. Im weiteren Verlauf kommt es dann auch oft zu neurologischen Störungen etc. Der Krankheitsverlauf lässt sich wie folgt versimplifizieren: Im Verlauf dieser Immunschwächekrankheit ist der Körper zunehmend weniger dazu in der Lage sich gegen die vielfältigen Krankheitserreger zur Wehr setzen, und wird so immer häufiger und stärker von ihnen heimgesucht. Daraufhin bricht das Immunsystem irgendwann nach einem langen Kampf zusammen und ist schutzlos der Vielzahl von Krankheitserregern ausgesetzt. So führen schließlich selbst Krankheiten, mit denen der menschliche Organismus normalerweise leicht fertig wird, zu schweren Folgeerkrankungen und schließlich zum Tod. Was kann man gegen AIDS ausrichten?: Eine HIV-Infektion ist immer noch nicht heilbar! Doch gerade in den letzten fünf Jahren wurde eine Anzahl hochwirksamer Medikamente entwickelt.
Derzeit stehen drei Gruppen von Medikamenten zur Verfügung: Die „nukleosidalen und nukleotidalen Reverse-Transkriptase-Hemmer“ (NRTI), die „nicht-nukleosidalen Reverse-Transkriptase-Hemmer“ (NNRTI) und die „Protease-Hemmer“ (PI). Diese greifen hauptsächlich in den Vermehrungszyklus des Virus ein. Oft werden auch Medikamente dieser drei Gruppen miteinander kombiniert. In diesem Fall spricht man dann von einer Kombinationstherapie. Aber auch diese vermag AIDS nicht zu heilen, sondern ist lediglich lediglich dazu imstande, den Ausbruch des Vollbilds AIDS hinauszuzögern und die beschwerdefreie Zeit zu verlängern oder die Krankheitssympome abzumildern. Die genannten Medikamente besitzen eine Reihe mehr oder weniger starker Nebenwirkungen. Und längst nicht bei jedem Patienten kann eine Behandlung damit erfolgen bzw. viele Betroffene setzen die Medikamente auf Grund der Nebenwirkungen (auch gegen Anraten ihres Arztes) ab. Aber auch der HIV-Infizierte selbst kann seine Lebenserwartung positiv beeinflussen, indem er sich z.B. einen gesunden Lebensstil aneignet, wozu eine gesunde, ausgewogene Ernährung und viel Schlaf zählen. Weitere Informationen zu AIDS: Bis zum Jahr 2010 rechnet die Welt-Gesundheitsbehörde mit 100 Millionen HIV-Infizierten weltweit. Die meisten davon leben in den Entwicklungsländern, wo eine Behandlung praktisch nicht stattfindet. Das Virus “überfällt” täglich annähernd 13.000 Menschen weltweit, davon sind über 1500 Betroffene unter 15 Jahre alt. Die Hälfte aller Neu-Infizierten ist jünger als 25 Jahre. Weltweit liegt der Anteil der HIV-Infizierten Frauen bereits bei circa 42 Prozent. Es besteht ständig die Gefahr der Herausbildung neuer resistenter Virusstämme, da der HI-Virus ständig seine Oberfläche verändert.
siehe auch unter: Aidshilfen Aidshysterie Antikoerper, Bakterien, Abwehrkräfte,Beratungsstellen (schwule), Big Spender, Cytomegalie-Virus, Dreierkombination, Desinfektion, Drogen & Sex, Geschlechtskrankheiten,Helferzellen, Beschneidung, Blutübertragungen, Bareback, Coitus interruptus, Haarleukoplaktie, HIV-Test, Kaposi-Sarkom, Lymphknoten, negativ (HIV), positiv (HIV),Poppers, Kondome, Hiv-Risikogruppen, Safer-Sex, AIDS-Test, T-Helferzellen, Tuberkulose, Verantwortungsbewusstsein (beim Sex), Welt-AIDS-Tag, World Health Organization (WHO),Sterbehospiz (Hospiz) |
||||||||||||||||||||||
![]() |
||||||||||||||||||||||
|
Sämtliche Einträge in diesem Lexikon wurden von Arne Pahlke verfasst. Und sämtliche durch den Seitenbetreiber erstellten Texte unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jegliche Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechtes (also auch das Übertragen auf die eigene Webseite) bedürfen der schriftlichen Zustimmung von Arne Pahlke. Nutzungen ohne Nennung des Urhebers sind ausdrücklich untersagt! |
||||||||||||||||||||||