Allzu Menschliches

Arne Pahlke, 1994

 

Allzu menschlich bin auch ich.

So sehe ich mich äußerst kleinlich;

empfinde mich als überreinlich.

Und einfach peinlich und widerlich,

was ich ab und an so denken mag.

Es vergeht keine Nacht und kein Tag,

wo ich nicht heimlich düstere Dinge hinterfrage,

die ich hier besser nicht zu Markte trage.

Und dann diese Unruhe in mir - unsagbar penetrant.

Benehme mich zeitweilig wie ein Elefant im Porzellanladen.

Selber Schuld, werden Spötter giftig sagen.

Es hätte mich ja niemand zu meinem Leben gezwungen.

Und gespaltene Zungen fordern Folter

auf eine Weise, die des Menschen Feigheit offen zeigt.

 

Foto by  Eberhard Werner

 

Was soll ich dazu sagen? Denn es bleibt

doch alles beim alten! Und nun halten

Sie mich bitte nicht für deprimiert.

Der Klügere verliert!

(zumindest ist dies mein Lebensmotto)

Und jenes Überlebens-Lottospiel;

(Sie mögen es ruhig Schicksal nennen)

es wird mir zuviel.

Von daher doch nur meine tägliche Flucht.

Ich lasse halt nichts unversucht,

die Zeit zu überleben.

Und so, ganz nebenbei,

mein anwachsendes Gefühlseinerlei

zur Kapitulation zu bewegen.

Denn lassen Sie sich von mir gesagt sein:

Gleichgültigkeit wird sich übel rächen!

Doch wer glaubt schon einem Menschen ohne Ruhm, ohne Geld?

Die Welt, sie ist voll von Schein!

Und wer da meint, der Schein trügt, lügt!

Das Leben, der Ruhm, die Weisheit, dies alles vergeht!

Nur aber das Geld überlebt unsere fiktiven Sünden!

Am liebsten wär’s mir noch, wir zünden

eine Superbombe im Arschloch der Welt.

Auf dass rein gar nichts mehr zusammenhält,

jagen wir die ganze Scheiße in die Luft!

Denn dann umgibt uns endlich jener Duft,

der unserem Ideal entspricht.

(...oder etwa nicht?)

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