Aussagen von Strichern gegenüber Freiern, und was diese damit häufig wirklich ausdrücken wollen: © Arne Pahlke

 

Aussage Nr. 1

"Wir lassen uns ausreichend Zeit."

oder:

"Ich schaue nicht so genau auf die Uhr."

oder auch:

"Wir treiben es, solange es uns beiden Spaß macht!"

 

Mit derartigen Aussagen verfolgt der Stricher mitunter folgende Interessen bzw. will tatsächlich damit zum Ausdruck bringen:

a) Wir treiben es genau so lange, bis ich herausgefunden habe, wie ich dich auf dem schnellsten Wege zum Abspritzen kriege!

b) Im Schnitt benötigt ein Stricher für einen Freier gerade einmal 15-25 Minuten; - Vorgespräch nicht inbegriffen! Allein schon deshalb können Stricher mit Zusagen darüber, sich beim Sex ausreichend Zeit zu lassen, sehr großzügig umgehen, da nämlich das Zeitkontingent ohnehin nur in den seltensten Fällen voll ausgeschöpft wird.

c) Wenn ein Stricher gegenüber einem Freier meint, dass sie solange miteinander Sex haben können, wie es beiden Spaß macht, so sollte sich der Freier lieber nicht auf eine endlose Session einstellen. Wenn es nämlich nach Meinung der meisten Stricher geht, ist ihnen der Spaß bereits nach zehn  Sekunden vergangen; - das ist die Zeit, um die Geldübergabe über die Bühne zu bringen! Gleich ob nun obige Versprechen abgegeben werden oder nicht, im Endeffekt entscheidet ohnehin allein der Stricher darüber, wann der Spaß aufhört, nämlich dann, wenn er keine Lust mehr hat. Und das kann schneller der Fall sein, als es einem Freier lieb sein dürfte!

Hierzu Verhaltenstipps für den Freier: Ein Stricher wird einem Freier, wenn dieser ihn nach der Zeit fragt, die sie für das vereinbarte Honorar miteinander verbringen können, entweder eine konkrete Zeitspanne angeben (als Richtzeit gelten zwischen 30 bis 60 Minuten) oder aber diesen z.B. mit oben angeführten Aussagen füttern. Mit derart unpräzisen Angaben über die Dauer des Arrangement sollte sich ein Freier allerdings nicht zufrieden geben! Achtung: Während Stricher die Zeit der Kontaktaufnahme (Vorgespräch) in der Regel nicht mit in ihre Zeitberechnung einbeziehen, so ist dies bei vielen Callboys hingegen gängige Praxis! Das heißt: Sobald man als Freier deren Appartement betritt, läuft die Uhr! Bei aller Rechnerei sollte man als Freier dennoch nicht den Fehler begehen und auf rigide Einhaltung einer zuvor vereinbarten Zeit bestehen! Vordergründig sollte jeder Freier darauf bedacht sein, seine Befriedigung zu finden. Also, bloß nicht den Zeitpunkt für den Samenerguss nur deshalb zehn Minuten in die Länge ziehen, weil man schließlich für ein Mehr an Zeit bezahlt hat. Dann könnte man sich nämlich gleich eine Eieruhr neben das Bett stellen!

 

Aussage Nr. 2

"Ich habe keine Tabus!"

oder:

"Wir können alles miteinander machen!"

 

Mit derartigen Aussagen verfolgt der Stricher mitunter folgen-de Interessen bzw. will tatsächlich damit zum Ausdruck bringen:

a) Ein Stricher ist vordergründig darauf aus sich zu verkaufen! Und wie erreicht er dies am besten? Indem er, getreu der Werbung, mehr verspricht als er halten kann! So hat jeder Stricher selbstverständlich Tabus; was letztlich auch im Interesse eines jeden Freiers sein sollte!

b) Viele Stricher, die vollmundig verkünden, dass sie wirklich für alles zu haben sind, entpuppen sie im Nachhinein als reinste Verbalerotiker. Sie ködern Freier mit leeren Versprechungen und Worthülsen. Diese Stricher verkehren selten über einen längeren Zeitraum in derselben Bar oder Stadt. Als Callboy wechseln sie häufig Namen und ggf. auch ihre Telefonnummer aus, da Freier sie nicht unbedingt in bester Erinnerung behalten.

c) Findet man obige Aussagen in der Zeitungsannonce eines Models, bedeutet dies meist ebenfalls nur: Ich habe keinerlei Tabus; allerdings nur in Bezug darauf, dir die größten Märchen aufzutischen!

 Hierzu Verhaltenstipps für den Freier: Jeder Freier wird sich hoffentlich darüber im Klaren sein, dass jeder Stricher Tabus hat. Kommt ein Stricher mit der Floskel: "Ich mache alles mit!", so sollte der Freier keine Hemmungen haben, diesem die eigenen Wünsche offen darzulegen. Dann wird sich ja herausstellen, ob der tabulose Jüngling wirklich so tabulos ist! Auch kann man sich als Freier durchaus einmal den Spaß machen, und von einem angeblich tabulosen Stricher die unmöglichsten Dinge verlangen. Rasch wird dieser sein vollmundiges Versprechen relativieren.

 

Aussage Nr. 3

 "Natürlich bin ich gesund!"

oder:

"Du musst keine Angst haben! Ich lasse mich ständig testen."

 

Mit derartigen Aussagen verfolgt der Stricher mitunter folgen-de Interessen bzw. will tatsächlich damit zum Ausdruck bringen:

a) Meistens ist ein Freier nicht ganz unschuldig, wenn er mit obigen Aussagen konfrontiert wird. So hat er einem Stricher oder Callboy zuvor womöglich reichlich überflüssige Fragen gestellt, wie etwa: "Bist du gesund?", oder: "Du hast doch nicht etwa AIDS oder andere Geschlechtskrankheiten?" Was erwartet er? Auf derartige Fragen wird er kaum mehr als oben stehende oder artverwandte Antworten erhalten, denn vor allem ein infizierter Stricher wird von sich fast immer behaupten, gesund (sauber) zu sein.

b) Oft setzen Stricher sogar noch einen drauf, um den Freier, was den eigenen Gesundheitszustand angeht, zu beruhigen. So behaupten sie, dass sie sich ständig testen lassen! Auch erzählen manche Stricher, dass sie  gerade erst vor wenigen Tagen oder Wochen einen Aidstest (richtige Bezeichnung lautet eigentlich HIV-Test) bei sich haben durchführen lassen. Viele Stricher wiegen einen Freier auch dadurch in Sicherheit, indem sie vorgeben, dass sie ausschließlich Safersex betreiben, gleich ob dieses nun zutrifft oder nicht!

Hierzu Verhaltenstipps für den Freier: Ein Freier kann sich Fragen nach Geschlechtskrankheiten im Grunde genommen sparen, denn ein infiziertes/krankes Model wird seine Infektion kaum kundtun, da sich ein solches Outing in Windeseile herumsprechen würde, wodurch ihm seine Existenzgrundlage entzogen wäre. Außerdem wissen die wenigsten Stricher und Callboys, ob sie Aids oder andere Geschlechtskrankheiten haben. Lediglich ein geringer Prozentsatz (die Gesundheitsbehörde schätzt ihn auf knapp über 10 Prozent) hat jemals einen Gesundheitscheck (HIV, Hepatitis etc.) bei sich durchführen lassen. Und damit wären wir bei der Beruhigungstaktik: Erzählt ein Stricher beispielsweise, dass er erst vor kurzem einen Test hat machen lassen, dann sollte ein Freier sich das Ergebnis hiervon, und zwar zusammen mit dem Personalausweis (um die persönlichen Daten miteinander abzugleichen) vorzeigen lassen. Und siehe da: Diesen Nachweis werden nur wenige Stricher erbringen können! Und auf mündliche Aussagen sollte man sich niemals verlassen! Aber nun einmal in die andere Richtung gefragt: Wie viele Freier können denn von sich schon behaupten, dass sie sich regelmäßig testen lassen? Wann hast z.B. du, der dies hier liest, dich zum letzten Mal auf HIV oder Hepatitis durchchecken lassen? Hast du dich überhaupt jemals einem Check-up unterzogen? Es gilt zu beachten: Homosexuelle gelten generell als Risikogruppe; Stricher und Callboys sind sogar außerordentlich gefährdet und somit natürlich auch ihre Freier! Allerdings kann man sich obige Frage- und Antwortspiele aus einem ganz einfachen, einleuchtenden Grund heraus ersparen, indem man nämlich immer Safersex praktiziert!

 

Gloeden, Wilhem von (1856-1931)

Aussage Nr. 4

"Die Nummer mit mir wirst du so schnell  nicht wieder vergessen!"

oder:

"Ich bin der Beste, den du kriegen kannst!"

 

Mit derartigen Aussagen verfolgt der Stricher mitunter folgende Interessen bzw. will tatsächlich damit zum Ausdruck bringen:

a) Hinter derartigen Aussagen verstecken sich häufig Sprücheklopfer, die den Freier mit Worten zu ködern versuchen. Alles was der Freier begehrt, haben sie selbstverständlich in ihrem Repertoire. Neben obigen Floskeln gehören zu ihren angewandten Locksprüchen auch: "Klar kannst du das von mir haben!“, "Das ist kein Problem für mich!", "Du kriegst von mir all das, wovon  du schon immer geträumt hast!" etc.  

b) Es finden sich freilich auch genügend Stricher, bei denen sich diese Art der Anmache im Nachhinein nicht als eine leere Versprechung herausstellt. Diese gehen einfach auf all jene Freier ein, die sich deftige, vollmundige Annäherungen und Versprechungen von einem Stricher wünschen. Und mitunter versteht ein Stricher es auch, einen Freier mit obigen Aussagen in die Enge zu treiben: "Merkst du es nicht? Du hast doch gar keine andere Wahl als mich zu nehmen!", könnten diese dann bedeuten.

Hierzu Verhaltenstipps für den Freier: Mit den ruhigeren Vertretern des Genres ist man als Freier in aller Regel besser beraten als mit allzu markigen Sprücheklopfern, die sich im Bett nur allzu häufig als Totalausfälle oder Abzocker bloßstellen. Doch sollte man auch sagen, wenn ein Freier sich von ein paar markigen Standardsätzen (siehe oben) dermaßen leicht einfangen lässt, er dafür dann eben auch ein entsprechendes Lehrgeld zahlen muss!

 

 

Aussage Nr. 5

"Mein Schwanz ist etwa 20 Zentimeter groß."

oder:

"Ich bin überdurchschnittlich bestückt."

 

Mit derartigen Aussagen verfolgt der Stricher mitunter folgende Interessen bzw. will tatsächlich damit zum Ausdruck bringen:

a) Die meisten Freier wünschen sich Stricher oder Callboys mit einem großen Schwanz. Und da der Kunde erfahrungsgemäß König ist, erfüllen männliche Prostituierte ihm diesen Wunsch auch; zumindest verbal! Fragt man einen Callboy oder Stricher nämlich nach der Länge seines besten Stücks, so wird dieser selten eine Zahl von unter zwanzig Zentimetern angeben, gleich wie lang sein Glied tatsächlich ist.

b) Gibt ein Stricher zu Protokoll, dass er überdurchschnittlich bestückt ist, so kann man als Freier meist davon ausgehen, dass dieser zumindest normal ausgestattet ist!

Hierzu Verhaltenstipps für den Freier: Es sollte jedem Freier seltsam erscheinen, dass das erigierte Glied eines deutschen Mannes durchscnittlich  14,88 Zentimeter   misst, gleichzeitig aber über 90% der Stricher, nach eigenen Angaben, besser ausgestattet sein wollen. Doch Freier sind an den Lügengeschichten der Stricher nicht ganz schuldlos. Wie heißt es doch so schön: Die Nachfrage formt das Angebot!? Und da viele Freier nun einmal ein so gewaltiges Verlangen nach großen Schwänzen haben, muss eben diese Nachfrage, und wenn es auch nur zum Schein ist, bedient werden!  Hier ein Tipp, wie ein Freier der tatsächlichen Schwanzlänge eines Strichers näher kommen könnte: Er gibt sich ihm gegenüber einfach als ein Freund von klein- bis normal gebauten Männern aus. Sehr wahrscheinlich wird das Glied des Strichers daraufhin auf die  Bundesnorm zurück schrumpfen.

 

Aussage Nr. 6

"Ich bin total geil heute!"

oder noch direkter:

"Ich muss heute unbedingt noch abspritzen."

 

Mit derartigen Aussagen verfolgt der Stricher mitunter folgende Interessen bzw. will tatsächlich damit zum Ausdruck bringen:

a) Was ein Stricher mit derartigen Aussagen oftmals tatsächlich ausdrücken will, liegt nahe; er ist geldgeil! Als Freier sollte man wissen, dass obige Sätze zu dem Standardrepertoire eines Strichers  gehören, eben um einen Freier heiß zu machen. Oftmals wenden Stricher derartige Aussagen aber auch an, wenn ihnen das Vorgespräch zu lange dauert. Sie möchten so signalisieren: "Nun lass uns doch endlich mal zur Sache kommen!"

b) Selbstverständlich kann es durchaus zutreffen, dass ein Stricher in nächster Zukunft tatsächlich unbedingt  abspritzen muss.Aber auch in diesem Fall sollte der Freier vorschnelle Freudensprünge unterlassen, da der Stricher ja völlig offen gelassen hat, an wessen Seite er sich am liebsten Erleichterung verschaffen will. Und häufig will ein Stricher seinen sexuellen Höhepunkt eben nur äußerst ungern an der Seite eines Freier erlangen.

Hierzu Verhaltenstipps für den Freier: Freier sollten es vermeiden, Fragen zu stellen, die oben stehende Antworten geradezu herausfordern. Es sei denn, sie brauchen sie, um sich anzuturnen und sind an deren Wahr-heitsgehalt nicht interessiert! Eine andere, häufig gestellte Frage wird von Strichern und Callboys übrigens meist ebenfalls unwahr beantwortet, nämlich: "Hast du Lust?". Spricht ein Stricher vor dem Akt z.B. unaufhörlich über seine (angebliche) Geilheit, dann könnte ein Freier diesen Rede-fluss etwas bremsen, indem er ihm signalisiert, dass er von ihm keine Wundertaten verlangt. Der Stricher wird es ihm danken, da er sein falsches Werben endlich beenden kann.

 

Gloeden, Wilhem von (1856-1931)

 

Aussage Nr. 7

"Lass mal, ich habe da so eine Stelle im Mund!"

oder:

"Es tut mir Leid, aber ich stehe nicht auf Küssen."

 

Mit derartigen Aussagen verfolgt der Stricher mitunter folgende Interessen bzw. will tatsächlich damit zum Ausdruck bringen:

a) Selbstverständlich finden die allermeisten Stricher Küssen toll, allerdings in den Armen ihrer Freundin oder ihres Freundes und weniger bei einem Freier! Da sie ihm dieses aber nur ungern in aller Deutlichkeit sagen, lassen sie sich häufig irgendwelche Ausreden einfallen.

b) Meist sind es weniger gewisse Aussagen, die einem Freier signalisieren: Ich mag es nicht, von dir geküsst zu werden! Es ist vielmehr die Körperhaltung des Strichers, die eine Aversion gegenüber dem Geküsstwerden verrät. So drehen viele Stricher ihren Kopf zur Seite oder aber lenken den Freier von seinem Vorhaben ab.

Hierzu Verhaltenstipps für den Freier: Mit ein wenig Feingefühl spürt jeder Freier, ob der Stricher (feuchte) Küsse möchte oder nicht! Er sollte auf Signale oder Aussagen eines Strichers genau achten und diese unbedingt akzeptieren! Die meisten Stricher mögen es z.B. überhaupt nicht, wenn ein Freier ihnen quer übers Gesicht leckt oder an ihren Ohren knabbert. Überhaupt gilt das Gesicht für viele Stricher als Tabuzone! Die Versteifung des ganzen Körpers ist z.B. ein klares Signal: "Hör auf damit!" Problematisch wird es dann, wenn ein Freier in einen Stricher verliebt ist oder aber Zungenküsse für ihn beim Sex unbedingt dazugehören. Dann sollte er einen Stricher vorab fragen, ob dieser damit einver-standen ist! Und sollte ein Freier von einem anderen gehört haben, dass ein bestimmter Stricher gern auf Zunge küsst, so muss dieser Service nicht unbedingt für alle gelten! Also, Küsse nie erzwingen und Knutschflecke sind bei Strichern generell verpönt!

 

 

Aussage Nr. 8

"Ja, ich bin auch aktiv."

oder direkter:

"Ich könnte dich vielleicht auch bumsen."

 

Mit derartigen Aussagen verfolgt der Stricher mitunter folgende Interessen bzw. will tatsächlich damit zum Ausdruck bringen:

a) Vorab: Oben stehende Aussagen gelten in Umkehrschluss natürlich auch für anal-passive Männer. Mehrheitlich sind Stricher, was den Analverkehr angeht,  entweder ausschliesslich passiv oder aber aktiv, was sich im übrigen auf alle homosexuellen Männer bezieht! Da Stricher nun aber so viel Freier wie nur irgend möglich haben wollen, flunkern sie diese bezüglich ihrer sexuellen Bandbreite des öfteren an bzw. beantworten deren Anfragen eher ausweichend. Sie nutzen Wörter wie vielleicht oder auch,  was dann so viel bedeuten kann wie: vielleicht bumse ich dich, vielleicht auch nicht; Ich lasse mich auch bumsen; viel lieber aber übernehme ich den aktiven Part! etc.

b) Einige Stricher geben hierauf eine scheinbar klare Antwort, indem sie meinen , dass sie "aktiv seien". Wenn es dann aber so weit ist, und der Kunde sich von ihnen besteigen lassen will, meinen sie plötzlich, dass er da wohl etwas falsch verstanden haben muss! Sie dachten vielmehr, sie sollten von ihm aktiv gefickt werden! 

Hierzu Verhaltenstipps für den Freier: Falls es für seine sexuelle Befriedigung von elementarer Be-deutung ist, bleibt  einem Freier nichts anderes übrig, als klar zu erfragen, ob ein Stricher nun aktiv oder passiv ist. Freier werden übrigens mehr passive als aktive Stricher finden. Dies spiegelt einerseits das tatsächliche  Übergewicht an (anal) passiven Homosexuellen wider, liegt aber auch daran, dass viele Stricher Erektionsprobleme bekommen, wenn sie einen Freier bumsen sollen. Lassen sie sich hingegen ficken, müssen sie einfach nur hinhalten.

 

Aussage Nr. 9

"Ich habe noch nicht so viel Erfahrung."

oder noch dicker aufgetragen:

"Du bist mein erster Kunde."

 

Mit derartigen Aussagen verfolgt der Stricher mitunter folgende Interessen bzw. will tatsächlich damit zum Ausdruck bringen:

a) Zwei Aussagen, die häufig ein- und dasselbe Ziel verfolgen, nämlich dem Freier zu verkaufen:  Ich habe so etwas noch nie gemacht." bzw. "Das ist Neuland für mich!" Mit derlei Aussagen wollen viele Stricher vor einem Freier als unschuldiger Frischling dastehen. Und da "Frischfleisch" in der Stricher- wie überhaupt in der Schwulenszene extrem gefragt ist, machen es halt etliche Stricher etliche Male zum allerersten Mal!

b) Mitunter werden oben stehende Aussagen von Strichern aber auch zum Selbstschutz gebraucht: Getreu dem Motto: Nachdem ich dir nun offenbart habe, dass ich keine Erfahrung als Stricher habe, wirst du im Gegenzug hoffentlich nicht allzu große Forderungen an mich stellen.

Hierzu Verhaltenstipps für den Freier: Viele Freier suchen jungfräuliche und unberührte Boys (siehe hierzu auch Seite 19-22). Doch sollten sie nicht so naiv sein und glauben, dass sie eben diese Attribute ausgerechnet bei einem Stricher finden. Natürlich kann es ihnen passieren, dass sie der allererste Kunde für einen Stricher sind. Doch, wie bereits erwähnt: In der Regel binden Stricher Freiern einen Bären auf, wenn sie sich ihnen als Jungfrau verkaufen. Stricher, die noch nicht lange in der Szene verkehren, erkennt man übrigens häufig daran, dass diese sich von den übrigen Strichern meist eher distanzieren und so gut wie niemals von sich aus auf einen Freier zugehen.

 

 

Aussage Nr. 10

"Doch, eigentlich spritz ich immer ab."

oder aber:

"Wenn du mich richtig geil machst, dann spritze ich garantiert ab."

 

Mit derartigen Aussagen verfolgt der Stricher mitunter folgende Interessen bzw. will tatsächlich damit zum Ausdruck bringen:

a) Obige Aussagen mögen für einem Freier auf den ersten  Blick verheißungsvoll klingen,  doch er achte einmal mehr auf Kleinigkeiten, wie z.B.: "Ich spritze eigentlich ab", "Wenn du mich richtig geil machst..." etc. Viele Stricher gebrauchen diese oder ähnliche Aussagen, die zwar viel verheißen, im Endeffekt aber eher mögliche Fluchtwege für sie offenhalten sollen. (siehe auch unter: Aussage Nr.8)

b) Oft sollen oben aufgelistete Aussagen auch bezwecken, Freier zu animieren, noch etwas Geld oben drauf zu packen, so dass sich aus einem Eventuell oder Vielleicht ein Ganz bestimmt heraus kristallisiert! Es gibt einige Stricher die sich auf diese oder ähnliche Weise ihren "Schuss" extra vergüten lassen wollen. Damit konfrontieren sie den Freier für gewöhnlich aber erst, wenn dessen Geilheit bereits über den Verstand gesiegt hat; sie also bereits voll bei der Sache sind!

Hierzu Verhaltenstipps für den Freier: Die meisten Freier wünschen sich, dass ein Stricher abspritzt. Zum einem, weil sie dies selbst geil macht, zum anderen, weil sie sich dadurch auch seelisch besser fühlen! Sie können so leichter glauben, dass der Junge bei der Sache auch seinen Spaß gehabt hat. Untereinander prahlen viele Freier auch gern damit, wie toll ihr letzter Stricher doch seinen Samen verschossen hat etc. Dies scheint vielen eine Art Jagdtrophäe und auch Bestätigung des eigenen Könnens sowie der sexuellen Ausstrahlung zu sein: "Siehst du, so schlecht kann ich doch gar nicht gewesen sein, wo der Junge doch auch abgespritzt hat!". Hier spielt allerdings in den meisten Fällen eine gehörige Portion Selbsttäuschung mit. Die meisten Stricher spritzen bei Freiern nämlich nur äußerst widerwillig ab. Eigentlich tun sie dies meist nur, um den Freier zu befriedigen und ihn als solchen nicht zu verlieren. Für fast alle Stricher und Callboys bedeutet es, im Gegenteil, einen gewaltigen Kraftakt, sich von einem Freier entweder einen herunter rubbeln zu lassen oder aber, es sich vor dessen Augen selbst zu besorgen.  Fast ausnahmslos erleiden Stricher einen mechanischen und selten nur erleben sie einen emotionalen Orgasmus! Und wer als Freier einmal genau hinschaut, bemerkt rasch wie viel bzw. wenig Lust bei einer Ejakulation eines Strichers in der Regel mitspielt. Eine Ausnahme hiervon bilden häufig sehr junge Stricher. Zwar würden auch sie ihre Lust viel lieber mit einem (jüngeren) Partner ihrer Wahl befriedigen, doch können bei ihnen auch Freier ohne größere Anstrengungen einen Samenerguss erzielen. Dies liegt nun aber weniger an den Freiern als vielmehr daran, dass sehr junge Boys (14-18 Jahre) prinzipiell schnell ejakulieren. Im Übrigen sollte ein Freier von einem Stricher nie verlangen, dass dieser abspritzt, selbst dann nicht, wenn er dieses beim Vorgespräch in Aussicht gestellt hat! Mit Druck von Seiten des Freiers klappt es nämlich erst recht nicht!

 

Gloeden, Wilhem von (1856-1931)

 

Aussage Nr. 11

"Ich stehe auch auf ältere Männer."

oder aber die Steigerung:

"Ich mag ausschließlich alte Männer."

 

Mit derartigen Aussagen verfolgt der Stricher mitunter folgende Interessen bzw. will tatsächlich damit zum Ausdruck bringen:

a) Diese oder ähnliche Aussagen tätigen Stricher meist nicht ungefragt sondern sie reagieren damit vielmehr auf gewisse Äußerungen ihrer Freier, wie z.B. auf folgende: "Ach, mal ehrlich, du kannst doch mit so einem alten Knacker wie mir überhaupt nichts mehr anfangen?", "Ich bin dir doch bestimmt viel zu alt?", "Du stehst doch garantiert nur auf junge Typen?“ etc. Ein Stricher versucht sich nun mit obigen Aussagen einfach geschickt aus der Affäre zu ziehen, indem er z.B. behauptet, dass er sehr wohl auf alte Männer abfährt. Er kann natürlich kein Interesse daran haben, dass ältere Freier denken, er würde sich allein des Geldes wegen mit ihnen abgeben.

b) Oftmals verbirgt sich auch eine gewisse Ratlosigkeit hinter oben aufgeführten Sätzen, die in Fragen umgewandelt etwa wir folgt lauten könnten: „Was soll ich dir denn sonst sagen?“, „Stehst du etwa auf alte Männer?“ etc.

c) Einige der Stricher, die Freiern gegenüber behaupten, dass sie ausschließlich auf alte Männer stehen, fahren eine ziemlich durchtriebene Schiene. Sie überschütten ältere Freier mit Aussagen wie: "Ich fühle mich bei reiferen Männern viel wohler als bei jungen Typen!" oder: "Ältere Freier wissen wenigstens, was sie wollen; sie sind gefühlvoller, aufmerksamer", etc. Dies sagen viele Stricher aus rein geschäftlichen Interessen, auch weil sie wissen, dass ältere Männer meist leichter als Stammfreier zu gewinnen sind, und man sie in der Regel leichter zufrieden stellen kann.

Hierzu Verhaltenstipps für den Freier: Fragen, die oben stehende Antworten provozieren, sollten vermieden werden; es sei denn, man steht darauf, belogen zu werden! Ältere Freier sollten sich bezüglich ihrer sexuellen Anziehungskraft auf junge Stricher nicht allzu viel vormachen. Sie sollten sich vielmehr fragen, worauf sie selbst abgefahren sind, als sie jung waren; ja, und worauf sie noch heute abfahren? Die Antwort dürfte eindeutig und entlarvend ausfallen! Von daher sollte man sich insbesondere als älterer Freier allein damit begnügen, sich bei einem Stricher wohl zu fühlen. Und dieses Wohlbefinden sollte man sich auf gar keinen Fall damit herbeizuführen versuchen, indem man Stricher zu obigen Falschaussagen anstiftet. Der Genießer schweigt! Es finden sich allerdings tatsächlich einige Stricher, die auf ältere Männer abfahren. Doch kaum ein Freier dürfte an diesen Boys seine Freude haben,  suchen diese Jungen doch Geborgenheit, eine Schulter zum Anlehnen, Lebenshilfe und dergleichen, nicht aber Sex! Diesen nehmen sie gewissermaßen nur widerwillig in Kauf; sie sind also das krasse Gegenteil von dem, was sich Freier für gewöhnlich ersehnen!

 

Aussage Nr. 12

"Geld steht für mich nicht im Vordergrund!"

oder anders ausgedrückt:

"Ich mach es nicht nur wegen des Geldes."

 

Mit derartigen Aussagen verfolgt der Stricher mitunter folgende Interessen bzw. will tatsächlich damit zum Ausdruck bringen:

a) Stricher, die so etwas sagen, lügen fast durch die Bank weg! Sie wissen halt, dass viele Freier sich über Stricher aufregen, die zu sehr durchblicken lassen, dass sie es nur des Geldes wegen tun. Wie beruhigend ist es, zu hören, dass es noch Stricher gibt, die so ganz anders denken. Das gibt der Angelegenheit doch gleich etwas viel Menschlicheres.

b) Einige Stricher treiben die Sache sogar auf die Spitze. Sie sagen z.B.: Gib mir einfach so viel Geld, wie du denkst." oder: "Ich will kein Geld von dir haben." Sehr viele Freier geben daraufhin nämlich mehr Geld, als sie dies normalerweise tun würden, weil der Stricher ein so lieber Typ ist, der nicht im Geringsten auf ihr Geld aus ist.

Hierzu Verhaltenstipps für den Freier: Nach welchen Kriterien wählt sich ein Freier einen Stricher aus: Nach dessen tollem Charakter oder weil dieser ihn optisch anspricht? Genau! Er sucht sich einen Stricher nach der Optik aus, ebenso wie dieser seine Freier des Geldes wegen nimmt. So läuft es nun mal! Wie viele Stricher würde es wohl noch geben, würde man einen jeden von ihnen finanziell so gut polstern, dass er des Geldes wegen nicht mehr anzuschaffen bräuchte? Stricher, die kein Geld von einen Freier haben wollen, konfrontieren diesen stattdessen häufig mit gewissen finanziellen Problemen. Sie spielen ganz bewusst mit dem Mitgefühl eines Freiers und seinem Schuldbewusstsein. Er soll denken: Was für ein lieber Junge. Sitzt selbst so tief in der Scheiße und wollte nicht einmal Geld von mir haben. Dem muss doch geholfen werden!  

 

 

Aussage Nr. 13

"Du bist mir mein liebster Kunde."

oder aber auch:

"Du bist ganz anders als die anderen Freier."

 

Mit derartigen Aussagen verfolgt der Stricher mitunter folgende Interessen bzw. will tatsächlich damit zum Ausdruck bringen:

a) Hier haben wir es mit einer der billigsten und gleichwohl effektivsten Maschen zu tun, die von Strichern angewendet werden. Jede Verkäuferin lernt bereits während ihrer Ausbildung, dass sie einen Kunden so zu behandeln hat, dass dieser das Gefühl hat, der wichtigste Kunde überhaupt zu sein, woraus größtenteils nicht einmal ein Geheimnis gemacht wird. Ein Stricher allerdings wird seinen Freiern garantiert nicht offen darlegen, dass sein Gehabe nur reine Finesse ist. Und selbstverständlich hat fast jeder Stricher einen Lieblingsfreier; doch mit der Beurteilung eines solchen verhält es sich oft genug so, als sollte ein Gefangener den Tag in der Woche benennen, an dem er am liebsten einsitzt!

b) So wie einige Freier Stricher mit Komplimenten überhäufen, um weitere Höchstleistungen aus ihnen heraus  zu kitzeln, tun dies im Gegenzug auch eine Reihe Stricher.

Hierzu Verhaltenstipps für den Freier:Wenn man als Freier mit obigen Aussagen überschüttet wird, so kann man diese genießen. Nur, man muss deshalb ja nicht gleich glauben, dass man tatsächlich des Strichers liebster Freier ist! Was aber zumindest dafür sprechen könnte, ein besonderer Freier eines Strichers zu sein, sind u.a. folgende Punkte: Zeit spielt wirklich keine Rolle; es werden längere Gespräche über Gott und die Welt geführt; der Stricher zeigt sich mit dem Freier ungeniert in der Öffentlichkeit, er macht ihn zu einer Person seines Vertrauens etc.

 

 

Aussage Nr. 14

"Ich glaube, ich habe mich in dich verliebt."

oder direkter:

"Ich liebe dich."

 

Mit derartigen Aussagen verfolgt der Stricher mitunter folgende Interessen bzw. will tatsächlich damit zum Ausdruck bringen:

a) Mit derartigen Aussagen versuchen einige Stricher einen Freier in die Verantwortung zu nehmen. Und dies erreicht man eben am ehesten über die Gefühlsebene. Ohne Frage sind die allerwenigsten Stricher, denen Liebesbezeugungen schnell über die Lippen gehen, tatsächlich in einen Freier verliebt!  Sie setzen die goldenen drei Worte einfach als effektive Floskel ein oder aber reagieren damit auf das Liebeseingeständnis eines Freiers.

b) Einige Stricher begrenzen ihre Liebeskundgebungen allein auf die horizontale Ebene. Sie reagieren damit meist ebenfalls auf die Freier, die ihrerseits Liebesbeteuerungen benötigen, um besser in Fahrt zu kommen.

Hierzu Verhaltenstipps für den Freier: Als Freier kann man sich allenfalls geschmeichelt fühlen, ansonsten aber über die Aussagen des Strichers hinweg hören. Dies funktioniert natürlich nur solange, wie man keine tieferen Gefühle gegenüber dem jeweiligen Stricher hegt. Da Freier sich aber weitaus häufiger in Stricher verlieben, als dies umgekehrt der Fall ist, stoßen obige Aussagen häufig nicht auf taube Ohren. Doch ein Freier sollte nicht zu leichtgläubig sein! Was nämlich oft als harmloses Spiel beginnt, entwickelt sich nicht selten, infolge losgelöster Gefühle, zu einem einseitigen, schmerzvollen  Verliebtsein. Und ist die Liebe erst einmal ins Spiel gebracht, dann setzt der Verstand und somit die Achtsamkeit leicht aus! Und eben diese Tatsache kann einen Freier in jeglicher Hinsicht teuer zu stehen kommen.

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