Avatar - Aufbruch nach Pandora

Avatar- Filmkritik2

Produktionsland: USA

Erscheinungsjahr: 2009

Altersfreigabe: FSK 16

Laufzeit: 161/176 Minuten

Genres(s): Unterhaltung, Science-Fiction, Abenteuer

Regie:  James Cameron

Besetzung:   u.a.  Sam Worthington, Sigourney Weaver,  Stephen Lang, Michelle Rodríguez, Giovanni Ribisi,  Joel David Moore,

Filmkritik_Pahlke ® Arne Pahlke 2011

 

Bereits seit mehr als ein Jahr besitze ich mein HD und Blue-ray-Player. Doch obgleich mir diese Technik seit vierzehn Monaten zur Verfügung steht, fühlte ich mich bislang noch nicht dazu animiert, mir einen Blue-ray-Film anzusehen.

„Ein guter Film, bleibt auch mit einer geringeren Bildschirmauflösung ein guter Film;   - während  ein Scheißfilm allein durch eine höhere Bildschirmauflösung und besseren Ton nicht plötzlich  ein guter Film wird!“, so meine Meinung, bevor und nachdem ich mit James Cameron’s Avatar meine Blue-ray-Premiere erlebte.

Da dieses (mit seinen 250-Millionen-Dollar Produktionskosten) viertteuerstes filmische Machwerk selbst heute noch (zwei Jahre nach Kinostart) für viele als DER  Referenztitel bezüglich 3D-und-Blue-ray-Standards gilt, würde ich mir, so mein Gedanke,  nach dem Ansehen dieses Vorzeigetitels ein Urteil rüber den Mehr(erlebnis)wert  der neuesten Technik(en) erlauben können. Ein Urteil etwa darüber,  ob die hohe Bildschirmauflösung und die weltweit bisher technisch ausgereifteste stereoskopische Kameratechnik, diesen Film (eben auch aufgrund ebendieser technischen Raffinessen) fast  zwangsläufig  zu einem guten Film machen.

Und ja, Bild und Sound von „Avatar“ sind grandios. So wirken viele Szenen dermaßen plastisch, dass man das Gefühl hat, in das Bild hineingreifen zu können. Cameron setzt(e) bildtechnisch eindeutig neue Maßstäbe und der Film wirkt phasenweise wie eine berauschende Technikdemonstration. Doch macht eine (teilweise) berauschende Technikdemonstration automatisch einen guten Film?

Für mich nicht!

 

Avatar- Filmkritik

Ein Film, oder eher ein passives Zu(r)schauspiel für Techdemofans und Grafikhuren?

 

Die Story von „Avatar“ ist seicht, stereotype, von vorn bis hinten vorhersehbar und affektiert rührselig.  Doch all dies ist durchaus verzeihbar. Denn ein Unterhaltungsfilm  - und als nichts anderes sehe den mit über 2,7 Milliarden US-Dollar Einspielergebnis erfolgreichsten Kinofilm aller Zeiten  - darf all dies sein.  Doch wenn er zusätzlich mit einer derart plumpen Schwarzweißmalerei nervt, die mich mitunter völlig fassungslos dasitzen ließ; - und wenn man Charaktere vorgesetzt bekommt, dessen klotziges hohl-dumpfes Handeln wiederholt meine Zornesadern anschwellen ließ, dann ist es des gehaltlosen Trivialen (für mich) zu viel.

Fast jedes Grimmsche Märchen bietet vielschichtigere und vor allem spannendere Charaktere, als jene, die in diesem (komplett vorhersehbaren) Plastikfilm durch die quietschbunte Dschungelwelt laufen.

„Avatar“ ist (z.T.  schwerzumutbares) Banalitätenkabarett. So faseln die Mimen in diesem Machwerk ständig von Werten, Liebe, Ehre, Hoffnung und Umweltzerstörung. Doch sie nerven dabei weitaus mehr, als das sie berühren. Und die Querschnittslähmung des Jake Sully ließ mich genauso kalt, wie der drohende Untergang der (hässlichen) humanoiden Spezies namens Na’vi.

James Cameron ist (nach eigenen Worten) mit ‚Avatar‘ angetreten, die Welt zu verändern. Doch tatsächlich lieferte er ein inhaltlich  belanglosen Streifen für ein (mehrheitlich) leicht begeisterungsfähiges junges Kinopublikum und „cineastische Grafikhuren“ ab.

Keine Idee in „Avatar“ ist wirklich  neu - kein Gefühl dringt wirklich tief – und keine Botschaft, die nicht als plumpe effekthaschende Stimmungsmache entlarvt werden kann.

Ein Film voller Abziehbilder, in dem alles im Farbenrausch versandet. Und so bleibt ein blendend schönes Feuerwerk aus verzückenden Bildern und Tönen, eben eine mit 160 Minuten viel zu lang geratene beeindruckend-belanglose Technikdemonstration.

 

  5.0 von 10 Punkten

 

 

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