Beschaffungskriminalität in Sachen Liebe

Arne Pahlke, Februar 2006

 

Die geilste Droge der Welt

ist und bleibt die Liebe!

Doch viele Menschen fühlen sich elendig,

weil sie sich diese geilste Droge der Welt

entweder höchst unzureichend

oder aber gar nicht zuführen können.


Und leider ist es tatsächlich

um ein Vielfaches einfacher

sich z.B. Koks durch die Nase zu ziehen

oder eine Nadel zu setzen,

als im Vergleich dazu

Liebe zu geben,

oder allein ein klein wenig Liebe zuzulassen.


Jede Drogensucht ist deshalb immer auch

eine Form von entwürdigenden Selbstliebeversuchen,

die gleichsam auf einen tiefen Selbsthass gründet,

eben auf das Unvermögen ausreichend lieben zu können,

oder aber zu wenig geliebt worden zu sein,

was meistens Hand in Hand geht.

 

Und so kämpfen z.B. jene, die zu kalten Technobeats tanzen,

wie in sich zurückgezogene Autisten; -

oder jene, die sich allabendlich mit Zartbitterschokolade

ihre Seele streicheln,

doch nur gegen einen Mangel an Liebe an.

 

Arne Pahlke (2010)

 

 

Wem auch immer die balsamische Kraft der Liebe

über einen längeren Zeitraum entzogen wird; -

oder wer sich diese aus einem eigenen Unvermögen heraus selbst vorenthalten muss,

ebendieser Mensch neigt zur Selbstfolterung

oder aber zur Beschaffungskriminalität in Sachen Liebe.

 

Fast niemand tötet aus einem Gefühl echter Liebe;

doch unzählige Menschen töten aus einem Mangel an Liebe.

Und dies oft aus jenem hohlstumpfen Gefühl heraus,

welches sich unweigerlich in jedem Menschen breit macht,

dem diese geilste Droge der Welt über einen längeren Zeitraum vorenthalten wird.

Oder man wir ein verbitterter Mensch, weil man mit dieser Droge nicht umgehen kann,

weil man es nie richtig gelernt hat,

oder einem traumatische Erlebnisse diese Fähigkeit nachhaltig genommen haben.

 

Vergewaltigungen oder Amokläufe

können dann verzweifelte Antworten

auf die Verwahrlosung einer ungestreichelten Seele sein.

 

Und trotzdem wünscht sich die Neunzehntelmehrheit,

der noch liebesfähigen Masse,

das sich all unter Liebesarmut leidenden Gefühlskrüppel

lieber selbst auslöschen sollen;

als andere Menschen mit in ihr Leiden mit einzubeziehen.

 

Und somit schützt uns am Ende also nicht einmal diese geilste Droge der Welt

vor einer derartig lieblosen Ab- und Ausgrenzung.

Oder sind die meisten der vielen Liebenden der Welt

am Ende selbst nur Liebeskrüppel;

verängstige Beschaffungskriminelle in Sachen Liebe?

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Tuca, 12 Dezember 2011 - Dieser Text hat in mir einen Gedankensturm in Sachen Liebe ausgeloest. Irgendwie moechte ich versuchen diesen Sturm einzufangen. Liebeskrueppel war das Zuendwort. Ich komme aus dem orientalischen Bereich, wo Liebe als Krankheit und deshalb mal schnell in die welt der Poesie verfrachtet wird. Partnerschfaften werden oder wurden hauptsaechlich aus pragmatischen Gruenden geschlossen.
Das schloss zunaechst all den ganzen Kram um Verfuehrung und Luegerei aus, all die Koeder und Fallen, all diese Maskierungen und Auftritte, die ja nur dazu dienen, sich den Partner ins Bett zu holen. Da wurde, um den Bund fuers Leben zu schliessen kein computeranalysiertes Paarprofil erfolgsverheischend zurechtgestellt, sondern die Eltern und Verwandten losgeschickt, um zu schnueffeln, herauszufinden, wie es wirklich um sie oder ihn bestellt ist und es wurde einzig und allein darauf geachtet, mit eben diesem Menschen dann durchs Leben zu kommen und Nachwuchs zu zeugen. Fair. Denn der Rest um die Liebe stellte sich dann im Laufe der Zeit ein oder manchmal leider auch nicht. Diese Liebe war kein falling in Love. Also kein Hereinfallen. Es war eine gewachsene Liebe die ganz bestimmt auch wirklich der betroffenen Person gehoerte und galt und nicht irgendwelchen romantischen Verklaerungen und Illusionen oder Projektionen. Durch die vielen Internetkontaktboersen sollte man meinen, dass Menschen wie noch nie erfolgreich vermittelt werden koennten, doch es verbrennen sich im Gegenteil immer mehr die Herzen und dann suchen da nur noch gebrochene Herzen gebrochene Herzen und koennen nichts anderes als sich hungernd nach echter Liebe nur wieder erneut verletzten und mutieren zu echten Liebeskrueppeln. Verbittert wird die Liebe verurteilt. Liebe ist doch etwas, was sich im Laufe eines langen Beisammenseins entwickelt und herauskristallisiert. Dieses Verliebtsein ist doch nur der Koeder der Natur, weil Frauen, die einmal eine Melone ausgedrueckt haben, dass sonst nie und nimmer mehr mitmachen wuerden, sie muessen also staendig ausgetrickst werden. Das nennt man sexuelle Selbstentfaltung und Freiheit. Aber es sind doch nur innere Zwaenge denen man freiheitlich ausgeliefert ist, bis zur Selbstzerstoerung. Klar, macht Spass, solange man jung ist. Dann im Alter wirds aetzend und hohl und mn muss dem Silikon und der Viagra nachjagen, weil die Innerlichkeit muede geworden ist und der Dienst an der Natur eigentlich nicht mehr gefordert wird, aber die Gesellschaft verdammt einen ja zum ewigen Bluehen. Selbt in Phasen wo der Baum eigentlich Fruechte tragen moechte, darf er es nicht, weil es sich nicht gut ansteht, dem Alter zu ergeben, es anzunehmen. Liebeskrueppel, was eine wortschoepfung! Das ist mir halt dazu eingefallen. waermen muessen wir uns alle, weil das Leben als solches eigentlich ein Problem ist, fuer jeden. Tuca

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