Bitte sage mir Papa
Arne Pahlke, August 2008





Hey, einen Augenblick noch Papa
Sag mir, wo die Zukunft liegt?
Wohin geht denn Großmama,
wenn das Alter auch sie besiegt?
Geht sie dann zu Großpapa?
Ich hab die Oma doch so lieb.
Warum bleibt sie nicht einfach da?
Ist der Tod wohl ein böser Dieb?
Holt er denn alle, die man liebt?
Holt er auch dich und die Mama?

Bitte sage mir Papa:
Warum weint denn die Mama;
jede Nacht in ihrem Bett?
Ist sie denn bald auch nicht mehr da?

Und wofür bin ich noch zu klein?
Papa, was darf ich nicht wissen?
Bin ich denn nicht mehr dein Sonnenschein?
Würdest du Mutti denn vermissen?
Bitte, lass den Tod nicht zu ihr rein!

 

Bitte sage mir Papa



Papa, sag mir, ist ein Krebs
ein kleines böses Tier,
dass  in meiner Mutti lebt
und an ihr saugt wie ein Vampir?
 

Warum machst du ihn nicht einfach tot?
Warum treibst du ihn nicht einfach fort?

Kommt der Tod in einem Rettungsboot?
Oh Papa, sag mir schnell den Ort,
wohin der Tod die Menschen bringt?
Damit wir beide schon da sind,
wenn er uns die Mutti nimmt,
damit wir dann gleich bei ihr sind.

Papa, wenn ich mal groß bin,
dann zieh ich los und such den Tod.
Sag Papa, wo muss ich dann hin?
Und hast du auch Angst vor dem Tod?


Warum nimmt er alle fort?
Warum bloß auch die Mama?
Ist der Tod denn ein schöner Ort?


Bitte halt mich fest Papa.
Lass mich jetzt nicht los Papa.
Bitte halt mich fest Papa.
Halt mich ganz fest Papa.

 

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beccaria 22 April 2011- Den ganzen Tag schon lese ich diese unbeschreibaren Texte.Mal anzüglich, mal melancholisch, mal kritisch oder auch sehr zynisch.Dieser hier ist wirklich sehr besonders. Beim Lesen bekam ich eine richige Gänsehaut. Er ist wirklich sehr ergreifend. Die Unschuld des Kindes kommt authentisch rüber.Ich bin wirkl. froh, diese Seite entdeckt zu haben und stöbere sicher noch ein paar Tage durch die Vielfalt an Texten.

Wortmutation: Ich freue mich immer wieder aufs Neue darüber, wenn Menschen sich in meinem Textarchiv verirren  und dann stunden- oder gar tagelang auf meiner Page verweilen. „Bitte sag mir Papa“  ist ein sehr emotionaler Text und ich hatte mich beim Schreiben richtiggehend hineingesteigert und dabei sind dann auch viele Tränen geflossen.

® sämtliche Textrechte liegen bei Arne Pahlke/Wortmutation