Bundeswehr und Homosexualität

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums wies noch im Jahre 1998 darauf hin, dass die Bundeswehr grundsätzlich keine homosexuellen Soldaten als Vorgesetzte einsetze, weil dadurch das Vertrauensverhältnis zu den Soldaten gestört werden könnte (Quelle:„DownTown“ 2/99.)

Und auch heute werden Homosexuelle zwar zum Grundwehrdienst herangezogen, sind aber bereits als Zeit- und Berufssoldaten ungern gesehen. Und sollte ein Schwuler sein Anderssein bereits bei der Musterung zu stark herauskehren, so wird er auch heute, wo die sexuelle Ausrichtung eines künftigen Soldaten nach Aussagen der zuständigen Stelle bei der Bundeswehr eigentlich keine Rolle mehr spielen darf, von der Mehrzahl der Musterungsärzte bzw. Musterungsberechtigter für untauglich befunden.

Und noch Anfang der 90er Jahre wurden Schwule (die ihre Neigung vor der Kommission offen darlegten) sofort als nicht wehrdienstunfähig eingestuft. Heute soll der Bewertungsmaßstab für die Tauglichkeit eines Homosexuellen nunmehr lediglich darin liegen, ob dieser dazu imstande ist, sich in eine militärische Männergemeinschaft problemlos einzugliedern.

 

Übungsschießen mit FLAK-Panzer

 

Sollte ein Schwuler die Musterung zu seiner Freude (oder auch nicht) bestanden haben, so muss er bezüglich seiner Andersartigkeit auf folgende Punkte achten: 

Er sollte sich hüten einen anderen Soldaten anzumachen, selbst wenn dieser noch so einladend mit seinem Hintern wackelt. Erstens sind in einer jeden Einrichtung der Deutschen Bundeswehr sexuelle Handlungen (gilt auch für heterosexuelle Männer) grundsätzlich verboten und zweitens duldet das Bundesverwaltungsgericht bereits das Ansinnen von gleichgeschlechtlichen Handlungen an Soldaten nicht.

Doch ein anderes Problem stellt sich viel häufiger, nämlich die Diskriminierung von Schwulen bei der Bundeswehr. In einer Männergemeinschaft ist ein raues Gehabe und Getue an der Tagesordnung. Und ein Homosexueller, der als solcher in der Gruppe auffällt, ist nicht selten Spötteleien, Ausgrenzungen oder sogar schweren Anfeindungen und Diskriminierungen (siehe auch unter: Outing am Arbeitsplatz) ausgesetzt. Und über einen gewissen Rechtsdruck innerhalb der Bundeswehr wurde schließlich oft genug, auch in der seriösen Presse, berichtet.

In Israel zeigt man sich bereits viel fortschrittlicher. Seit dem Jahre 1993 werden homosexuelle Soldaten den anderen gleichgestellt, womit sie dieselben (theoretischen) Beförderungschancen eingeräumt bekommen, wie ihre Kameraden. ´

 

siehe auch unter: Wehrdienstverweigerung, Gleichberechtigung  (schwule Soldaten), Not-Homosexualitaet, Alibi-Hetero, Zwangsheterosexualitaet

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