Der alte schneeweiße Engel © Arne Pahlke, Winter 1993

 

Hoch über den Federwölkchen,

so erzählen Eltern ihren Kleinen,

da lebe ein leises, weises Völkchen,

das, ohne sich je zu zeigen,

doch immer unter uns weilt,

und unsere Wunden heilt.

 

Doch diese Engel können nur schweben,

wenn eine Seele an sie glaubt.

Und diese Boten können nur geben,

wenn der Mensch dem Wesen traut.

Und so ist es leider schlecht um sie bestellt,

existieren sie doch meist nur in der Kinderwelt.

 

Lasst euch von jenem Mann erzählen, der, Kind geblieben,

frierend und unverstanden durch die Weltenwälder zog.

Der, von einer unzähmbaren Sehnsucht getrieben,

hinein in einen Pfad des Leidens bog.

Und als dieser dort vorm Abhang stand,

reichte ihm ein schneeweißer alter Engel seine Hand.

 

l

 

Der junge Mann wusste nicht, woran er glauben sollte,

vermisste des Engels Flügel und das Unsichtbare.

Doch die Wahrheit war, dass er sich sträubte, sie nicht wollte,

die sonderbare Begegnung, diese wunderbare klare.

So strahlte der Engel von Innen im schimmernden Licht.

Und da wurden plötzlich des Mannes Träume wahr.

Wie einst zu Kinderzeiten hatte er sie wieder in sich,

diese verklärte Sicht.

schreibe einen Kommentar..
Dein Kommentar zum Text abgeben

leider noch kein Kommentar vorhanden. Sei der Erste, der einen Kommentar schreibt!

® sämtliche Textrechte liegen bei Arne Pahlke/Wortmutation