Der Antiheld

Arne Pahlke, November 2008

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Es war einmal ein junger Mann,

der lebte so in den Tag.

Stumpfsinn gab den Takt ihm an.

Sein Dasein ein Sarkophag.

Doch eines Nachts erwachte er

aus einem wundersamen Traum.

Darin war er der Erlöser im Totenmeer;

war Bezwinger von Zeit und Raum.

Das Totenmeer, dass war die Welt

Die Hölle war das Kapital

Er war ein Antichrist, ein Antiheld

und fand den Kapitalismus asozial.

 

Der junge Mann zog durch die Nacht;

zündete mehrere Banken an.

Verlor sich kurz in der Flammenmacht

und schritt dann weiter voran.

Er schlug auf alle Menschen ein

und forderte ihr Geld.

Bis zum ersten Sonnenschein

nahm er ihr Blut als Wechselgeld.

Der Antiheld

Die Sirenen klangen in seinen Ohren

wie der Mob der Dekadenz.

Er wollte nicht mehr in ihrer Hölle schmoren

und zog die Konsequenz.

Er lief der Polizei entgegen;

griff sich in die Jacke zum Schein.

Ein warmer roter Opferregen

führte ihn dann endlich heim.

Fort von diesem öden Ort;

dieser unheilbar kranken Welt.

„Sterbt!“, das  war sein letztes Wort.

Leb wohl mein Antiheld.

 

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