Der letzte Exorzismus

Produktionsland: USA

Erscheinungsjahr: 2010

Altersfreigabe: FSK 18

Laufzeit: 87 Minuten

Genres(s): Horror/Thriller

Regie: Daniel Stamm

Besetzung: u.a Patrick Fabian,  Ashley Bell,  Iris Bahr, Louis Herthum:, Caleb Landry Jones:

  ® Arne Pahlke, 2011

Der größte Schwachpunkt dieses Filmes offenbart sich leider genau in jenem Punkt, mit dem Regisseur Daniel Stamm vorrangig  zu punkten gedachte, indem er seine Geschichte nämlich im Stil einer Dokumentation erzählt. Doch die Hoffnung, durch diesen pseudodokumentarischen Charakter mehr Spannung und einen höheren Grad an Authentizität und Thrill zu erzeugen, geht leider (über weite Strecken) nicht auf. Das zwanghafte Festhalten daran, jede Szene dieses Filmes aus der Perspektive des Kameramannes zu zeigen, der dem amtsmüden Pfarrer bei seinem letzten Exorzismus begleitet, wirkt oft aufgesetzt bis störend.

Seit „Blair Witch Project“ ist es in Mode (aktuellere Beispiele u.a.: Cloverfield und Paranormal Activity), durch einen  „Wackelkamera-Einsatz“ das Gefühl einer „Fake-Doku“ zu vermitteln. Im Sinne von: „Liebe Zuschauer, was Sie hier sehen, ist nicht einfach nur ein Film;- nein, was Sie hier sehen, dies passiert(e) (eventuell) wirklich.

Doch in „Der letzte Exorzismus“ gibt es  in den ersten 70 Minuten nicht nur (so gut wie) keine wackelnden Kamerafahrten, sondern - ganz im Gegenteil - Bilder eines Kameramannes, der sein Arbeitsgerät  beherrscht und Aufnahmen von gestochen hoher Qualität abliefert.

Und leider wirkt vor allem das Spiel der haupthandelnden Figur (Prediger und Pfarrer Baton Rouge) zu überhitzt und aufgepresst. Und dazu  diese immer wiederkehrenden Hinweise für den Zuschauer, dass hier eine Dokumentation gedreht wird. Etwa die mehrmalige Belehrung im Krankenhaus, die Kamera doch bitteschön auszumachen; - nur damit diese kurze Zeit später wieder läuft und hochqualitative Bilder liefert. Oder diese dicke Frau in der Kirche, die ganz aufgeregt tut, weil sie gefilmt und nun Teil einer Dokumentation sein darf.  Juhu!

Kurzum: Was man hier zu sehen bekommt, wirkt nicht wie eine Pseudo-Dokumentation, sondern wie ein Film mit mittelmäßigen Darstellern, der versucht, wie eine  Dokumentation über einen Exorzismus daherzukommen. Und ebendies führt dazu, dass man leider nie richtig in diesen Film eintauchen oder gar versinken kann.

 

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Erst gegen Ende, nachdem der erste „Fake-Exorzismus“ des Pfaffen nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat, kann die Regiearbeit von D. Stamm teilweise Spannung erzeugen; -  und nun zeigt denn auch der pseudo-dokumentarische Charakter seine Wirkung.

Doch, um jetzt  noch als Gesamtwerk überzeugen zu können, ist es bereits viel zu spät. Zumal  auch im Showdown viele Szenen zu hölzern und inszeniert wirken und die Mischung aus Film und Fake-Doku sich leider auch im Finale beißt.

Und auch die reinen Horrorfreunde, die sich wohl zumindest eine effektvoll umgesetzte finale Teufelsaustreibung wünschen dürften, werden vom vorliegenden Ergebnis ebenfalls eher enttäuscht sein, da das Filmcover quasi bereits den größten “Effekt” zeigt.

 3.5 von 10 Punkten

 

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