Der Meteorit

® Arne Pahlke, Juni 2011

 

Selbst die so abgestumpften Spekulanten blicken demutsvoll zum Sternenheer, - in dieser postumen Menschheitsnacht. Sie schreien, beten, fordern Wunder ein und liegen sich wimmernd in ihren bürgschaftslosen Armen.

Und selbst das Hirn eines Stephen King hätte es sich nicht verächtlicher erdacht, als dass die humane Spezies;  - heute, in der Heiligen Nacht  - zu Grabe getragen wird.

Und der Wind schreit wie Hyänen – und der Regen wie Millionen kleiner Scherben, die wie Scharfschützenheere auf die Erde zielen.

Ins tiefe Schweigen gehüllt die Souveränen; - da keine Worte mehr zu vererben sind; - Demut heißt die Tugend der Stunde.

Doch das Entsetzen gellt aus jedem Munde; - strangulierend rinnt die Zeit ihnen durch die Kehlen. Wohin ihre Seelen wohl gehen mögen, - und überhaupt, wer oder was ist Gott?

Ihr Schafott ist bestellt, - ihr Bestatter nicht fern. Und so treibt sie die Zeit  an, zum Abschied nehmen von sich selbst; - zum Adieu von der Welt.

 

Der Meteroit

 

Und im Himmel bellt ein geprügelter Hund, den es auf die Erde wirft; - und selbst jetzt noch schärft ihr knechtisches Selbst ganz verlorenen seine Sinne.

Doch kein Entrinnen. Ihre Zukunft bleibt unerwidert; - es schlägt sich der Tod in ihre desolaten Gesichter, ganz unromantisch und undiplomatisch.

Nihilistisch blutet sich die Erde menschenleer. Und ihre Kruste federt sich in Windeseile diese überreizte Gattung vom Leibe.

Und schon ist es ausgestanden.

Und sanft hört man das Meer branden und sieht den Mond am Himmel stehen. Alles wie eh und je. Nichts ist passiert;-  keine nennenswerten Verluste – allein die Menschheit kam abhanden.

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