![]() |
|
|
|
|
|
Wie so viele Stephen-King-Verfilmungen, spielt auch diese Story in einem verschlafenen Kleinstadtkaff. Und dies stimmt mich wenig verwunderlich. Kleinstadtkulissen bietet insbesondere für Verfasser von Grusel- und Horrorgeschichten einige nicht zu unterschätzende Vorteile. Welche Vorteile? Nun, der entscheidendste Vorteil mag wohl der sein, dass eine abgeschiedene Kleinstadt (meist umschlungen von wilden ungebändigten Naturlandschaften und fernab größerer Städte) einen in sich geschlossenen Mikrokosmos darstellt. Und somit kann man diesen Mikrokosmos bei Bedarf (und dieser Bedarf ergibt sich bei nahezu allen King-Verfilmungen) für den Zuschauer glaubhaft vom Rest der Welt abtrennen. Ich denke, vor allem deshalb spielen Stephen-King-Geschichten so häufig am Arsch der Welt. Hier kann er seine Akteure - und zwar ohne viel Worte darüber zu verlieren - ihrem Schicksal überlassen. Zumindest sind seine Figuren jeweils für eben jene Zeitspanne auf sich selbst gestellt, die es braucht, bis Hilfe aus der „echten Zivilisation“ kommt. Und genau in diesen Zeitfenstern spielen etliche King-Storys; - so wie auch diese Geschichte. Eine unheimliche Nebelwand zieht durch eine verschlafene Stadt. Und diese Nebelwand, in der „irgendetwas drin steckt“, hüllt das Kaff mitsamt seinem einzigen Supermarkt binnen kürzester Zeit ein. Etliche Bewohner der Kleinstadt stecken nun in diesem Supermarkt fest, womit Stephen King sich einen Mikrokosmos (vom Nebel umhüllter Supermarkt) innerhalb seines anderen Mikrokosmos (die verschlafe Stadt) schafft. Und auch wenn King einmal mehr zur Zeichnung stereotyper Figuren neigt, reichen diese schablonenhaften Charakterstudien aus, um den Hauptdarstellern so etwas wie eine Persönlichkeit zu verleihen. So etwa die Persönlichkeit der fanatisch verblendeten und streng gottesgläubigen Frau, die hinter der Nebelwand eine Strafe Gottes (*gähn*) wähnt.
“gefangen” im Supermarkt
Ein Gähnen kann ich mir deshalb nicht unterdrücken, weil Stephen King ständig irgendwelche christlich verblendete Idioten in seine Geschichten einbaut. Etliche seiner Storys sind zugemüllt mit diesem „Gottes-Schuld-Scheiß“. Und in dem hier besprochenen Machwerk hat King sogar einen äußerst penetranten weiblichen „Gottes-Schuld-Charakter“ geschaffen, den ich am liebsten direkt nach dem ersten Bildschirmauftritt in die Luft gejagt hätte. Und ich dankte dem Erlöser, als die blöde Christenfotze im Verlauf des Filmes mit einem gezielten Kopfschuss niedergestreckt wurde. Die Qualität der Effekte bewegt sich von mittelmäßig bis sehenswert. Unter anderem gibt es diverse mutierte (um ein Vielfaches vergrößerte) Insekten zu bestaunen, dessen Darstellung teilweise gut gelungen ist. Ganz am Ende des Filmes fühlte ich mich kurzfristig sogar in eine der Filmkulissen der Neuverfilmung von Krieg der Welten katapultiert. Und ganz so unblutig, wie in den meisten King-Verfilmungen, geht es in dieser Romanverfilmung nicht zu. Es sind sogar einige Soft-Splatter-Effekte zu sehen. Der letztlich sehr einfache Filmplot soll durch die Frage, ob der Mensch Gott spielen darf, ein wenig aufgewertet werden. Dies mag aber nicht so richtig gelingen, da diese Frage lediglich pseudophilosophisch und höchst oberflächlich berührt wird. Was diesen Film letztlich von der Grusel-Horror-Dutzendkost positiv abhebt, ist sein dunkles Finale. Plötzlich trifft es dem Zuschauer wie ein Faustschlag. Und die Seichtheit, die dieser Gruselstory durchaus bis zehn Minuten vor Schluss anhängt, wird schroff und nachhaltig von einem bitterbösen Drama ohne erlösendes Happy-End abgelöst.
(und das Ende bekommt von mir 9 Punkte)
|
|
Zickzackkeule, 25. März 2010 -2010 - Ich habe mir den Film kürzlich noch einmal angesehen und muss sagen, dass er dabei in meinen Augen merklich abfällt, da das Ende bekannt ist. Wie du schon geschrieben hast, ist es vor allem das Finale, das diesen Film besonders macht. Fortsatz, 24 Januar 2011 - mir gefällt auch, dass das Ende darauf hinweist, wie sich Menschen mit ihrer grenzenlosen Doofheit und Gier selbst in die Scheiße manövrieren. Hätte alles verhindert werden können.Uuund ich mag die Viecher, vor allem diese Mega-Laus, die kurz vor Schluss wie selbstverständlich, verfolgt von ein paar parasitären Vögeln, stillschweigend durch die Landschaft stapft. So von wegen: "Ich bin hier, gewöhnt euch dran nyahahahaha." Und man selbst macht sich angesichts dieses mutierten Insekts fast in die Hose, das Ding ist aber zu cool und selbstsicher, um jetzt noch Leute anzugreifen. Es rult einfach so. Und stapft weiter. Wortmutation: Wer weiß, bei den ganzen weltweiten Umweltverschmutzungen und Gen-Manipulationen, ob wir nicht in allzu ferner Zukunft mal solche mutierten Insekten bekommen. Und ich kann nicht mal sagen, dass mir diese Vorstellung Angst macht. Ob man nun vom Raubtierkapitalismus zerfressen wird oder von einer Mega-Laus zermalmt – letzteres wäre zumindest ein spektakuläres Ende mit vorausgegangenem Wow-Effekt. |
|||||
![]() |
|||||