Der nette Nachbar SONGTEXT

Arne Pahlke,  März 2009

 

Oh, glauben Sie mir, er war furchtbar nett.

Er las seinen Kindern jeden Abend  noch am Bett

ein Märchen vor von den Gebrüdern Grimm.

Nein, unser guter Mann, der war doch nicht schlimm.

Schließlich war er Vorstand im Karnevalsverein

und ganz liebevoll pflegte er sein Mütterlein.

Oh, glauben sie mir, dieser Mann war liebevoll und gut.

Er hatte nur diese heimliche Vorliebe für Blut.

Oh, warmes Blut hat es unserem Mann angetan.

Und dieser leichte Hang zum Größenwahn.

 

Blut ist die Galliere.

Blut ist eine Fähre.

Blut ist meine Sphäre.

Blut ist meine Lehre.

Blut verschafft mir die Ehre

Blut durchbricht die Barriere.

 

Aufgeschlitzte Kinderleiber.

Ich zerlege Sitzenbleiber,

Hungerleider, blöde Weiber,

Priester und Knöllchenschreiber.

Der nette Nachbar

Mit dem großen Fleischermesser

spiele ich gerne Menschenfresser.

Schlitze  mir in warme Waden

meine eignen Bundesladen.

Trinke Blut aus Gurgelkehlen,

die den letzten Ton verfehlen.

Wühle in den Eingeweiden

Oh, wie schön ist fremdes Leiden.

 

Oh, glauben Sie doch nicht alles, was in der Zeitung steht.

Ich war ein netter Nachbar; - vergaß nie das Nachtgebet.

Nun schreiben sie lauter böse Dinge über mich,  - das wird mir nicht gerecht.

Ich bin doch ein guter Mensch. Nein, ich bin nicht schlecht!

Wir sehen uns dann auf Wolke Sieben – oder Hölle Platz Dreihundertzehn.

Ich muss sie jetzt leider verlassen – noch etwas Blut trinken gehen.

Oh, ist das Leben nicht einfach wunderschön?

Ja, ich bin ihr netter Nachbar – Grüß Gott  auf Wiedersehen.

 

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