Der unterdrückte Stuhlgang  - eine meditative Erfahrung

Arne Pahlke, Februar 2007

 

Kennen Sie es nicht auch, dieses behagliche Gefühl, welches sich in ihnen breit macht, wenn Sie Ihr versandbereites Würstchen einfach nicht heraus lassen? Oder haben sie es sich etwa noch niemals in einer Schneidersitzstellung bequem gemacht und dann eine ihrer Fersen leicht gegen ihre Anusöffnung gepresst, während Sie gleichzeitig, den ihnen nur allzu bekannten Stuhlentleerungsmechanismus in Gang gesetzt haben? Nein? Dann sollten Sie diese herrliche Erfahrung unbedingt nachholen.

Vor allem als Knabe frönte ich dieser meditativen Kotverweigerungshaltung. Und die Gefühle, die mich dabei durchfluteten und noch heute gelegentlich durchströmen, wann immer ich meinen Dünger zur Zurückhaltung zwinge, sie sind schwer in Worte zu pressen.

Stellen Sie es sich einfach vor, wie einen Geburtsvorgang ohne Schmerz; wie in den Popo gepoppt zu werden ohne jegliches Bedrängungsgefühl; -  wie in seinem Innersten berührt zu werden, gänzlich ohne Hinterfrageschmerz.

 

Künstler Jean-Luc Henry

 

Aber wie ich eben bereits erwähnte, können Worte allein nicht aussagen, was man dabei fühlen kann, wenn ich diese besondere Schneidersitzstellung einnimmt, so wie auch ich jetzt in diesem Augenblick.

Ich bin total bei mir – in mir – halte an mir fest - halte es in mir fest, was sich da von mir losmachen will. Wovor ekeln Sie sich denn jetzt, wenn Sie sich denn ekeln?

Scheißen ist doch etwas Schönes! Ich könnte stundenlang auf Klo sitzen und koten. Dieser Augenblick, wenn die Wurst sich rauspresst, ist für mein Gefühl nur viel zu schnell vorbei. Und deshalb kann man sich z.B. im Schneidersitz gemütlich machen und sich die Ferse zwischen die Pobacken führen, direkt vor die anale Pforte. Und dann pressen. Sie sind dann total bei sich, üben sich in Körperbeherrschung, während Sie sich gleichzeitig den Wehen hingeben.

Der unterdrückte Stuhlgang ist eine meditative Erfahrung. Versuchen Sie es! 

Nach einiger Übung garantiere ich Ihnen eine Gänsehaut an den Schläfenlappen, wenn Sie sich dieser Meditationstechnik nur richtig hingeben. Sie fühlen sich festgehalten, zurückversetzt in den Mutterschlund, aufgefangen von ihrem eigenen Körper.

Scheiße, ist das schön …

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