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Der Worte Gewalt
Der Worte Gewalt. Es reißen die Stakkatos der Buchstabengeschütze eines Analphabeten dieselben tiefen Betroffenheitskrater wie die eines Literaten.
Jeder verletzt, so gut er eben kann!
Der eine bespuckt das verfickte Arschloch mit einer stinkenden Ladung warmer Rotze. Und der andere benetzt den degenerierten Dilettanten mit einem dichten Netz menschlichen Spinnengarns.
Jeder verletzt, so gut er eben kann!
Es macht da keinen Unterschied, wo das Wortgeschwulst gewachsen; ob nun in einer Hochschule für Humanologie oder in einem Heim für hyperaktive Hydrokulturen.
Der Worte Gewalt, ist weder an Silben noch an Sprachwissenschaften gebunden, sondern die Wortgewalt suggeriert ihre Aussagekraft allein durch ihr bloßes Erscheinungsbild.
Gezielt hervor gewürgte Urlaute bewirken dasselbe Gefühlschaos wie die umständlich kreierten Umlautburgen eines Reclam-Rhetorikers.
Und auch, wenn’s die Ranicki-Rechten nicht wahrhaben wollen: Ein grammatikalisch perfekt gedrillter 1,0-Notendurchschnitt-Germanist verliert doch nahezu alle vom Urtrieb gesteuerten Wortgefechte. Nur hat er, der hofierte Hüter des klein karierten Wortquantums, aufgrund seines Speicheltriefenden Sprachgeschicks die feige Angewohnheit, seine Unzulänglichkeit schönzureden! Er analysiert seine Niederlage als einen natürlichen Vorgang oraler Überlegenheit, geistiger Weitsichtigkeit, weiser Einsicht usw. Und man dürfte doch nicht von ihm, dem Numerus-clausus-Genius, ernsthaft erwarten, sich mit solch’ einem Minderwesen zu verständigen, es womöglich sogar zu bändigen.
Der Worte Gewalt. Jeder verletzt, so gut er eben kann!
Der, der mit dem Duden per Du ist und der, der mit dem Synonym nur allzu gern fremdeln geht. Er verkommt oft zu einem Antiquaren Nachschlagewerk, einer Aussagefülle ohne Gefüge, einer lückenlosen Lüge par excellence.
Wohl dem, der weiß, was er sagt - schlicht - und ohne Umwege! Denn er ist der wahre Kaiser der Konversation. Er ist der wahre Führer des mächtigsten Geschützes auf Erden, dem Wortstakkato - der Worte Gewalt! © Arne Pahlke, Oktober 1997 |
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® sämtliche Textrechte liegen bei Arne Pahlke/Wortmutation |
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