Die-13-Kilo-in-30-Tagen-Diät

Aren Pahlke, August 2010

 

Vorgeschichte:

Bislang bewegte ich mich nur einmal in meinem Leben (im Jahre 2002)  am Rande des Übergewichts (182/87 Kilo). Und hierzu kam es vor allem aufgrund von Medikamenten, die ich gegen Depressionen einnehmen musste.

Durch tägliches Jogging (lese HIER) verlor ich binnen 6 Monaten 20 Kilo. Außerdem half mir mein täglicher Lauf auch maßgeblich dabei, dauerhaft auf Psychopharmaka verzichten zu können und dies bis heute.

Ich hielt meine 67-68 Kilo über viele Jahre bis hinein ins Jahr 2008 – und mein Gewicht ging teilweise auch runter bis auf 64 Kilo.  Doch dann passierte es: Im Jahr 2008 zog ich zurück nach Reinbek und wurde nicht nur von Mutti & Co gefüttert, sondern gleichzeitig auch immer träger. So ließ ich mein tägliches Jogging immer häufiger ausfallen und meine Vorliebe für Kuchen tat ihr übriges. Doch ich konnte 4-5 angefressenen Kilo  immer wieder schnell „ablaufen“. Doch dann kam dieser ewig lange Winter 2009/2010 und ich lief 3 Monate überhaupt  nicht. Dafür aber schaufelte ich mir viel zu viele Kalorien- und Fettschleudern in mich hinein. Das Ergebnis: 77 Kilo.

Nun, für viele mag dieses Gewicht bei einer Größe von 182 noch gut klingen - für mich aber absolut nicht!

 

 

Arne Pahlke (Juli 2010)

knapp eine Woche vor Ende meines Programms

 

Das Programm:

Die-13-Kilo-in-30-Tagen-Diät ist ein (zugegeben) sehr individuelles Diätprogramm und  schätzungsweise für mindestens  90 % der Leser nicht anwendbar. Entweder überfordert es sie körperlich oder auch zeitlich; -  oder selbst dann, wenn sie es könnten, würden sie die ihnen hierbei abverlangten Mühen nicht auf sich nehmen wollen.

Ich habe noch nie viel von Brigitte-Diäten & Co gehalten, wo man z.B. über eine oder mehrere Wochen immer denselben Mist isst – wie etwa bei der  Tomaten-, Ananas- oder Kohldiät und was da nicht alles gibt. Selbst von Diätprogrammen, die eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung bieten, halte ich persönlich nicht so viel.

Für mich ist das wichtige und mit Abstand erfolgsversprechendste Mittel zum Abnehmen: Bewegung & Sport! Ich finde es z.B. einfach frustrierend eine lang Woche zu hungern, um dann gerade einmal mickrige 1.3 Kilo abgenommen zu haben. So viel Verzicht und Elend für so ein klägliches Ergebnis? Und was hat man dabei für seinen Körper getan -  etwa für seine Fitness und Beweglichkeit?

Wenn man sich die vielen übergewichtigen bis fettleibigen Menschen ansieht, die ständig ihre Diäten machen und am Ende doch immer fetter werden; - eben weil sie fast immer nur während ihrer Diäten ihre Ernährung umstellen und Bewegung & Sport für viele von ihnen als  Folterandrohung verstanden wird, von der man sich schnellstmöglich in Sicherheit zu bringen hat, dann wird einem rasch klar, warum es immer mehr Fettleibige gibt.

 

Aren Pahlke Juli 2010
sehr schlank - aber doch muskulös

 

Wie verlor ich denn nun 13 Kilo in 30 Tagen ohne zu hungern?

Ich bin jeden Tag 90 Minuten gejoggt  - und alle 3-4 Tage sogar 2 Stunden. Am Tag habe ich somit (bei meinem Lauftempo) zusätzlich 1000 Kalorien verbrannt. Zusätzlich bin ich jeden Tag 90 Minuten Fahrrad gefahren und mindestens einmal in der Woche habe ich eine Radtour von 3-5 Stunden absolviert. Rechnet man die Radtouren auf die Woche um, kommt man täglich nochmals auf 1000 Kalorien. Überdies habe ich täglich 400-500 Sit-ups gemacht, wofür ich keine weitere Kalorienverbrennung  angebe, obgleich sie natürlich gegeben war.

Ich kam also auf täglich 2000 zusätzlich verbrannte Kalorien, was annähernd der durchschnittlichen empfohlenen  Kalorienmenge eines Erwachsenen entspricht. Man kann also sagen, dass selbst, wenn ich mich an einem dieser 30 Tage ganz normal ernährt habe, ich am Ende des Tages aufgrund meines Programms (rein rechnerisch) quasi 0 Kalorien zu mir genommen habe.  Eine Nulldiät also, trotz normaler Ernährung.   Und so eine Traumdiät wird man nirgendwo finden, insofern man nicht essbrechsüchtig ist.

Und selbst Diäten, die 1200 Kalorien täglich erlauben, hinterlassen bei vielen ein ständiges Hungergefühl.  Ich hingegen hatte während meines Programms nur selten diesen typischen „Diäthunger“, auch wenn es meine erste Nahrung  immer erst am Mittag gab. Doch ich liebe es ohnehin mit leerem Magen zu joggen. Gegen Mittag gab es dann im Wechsel entweder 500 Gramm Magermilchjohgurt mit einer frischen Frucht und Süßstoff oder 4 trockene Vollkornbrötchen – also ohne Butter und irgendeinen Belag. Einfach trockene Vollkornbrötchen! Und am Abend gab es jeweils eine richtig üppige und satt machende Mahlzeit. Geachtet habe ich dabei lediglich darauf, dass diese fettarm ausfällt.  So waren  z.B. 500 Gramm Putenbrust mit Reis und Gemüse kein Problem. Und  am Abend genoss ich dann oft sogar noch 1-2 Gläschen (oder mehr) Wein. Und dennoch habe ich nach 30 Tagen von 77 auf 64 Kilo abgenommen.

Und jetzt, wo ich die Diät beendet habe, werde ich nicht direkt wieder zunehmen, solange ich nur weiterhin regelmäßig meinen Ausdauersport treibe. Und diesen muss ich auch nicht in einem Maße betreiben, wie während der 30 Tage, denn diese Belastung wäre auch mir auf Dauer zu viel. Ich muss mich einfach fragen, wie viele Kalorien ich am Tag zu mir  nehme. Und da ich gerne mal Kuchen und Süßspeisen esse, komme auf eine durchschnittliche Tageskalorienmenge von 2500-2700 Kalorien.

Will ich also nicht zunehmen, muss ich einfach nur  mein Kalorienumsatz um die 500-700 zu verbrennenden  Kalorien steigern – und dies erreiche ich bereits durch eine Stunde Jogging am Tag, so wie ich es 6 Jahre lang annähernd täglich getan habe, ohne zuzunehmen, bis ich träge wurde.

Ich bin jetzt zwar wieder – so wie in den Jahren 2003-2008  - laut BMI und für mein Alter untergewichtig - habe aber einen durch und durch sportlichen sehnigen Körper. Mein Körper gleich durchaus jenem von professionellen Marathonläufern- und von denen sind laut BMI auch viele untergewichtig, - aber  tatsächlich haben sie einfach sehr schöne sportlich-sehnige Körper – so wie ich jetzt wieder. ;-)

Und sollte ich doch mal wieder träge werden, weiß ich jetzt, was mein spezielles 30-Tage-Programm zu leisten imstande ist.

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dieSuchende , 2 August 2010

mmmmhhhooooo.... Ein paar Kilo mehr würden dir aber ganz gut zu Gesicht stehen ... finde ich. Dein Abnehmprogramm kenn ich jedenfalls zu genüge.Hab ja auch schon einiges probiert - und Sport ist einfach immer noch das Effektivste. Ich gehe allerdings mehr auf Muskeltraining - das verbrennt auch verdammt viel Kalorien - Konditionssport betreibe ich zwar auch, aber nicht ganz so intensiv. Das schöne daran ist ja - dass Sport das Hungergefühl auch noch senkt. also man darf tatsächlich mehr essen bei weniger schmacht. Ich hab damals in meiner Kontrollzeit - mit dem www.foodplaner.de gearbeitet. Dort kannst du auch aktivitäten und Lebensmittel eintragen und er rechnet dir einen ungefähren Tagesbedarf aus. Ist natürlich verdammt zeitaufwendig - aber nach zwei Monaten hatte ich so ungefähr eine Vorstellung, was mir wieviel bringt, und ich hab die tipselei dort auch aufhören können.Naja - aber wenn es jetzt erstmal so ist, wie du es für richtig empfindest - und du nicht noch vorhast- noch mehr abzunehmen - sag ich einfach mal ....Glückwunsch :) Ich hab mich jetzt allerdings wieder - einfach der Gesundheit wegen aus dem Untergewicht rausbefördert.Geht mir auch gut so. Ich bin knapp drüber. Das reicht mir.

Wortmutation: Ob ich noch viel mehr abnehme,  weiß ich nicht. Ich habe jetzt noch 1,5 Kilo runter - und nun fängt es an wie damals, als ich mal kurzfristig auf 63 Kilo runter war. Meine Wangen fallen langsam ein. Ich finde ja, das sieht zwar nicht mehr schön aus – aber irgendwie verrucht und nach Vampir. Außerdem hätten die Leute hier in Reinbek endlich neuen Gesprächsstoff  bezüglich meiner Person. Haben Sie den Herrn Pahlke gesehen, wie der jetzt aussieht? Einfach furchtbar.  Der hat doch bestimmt AIDS?!  

Konkalit, 3 August 2010

Willenskraft dies ist das Schlüsselwort. Hast du erstmal den inneren Schweinehund überwunden und bist 3-10 x gelaufen (oder hast eine andere dir genau genommen zuwidere Handlung vollzogen) so lernst du diese zu schätzen und irgendwann geht sie dir in Fleisch und Blut über und wird zur Routine. Insofern: Glückwunsch zu soviel Willenskraft!

Wortmutation: Meine persönliche Erfahrungen und Beobachtungen sind die, dass es wirklich sehr sehr lange dauert, bis sich tatsächlich so etwas wie eine Art Automatismus einstellt. Und auch dieser machte das Laufen für mich bis heute nicht zum Selbstgänger. Der innere Schweinehund stirbt niemals ganz, so zumindest meine Erfahrung.  Und ich kenne viele, die das Joggen  nach Wochen, Monaten oder Jahren aufgegeben haben. Was mir aber immer häufiger passiert – und das ist wundervoll – dass ich, während ich laufe – mir für kurze Zeit dabei irgendwie zusehen kann – und ich dann überhaupt nicht mehr spüre, dass ich Kraft aufwenden muss. Ich werde in solchen Phasen (die inzwischen auch schon mal eine halbe Stunde andauern können) oft übermütig und drehe dann voll auf, weil ich keinerlei körperliche Last spüre – sondern mir einfach beim Laufen „zusehe“.

® sämtliche Textrechte liegen bei Arne Pahlke/Wortmutation