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Die fromme Bestie Arne Pahlke, Januar 2009
Ich würde euch so gerne wehtun. Oh, wie furchtbar gerne würde ich euch eine rostige Schere in eure kleinen fiesen Augen stechen und diese dann fein säuberlich ausschneiden. Ok, ich will es mal nicht übertreiben. Ich meine, es würde mir ja bereits genügen, eure Gesichter mit Benzin zu übergießen und diese dann feierlich zu entzünden. Ach, ich mag es gar nicht ergründen, woher solche Gedanken kommen. Denn im Grunde genommen bin ich ein guter Mensch. Ich lese sogar regelmäßig in der Bibel und spende jedes Jahr zur Weihnachtszeit einen schmerzhaft hohen Betrag an die UNICEF. Sogar mein Chef hält viel von mir. Ich hingegen würde mir gerne eine große Scheibe aus ihn herausschneiden. Oh ja, wie gerne würde ich seinen Leib zerteilen und ihn fachmännisch ausweiden. Doch ich muss es mir verleiden. Stattdessen beteilige ich mich großzügig an der Kollekte der Gemeinde. Doch all meine Glaubensfreunde sind in Wahrheit meine Feinde. Sie reichen mir ihre Hände und dabei hätte ich viel lieber ihre Eingeweide. Jawohl, ich bin ein ehrenwertes Mitglied der Gemeinde.
Doch wann immer ich im Kirchenchor singe, richte ich nach und nach alle Singenden in Gedanken auf bestialische Weise hin. Und ich wünsche mir meine Frau woanders hin. Ja, ich würde sie sogar nach Anderswo befördern. Aber ich mag ihnen nicht erörtern warum. Ich bin Vorstand in einem Schützenverein. Doch unter uns gesagt: Ich bin ein mieses Kameradenschwein. Nach außen mime ich die Vertrauensperson. Doch hinten rum wünsche ich jedem einen Monsun an den Hals. Dessen ungeachtet werde ich gegebenenfalls demnächst zum Gemeindevorstand ernannt. Ich bin ein Simulant! Ich simuliere unaufhörlich positive Charaktermerkmale. Und ich glaube, die ganze Gemeinde ist eine Mitfahrzentrale voll von Hyänen. Die sollten sich was schämen! Doch wozu? Ich schäme mich ja schließlich auch nicht. Bloß nicht zu hart mit sich selbst ins Gericht gehen! Es gibt doch so viele andere Hyänen, auf die man mit seinen blutigen Fingern zeigen kann. Und schließlich bin ich ein Mann der Bibel. Und eben deshalb verurteile ich massenkompatibel lieber fremde Gräueltaten und bleibe dabei nach außen hin auch weiterhin eines dieser scheinbar wohlgeratenen verlogenen Dreckschweine. |
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Konkalit 21. Februar 2009 - Nunja...ich mag Hyänen. Man sagt sie seien stinkende Aasfresser und widerlich vom Äußeren als auch ihren Lauten - diesem gackernden Gelächter, ein Sinnbild für Verkommenheit und Schlechtigkeit, selbst im Film "König der Löwen" bekommen sie eine undankbare Rolle. Aber genau darum mag ich sie, Außenseiter im Tierreich als auch in der öffentlichen Meinung. |
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® sämtliche Textrechte liegen bei Arne Pahlke/Wortmutation |
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