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Die Geschichte von den schwarzen Buben ® Arne Pahlke, Januar 2011
Es betrat den Schulhof das erste Mal, der kleine Amadou aus Senegal. Seine Augen ausdruckstark, sein Gang so frank und frei. In sich ruhend, ganz autark, in selbstverlorener Tanzerei. So trat der Bub hinaus und lachte strahlend weiß. Wie das pure Leben sah er aus – und die Sonne koste heiß. Er biss grad’ in sein Pausenbrot, herzhaft tief hinein. Da hörte er vom Schulhoftor, dieses grässlich rohe Schreien.
Vier Jungen standen dort, wie eine Wand, am Schulhoftor. Verächtlich blickten sie zu ihm; - nannten ihn ein Mohr. Spotteten über seine dunkle Haut; - über sein schwarzes krauses Haar. Und es schlug nach ihm jeder Übellaut; - es traf ihm koronar.
„Ach, warum nur immer wieder dies …“, sprach zu sich der Amadou. „Es ist so böse und primitiv. Warum geben solche Menschen bloß niemals Ruh?“ Sprach‘s und wollte sich entziehen, diesem üblen Schmähungsakt. Doch, schon standen sie bei ihm, ganz bedrohlich und kompakt. „Na, du kleiner Nigger. Was hast du bloß für dicke Lippen? Los, runter auf die Knie, um die Füße deiner Herr’n zu küssen!“
Amado schaute flehend zum Himmel und rief aus voller Kehle: „Hilf mir, verehrter Nikolaus. Erteile ihnen vier Strafbefehle!” Und noch während die Jungen sich über seine Hilferufe lustig machten. Noch während sie nach ihm stießen und ihm hämisch verlachten. Tat sich der Himmel über ihnen auf - und dann stand er da: Der heilige Schutzpatron, der gelobte Nikolaus von Myra.
Und noch ehe sich die Jungen versahen, waren sie dunkler als die Nacht. Ja, zehnmal schwärzer als Amado gar; - doch der hat nicht über sie gelacht. Er bat den Nikolaus nur darum, sie für einige Tage kohlrabenschwarz zu belassen. Vielleicht würden sie in Zukunft dann, solche Dinge nicht mehr machen. Über andersfarbige Menschen zu lachen, diese zu diskriminieren. Ja, vielleicht, so Amados Hoffnung, würden sie es nach diesem Exempel kapieren.
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Konkalit, 31 Januar 2011 - an dem Märchen brauchtest du gar nicht mehr viel umändern oder dazudichten weil die Botschaft für sich spricht. |
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® sämtliche Textrechte liegen bei Arne Pahlke/Wortmutation |
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