![]() |
|||||||||||||||
|
Die Krankheit Mensch
Die Menschheit selbst ist das größte und unheilschwangerste Geschwür dieses Planeten. Doch wenn wir gemeinhin über kranke Menschen sprechen, so schließen wir uns selbst nur allzu gern von dieser Diagnose aus. Doch wie krank muss eigentlich der sein, der sich in dieser Welt für völlig normal hält? Natürlich ist es beinahe überflüssig zu erwähnen, dass wir nicht alle Triebtäter, Mörder oder sadistisch veranlagte Serienkiller sind, wohl aber tragen die allermeisten von uns abgrundtief böse Züge in sich, die uns unter ungünstigen Konstellationen durchaus zu einem Mörder mutieren lassen könnten. Das Tier, vor dem sich die meisten von uns gefälligst geschützt sehen wollen, steckt im Grunde genommen in uns allen! Nur glücklicherweise besitzen die meisten unsrer Gattung jene Gabe, das Tier in sich zu beherrschen. Doch wie entsetzlich schnell unter ungünstigen Bedingungen aus einem „guten“ ein „böser“ Mensch mutiert; wie rasch aus dem beherrschten Tier in uns - ein uns beherrschendes Ungeheuer gedeiht; - wie rasant sich das Menschsein zu einer Krankheit auswachsen kann, dies verdeutlicht uns kaum etwas nachdrücklicher, als menschliches Verhalten im Krieg. Hier werden aus scheinbar braven Bürgern barbarisch mordende Berserker in Konzentrationslagern, aus liebenden Vätern erwachsen kaltblütig tötende Killermaschinen und aus Milchbubis werden Massenvergewaltiger und Henkersgehilfen. Waren all diese Menschen etwa immer schon Mörder, von Geburt an kranke Seelen, die gar nicht anders konnten, als irgendwann loszuziehen, um zu töten? Wenn ja, dann ist die Menschheit eben doch nichts weiter als eine Ansammlung von Psychopaten und ein Haufen tickender Zeitbomben.
Der Mensch - ein bösartiger Tumor?
Doch die Wahrheit ist, dass ein Mensch immer nur so krank ist, wie sein Umfeld ihn macht und nicht jeder Mensch den Versuchungen des Bösen gleichermaßen unbeschadet zu widerstehen vermag. Und eine weitere unangenehme Wahrheit ist die, dass zu Friedenszeiten nur deshalb so relativ wenig auf unserem Planeten gemordet wird, weil ein Mörder mit einer Bestrafung zu rechnen hat. Ja, die meisten von uns wählen doch nicht etwa deshalb den Weg des friedlichen Miteinanders, weil ihnen jegliche Tendenz zum Bösen fehlt, sondern sie wandeln auf diesem Pfad, weil sie Sanktionen fürchten. Man werfe nur einmal einen flüchtigen Blick auf einige der grotesken Schaubühnen des Lebens. Sind wir nicht umzingelt von Orten, wo das Verbrechen an Leben und Lebendigen legitimiert wird, etwa in der Tierhaltung oder bei Verübung der Todesstrafe? Wer oder was sagt uns eigentlich was ein guter Mensch ist? Wo findet sich die gesunde und wo die kranke Seite des Menscheins? Ist eine Sache etwa dann gut und gesund, wenn sie von der Mehrheit getragen, und dann böse und krank, wenn sie von der Mehrheit als etwas Schlechtes befunden wird? © Arne Pahlke, 2005 |
|||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||
|
leider noch kein Kommentar vorhanden. Sei der Erste, der einen Kommentar schreibt! |
|||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||
|
® sämtliche Textrechte liegen bei Arne Pahlke/Wortmutation |
|||||||||||||||