Die Leiden des jungen Pahlke

 

 

So manch ein Liebesnarr nimmt sich das Leben,

nur weil er die Eine nicht besitzen kann.

Und was tut der junge, ach so betörende Pahlke?

Er könnte sie alle haben!

Aber er will sie nicht

und er lebt trotzdem noch.

 

Ja, so ungerecht ist diese Welt.

 

Die Leiden des jungen Pahlke,

sind die Leiden eines Menschen,

der vor der Liebe flüchtet,

wie vor dem Fegefeuer.

Und der darauf hofft, irgendwann darin verglühen zu dürfen.

Doch bitte schön frei von Schmerz

und ohne, dass seine angenagte Psyche dabei zusätzlichen Schaden nimmt!

 

Er will einen Deal mit der Liebe eingehen,

auf den diese sich aber nicht einlassen wird.

Und der junge Pahlke weiß dies sehr genau.

Er weiß, wohin der Weg ohne Liebe ihn führt.

Er weiß, dass er seines Lebens bald schon überdrüssig sein wird. 

 

Werther war gestern.

Was aber erwartet uns,

wenn Pahlke bald nicht mehr unter uns weilt?

Wie handelt die Generation nach ihm?

Was kommt nach den Beziehungskrüppeln a la Pahlke?

 

Vielleicht vollständig gefühlstote Jungs in mobilen Kokons?

Oder Mädchen mit zusammengewachsenen Schamlippen?

Oder Knaben, mit Schwänzen, lang genug,

sie sich selbst in den Allerwertesten zu schieben?

 

Ach du, mein lieber Werther,

kannst du mir zu sagen, wohin der Weg uns führt?

 

Nein, natürlich nicht, denn du hast dich aus dem Staub gemacht

oder bist vielmehr zu selbigen zerfallen.

 

Die Leiden des jungen Pahlke

 

Auch du bist deinem Liebesleid erlegen.

Ich hingegen bin noch hier.

Vereint allein mit meiner Unnahbarkeit.

Und ich erflehe für uns den baldigen Tod der Liebe,

erhoffe diesen noch vor dem meinigen.

 

Denn dann, mein lieber Werther

werde ich mich aufmachen,

die Liebe für uns Menschen neu zu finden,

fern ab von aufgeschnitten Pulsadern und Giftcocktails,

fern ab von Misstrauen und albernen Treueschwüren,

fern ab von kindischen Machtspielereien und Eheversprechen,

fern ab von Besitzdenken und Verlustängsten,

fern ab von allen bösen Verflechtungen. 

 

Und dann, mein lieber Werther,

werde ich lieben, so stark und tief

dass es für uns alle ewig reichen wird  © Arne Pahlke, Februar 1998

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