Die Scham der Republik

Arne Pahlke, Dezember 2007

 

 

Bloß nicht schämen ihr Bedarfsempfänger.

Bloß nicht grämen ihr Hartz-4-Empfänger.

Grüßt euch, ihr senilen Senioren.

Ihr seid allesamt nur Kostenfaktoren.

 

Ihr seid die Scham der Republik

 

Bloß nicht zu viel Geld ausgeben.

Das Nötigste reicht doch auch zum leben.

Und jammert hier nicht ständig rum

Sonst weisen wir euch aus ins Baltikum.

 

Denn ihr seid die Scham der Republik

 

Wozu gibt es Suppenküchen

und den billigen Marmorkuchen?

Gesellschaftsleben ist halt nicht drin,

denn eure Bezüge sind zu dünn.

Also bleibt zu Haus in Schande;

ihr belastend teure Bande.

 

Ihr seid die Scham der Republik

 

Rentner, Kranke, Arbeitslose.

Ihr seid doch alle nur Mimosen.

Ihr kostet nur und bringt nichts ein.

Wirtschaftlich kann das nicht sein.

Was habt ihr hier denn noch verloren?

Denn ihr seid die bösen Mohren.

 

Also seid dankbar und gefälligst still,

denn man kann es drehen, wie man will

 

Ihr seid die Scham der Republik

 

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Anonym, 23, Mai 2011, - du bist ein Meister der Poesie, voller Ehrlichkeit

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