Die verloren Unschuld

Arne Pahlke, Frühjahr 1994

 

Wissbegierde nagt sich zäh nach innen,

windet sich in des Kindes enger Brust.

Füllt sie geißelnd, wie von Sinnen,

mit nie erlebter Leidenslust.

 

Es schnürt seine wachen Sinne,

trägt sein naives Ich zu Grabe.

Hält einen Wimpernschlag nur inne,

und windet sich in Rage:

foto by Xocolatl (talk)

Gib mir mehr Raum in deinem Innern,

wirf deine Unschuld weit von dir.

Ich werd’ deinen Wissenshunger lindern.

Vererb deinen hohlen Geist nur mir!

 

Sprach es und belud nun unbeschwerte Freuden

mit Bergen voll von Frust.

Entwöhnte dem verzückten Kinderlachen

erst die Dauer, dann die Lust.

 

So ist es aufgebläht mit kalten Lehren.

Erwachsen, groß und voll von Schmerz.

Verfangen in nebulösen Denkersphären,

und leise nur noch tönt das Herz.

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