District 9

District9 - Filmkritik0

Produktionsland: USA/Neuseeland

Erscheinungsjahr: 2009

Altersfreigabe: FSK 16

Laufzeit: 87 Minuten

Genres(s): Action, Drama, Science-Fiction

Regie: Neill Blomkamp

Besetzung: Jason Cope, Sharlto Copley, Nathalie Boltt, Sylvaine Strike, Elizabeth Mkandawie, John Summer, William Allen Young

 ® Arne Pahlke, 2010

Zunächst fühlte ich mich auf unangenehme Weise irritiert, denn der Start von „District 9“ kommt wie eine weltentrückte trashige Dokumentation daher. Sie scheint weder Fisch noch Fleisch und ist seltsam klamottenhaft, was mich letztlich am meisten störte. Doch gerade als ich ein erstes negatives Urteil fällen wollte, unterzog sich der Film einer Metamorphose, die bis zu seinem Ende anhalten sollte. Und als die 106 Minuten von „District 9“ durchgelaufen waren, saß ich erneut etwas irritiert da; - allerdings nicht mehr auf diese unangenehme Weise, wie noch zu Anfang des Films.

Die Story in aller Kürze:  In einem Raumschiff, das in Südafrika „landet“, findet man tausende heruntergekommene Aliens (Prawns). Und da diese für die Menschheit weder einen besonderen Nutzwert, noch eine außerordentliche Bedrohung darstellen, steckt man sie in einen Slum.

„District 9“ bietet keine Mainstream-Unterhaltung von der Stange, denn dafür ist allein  die Erzählweise zu unkonventionell und fordernd. Auch das Setting  (ein Alien-Slum in Johannesberg)  dürfte für viele Zuschauer zu authentisch/dokumentarisch in Szene gesetzt worden sein. Und nicht zuletzt ist da der Held des Films (Van De Merve), so man ihn denn überhaupt als Held bezeichnen sollte. So wie der komplette Film, durchlebt auch er eine Metamorphose, die dem Zuschauer (heraus)fordert. Vielmehr ist es sogar seine Verwandlung, die den Film dazu nötigt, sich gemeinsam mit ihm einer Wandlung zu unterziehen.

 

Im Slum der Prawns

 

Während der augenscheinliche Teil der Verwandlung bruchstückartig an David Cronenbergs „Die Fliege“ erinnert, trumpft  „District 9“ vor allem bei der Darstellung einer veränderten wechselseitigen Wahrnehmung auf. So wird all das,  was Van De Merve (Sharlto Copley) einst zu kontrollieren und notfalls zu töten hatte, mehr und mehr zu einem Teil von ihm selbst.

„District 9“ wartet mit einer unaufdringlichen zweiten Ebene auf, die man zwar nicht wahrnehmen muss; - aber wenn man es tut, gewinnt der Film dadurch an Tiefe. Man sieht dann manche Szenen mit anderen Augen. Denn die Parallelen zu realen Slums in Südafrika sind nicht zufällig, sondern vom Regisseur so beabsichtigt. Nicht von ungefähr steht „District 9“ für einen realen Armenbezirk in Johannesburg, der in den 60er- und 80er Jahren zu einer Art Schlachtfeld wurde. Vor allem aber bekommt der Zynismus, mit dem die Offiziellen den Prawns gegenübertreten, eine ganz andere Note. Ja, sogar das Finale des Films lässt sich aus der Sicht realer Slum-Bewohner sehen.

Aber auch ohne diese zweite Ebene – kann der Film rein action- und tricktechnisch punkten. Im „District 9“ wird nicht nur jede Menge Blei durch die Luft gejagt - in manchen Szenen lässt sogar „Transformers“ grüßen.

 

 

 8.5 von 10 Punkten

 

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