Ein Gorilla im Berliner Zoo Arne Pahlke, 1998

 

Ein Gorilla in Berliner Zoo

saß stets gelangweilt hinterm Glase.

 Sein Zottelfell meist voll von Stroh,

die Finger bohrend in der Nase.

  

 So saß er da, als Schauobjekt,

 den diversen Menschenrassen.

 Die Finger nach ihm ausgestreckt,

 umzingelt von Grimassen.

 

Ein Gorilla im Berliner Zoo

 

 Sie schauten ihm beim Fressen zu,

 beim Klettern und beim Schlafen.

 Und selbst beim Sex, man gab nie Ruh’

 laut über den Koloss zu spaßen.

 

 Eines Morgens, da lag er tot im Stroh,

 so, als ob er wieder erwache.

 Und manch ein Besucher meinte roh:

 „Was für ein langweiliger Affe.“

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