Einsame Mondbaronin

Arne Pahlke, Februar 2006

 

Deine Fenster abgedunkelt.

Deine Türklingel abgestellt.

Lange Zeit hat man’s gemunkelt;

du stehst auf dem Kriegsfuss mit der Welt.

 

Deine Haare schwarz bestrichen.

Und dein Lächeln schien meist grau.

Du bist allen Blicken ausgewichen -

und warst eine wunderschöne Frau

 

O, du einsame Mondbaronin

Konntest nur die Nacht vorm Tage sehn

O, du gottverlassne Pilgerin

Sag mir, was ist geschehen?

 

Sie fanden dich in deinem Blutsee.

Auf deiner Brust ein Rosenstrauß.

Du lagst dort wie ein Plädoyer;

das sich erfleht einen warmen Schlussapplaus.

 

Deine Lippen fest verschlossen

Deine Augen schliefen sanft

Hast nun die Tür dir aufgeschlossen

Zu einem dir unbekannten Land

 

O, du einsame Mondbaronin.

Konntest nur die Nacht vor’m Tage sehn

O, du gottverlass’ne Pilgerin.

Sprech zu mir, was ist geschehen?

Foto by Marc Planard

Ich wünsch’ dir  ein dich behütendes Zuhause;

ein zurück und ein kehr heim.

Eine balsamische Feuerpause

und möge Frieden in dir sein.

 

Wünsch’ dir Tageslicht im Mondschein.

Und hoffe, dass da, wo du jetzt bist

ein tröstend warmer Lichterschein

deine Dunkelheit aufbricht.

 

O, du einsame Mondbaronin;

sag, hat es dich ins Licht geführt?

O, du gottverlassne Pilgerin.

hat dich die Liebe nun berührt?

 

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