Einsamkeit SONGTEXT

Arne Pahlke, Oktober 2007

 

In den Nächten

zieh ich umher.

In lichtlosen Schächten;

im eiskalten Meer.

Ich bin so einsam.

Ich bin allein.

In bin so einsam

im Mondenschein.

 

Ich wollte nichts trinken,

doch das Dunkel war groß.

Es ließ mich versinken

und ich suchte nach Trost.

Ich suchte nach Liebe;

einen streichelnden Ort.

Umzingelt von Dieben

und kein wärmendes Wort.

 

Ich bin kompliziert

und stets auf der Flucht.

Ich denk schlecht sortiert

und bin mir dessen bewusst.

Ich bin so einsam.

Ich bin ganz allein.

In bin so einsam;

tagaus und tagein.

Arne Pahlke (2008)

 

Ich habe getrunken;

die Nacht wurde lang.

Gedankenversunken

lief ich unter Zwang;

vorbei an den Menschen

und den Lichtern der Stadt.

Ich war schizophren,

denn ich fand gar nicht statt.

 

Ich stehe auf der Brücke

und schmecke den Tod.

Doch Mut fehlt zur Lücke.

In mir würgt die Not.

Ich bin so einsam.

Ich bin so allein.

In bin so einsam.

Trost bringt nur der Wein.

 

Ich zürn mit der Nacht

und suche nach dir.

Bist du noch wach?

Und wie geht es dir?

Bist du auch einsam?

Bist du allein?

Wollen wir gemeinsam

nicht länger einsam sein?

 

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majnoony, 27 Juni 2011 -.. als chirurgin und mit einer erfahrungsgeschichte, die offensichtlich zu sehr ähnlichen empfindugen führt, hätte ich die site nicht besser machen können... leider. ist, wie es ist. zentrale frage: gibt es einen ausweg? wie soll zukunft aussehen? die kontaktlosigkeit, die EINZELHAFT inmitten einer großstadt, nicht lediglich berufsbedingt... die einzelhaft muss enden. da muss es doch noch kontakt geben, irgendwo da draußen, lebbares leben (lebensfreude halte ich schon für übertrieben), lebbar, damit man wenigstens nicht auf dem obduktionstisch landet, nachdem dann doch zu suizidal geworden...wo ist hoffnung, wo energiequelle... wenn nicht am ehesten in beziehungen mit wertschätzung. hörst dich jedenfalls ziemlich allein lebend an... nach 10 jahren halte ich das nichtmehr lange aus...

Wortmutation: Hallo Majnoony! Ja, ich bin alleinlebend – meine letze erfüllende Beziehung liegt annähernd 10 Jahre zurück – danach gab es einige Affären – viele Sexgeschichten – aber nicht mehr diese Vertrautheit; keinen Partner(in) mehr als aufbauende Energiequelle – als Licht im Dunkel. Seit annähernd 10 Jahren keine Beziehung mehr zu einem Menschen, die mich nachhaltig und dauerhaft wärmte, in der ich Geborgenheit und Hoffnung fand und geben konnte/durfte. Ich kenne also das Gefühl dieser totalen Verlassenheit – dieser Einsamkeit mit/in sich selbst. Und dieses Gefühl kann mitunter sehr heftige Schmerzen verursachen. Zum Glück habe ich meine Geliebte, die Kreativität. Überdies  habe ich vor ein paar Jahren die schrullige (und letztlich traurige) Angewohnheit herausgebildet, mir hin und wieder imaginäre Partner(innen) an meine Seite zu stellen, mit denen ich jene Vertrautheit nachempfinden kann, die ich seit Jahren nicht mehr habe. Ich rede  mit ihnen – bin ihnen nahe und sie mir. Was verrückt scheint, ist einfach eine Strategie gegen die Schmerzen, die die Einsamkeit verursacht. 

Linde, 13 März 2012 - Ich beneide  euch! Ihr könnt eure Einsamkeit dem fehlenden Partner zuschreiben. Ich lebe seit 25 Jahren, mit einer sehr kurzen Unterbrechung, in erster und zweiter Ehe. Jedes mal große Liebe und große Versprechungen. Ich küsse den Boden auf den mein Mann geht, bin nach dreizehn Jahre Beziehung immer noch der verliebte Trottel. Er liebt mich (sagt er) aber sein Begehren spüre ich seit Jahren nicht mehr, angeblich ist seine Arbeit Schuld oder seine Gesundheit oder, oder, oder... Er kann mein Schmerz nicht verstehen, auch nicht wie ich die Welt sehe. Meistens denke ich nur, ich will nach Hause wo immer das auch ist. Er lässt mich aber nicht los und ich kann nicht gehen, weil er mich vor einer Ewigkeit an sich gekettet hat mit , für ihn, zu großen Versprechungen. Trauer und Einsamkeit lähmen mich. 

Wortmutation: Einsamkeit, die man in Gegenwart eines Partners verspürt, der die eigenen Gefühle nicht so erwidern kann oder will, wie man es braucht, kann eine sehr schmerzvolle Erfahrung sein. Und dies vor allem dann, wenn dieser Prozess über Jahre hinweg anhält. Und da unsere Zeit endlich ist und es keine Generalprobe für unser Leben gibt, sondern unser Leben quasi nur aus einer einmaligen Premiereaufführung besteht, solltest Du Dir Gedanken machen, ob und wie lange Du mit diesem Schmerz - mit dieser Form von Einsamkeit innerhalb dieser Beziehung noch weiterleben willst; - oder wie lange Du noch darauf hoffen möchtest, das es besser wird!? Ich kenne einige Frauen, die es vorziehen, in einer für sie zutiefst unbefriedigenden Beziehung (über Jahre/Jahrzehnte) auszuharren - oft mit der Hoffnung, es könne sich irgendwann doch noch alles zum Guten wenden. Die Angst vor der Einsamkeit lässt sie in geradezu selbstopfernder masochistischer Manier das Unglücklichsein UND die Einsamkeit in einer Partnerschaft ertragen.

® sämtliche Textrechte liegen bei Arne Pahlke/Wortmutation