Einsamkeit unter Homosexuellen

Obwohl es gerne und oft suggeriert wird, dass alle Schwulen zur großen Happy-Gay-Family gehören, ist die Einsamkeit unter Homosexuellen ein großes und dabei oft totgeschwiegenes Problem. Denn weder bringt die große Happy-Gay-Family eigene Kinder hervor noch besteht untereinander so etwas wie eine Blutsverwandtschaft.

Anders als viele Heterosexuelle bleiben die allermeisten Homosexuellen kinderlos und gehen oftmals auch keine mehrjährigen oder gar lebenslange Partnerschaften ein. Ihr Dasein ist oftmals eher von der ständigen Suche nach dem nächsten Sexpartner geprägt. Die große glückliche Gay-Family ist ein Trugbild. Sie kann nicht ersetzen, was einem eine echte Familie zu bieten vermag. Und wer zur Szene gehören will, muss regelmäßig in dieser verkehren. Und selbst dann bleibt das Gefühl der Einsamkeit häufig bestehen, da die schwule Szene oft auch vor allem eines ist - oberflächlich.

Besonders häufig unter Einsamkeit leiden ältere Schwule oder jene, die sich Szeneausflüge auf Grund knapper Geldmittel (Hartz-4, Sozialhilfe) nicht leisten können. Vertreter beider Gruppen geraten oft in eine soziale Isolation. Ihre wenigen Sozialkontakte beschränken sich nicht selten auf flüchtige Begegnungen mit anderen Homosexuellen.

 

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Wie ein abgestellter Koffer, der darauf wartet, abgeholt zu werden...

 

Und immer häufiger wird das Internet zur selbsttäuschenden Falle. Viele Schwule sitzen einsam vor ihrem Computer und suggerieren sich via Chats und Kontaktforen (Gayromeo) ein Gefühl von menschlicher Nähe und Dazugehörigkeit. Doch gleichzeitig spüren sie, dass auch noch so eine lange Liste mit verlinkten Chatfreunden ihre Einsamkeit nicht durchdringen können. Lang anhaltende Einsamkeitsgefühle können zu Depressionen oder negativen Bewältigungsstrategien führen. Deshalb ist das Internet für all jene gefährlich, die Kontakte im Internet mit tatsächlichen Sozialkontakten verwechseln.

Und viele Homosexuelle, die unter Einsamkeit leiden, wird ihr Problem gar nicht richtig bewusst. Und wie sollte es auch in ihr Bewusstsein dringen, wenn sie immerzu vor jedem Augenblick der Stille die Flucht ergreifen? So können sie natürlich nie spüren, dass sie im Grunde genommen oft nur die Angst vor der Einsamkeit in die hektisch heitere (oberflächliche) Betriebsamkeit der bunten schwulen Szenewelt treibt.

siehe auch unter: Partnerschaften (homosexuelle), Selbstwertgefuehl & Selbstachtung, Selbstmord  (Suizid), Hypersexualitaetmonogame Beziehungen, Magersucht  unter SchwulenGeld und Partnerschaft, Abgang & Abgesang, Dicke, Freundschaften, Fortpflanzung (unmoegliche), Ichbezogenheit & Narzissmus , Idealbilder & Idole, Altersunterschiede bei Sexpartnern/in BeziehungenAbfuhr erteilenälter werden, Depression unter Homosexuellen, Selbstbefriedigung - Masturbation, Traumprinzensuche, Zukunftsaussichten & Zukunftsaengste, Zusammengehoerigkeitsgefühl  (Solidaritaet), Ventilfunktion, Alkohol & Alkoholismus, Stricherlokale

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Linde, 13 März 2012 -       Ich beneide  euch! Ihr könnt eure Einsamkeit dem fehlenden Partner zuschreiben. Ich lebe seit 25 Jahren, mit einer sehr kurzen Unterbrechung, in erster und zweiter Ehe. Jedes mal große Liebe und große Versprechungen. Ich küsse den Boden auf den mein Mann geht, bin nach dreizehn Jahre Beziehung immernoch der verliebte Trottel. Er liebt mich (sagt er) aber sein Begehren spüre ich seit Jahren nicht mehr, angeblich ist seine Arbeit Schuld oder seine Gesundheit oder, oder, oder... Er kann mein Schmerz nicht verstehen, auch nicht wie ich die Welt sehe. Meistens denke ich nur, ich will nach Hause wo immer das auch ist. Er lässt mich aber nicht los und ich kann nicht gehen, weil er mich vor einer Ewigkeit an sich gekettet hat mit , für ihn, zu großen Versprechungen. Trauer und Einsamkeit lähmen mich. 
 

Wortmutation: Danke für Deinen Eintrag - und auch für Deine (?) netten Worte von vor ein paar Tagen, die ich aber leider nirgendwo zuordnen konnte, da Du nicht die Seite angegeben hast, auf der Dein Kommentar erscheinen soll.

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