Eskalation der degenerierten Gewalt

Arne Pahlke, 1994

 

Inmitten von Betonschluchten wuchert Primitivgewalt.

Degenerierte vergöttern ihre eigene Jammergestalt.

Sie scheinen ihres Verstandes amputiert.

Ihre Welt weht in braunen Streifen.

Sie fordern sich grölend eine neue Gesellschaft ein,

gleichwohl sie das Wort Gesellschaft nicht begreifen.

Nichts ist so kalt, wie ihre stupide Wirklichkeit.

Nichts so grausam, wie die Unwissenheit dieser Verlierer,

dieser gemeingefährlichen Rohrkrepierer.

Dumpf, dumpf, ihre Geschosse.

Dumpf, dumpf, jene Posse:

Ich hau’ dich weg,

dann bin ich wer!

O, Herr,

du da oben.

Du solltest deine Geschöpfe nicht vor der Apokalypse loben

und die Nacht nie vor dem Morgengrauen.

 

 

Es lässt mich sorgenvoll in die Zukunft schauen,

dass diese Form der Menschenverachtung so viel stummen Beifall findet.

Oh, Gott, die Masse erblindet

und glaubt scheinbar ihren eigenen Werten nicht.

Ich frage mich:

Wo bleibt bei alledem die Vernunft,

wenn sich Skinheads stiefelnd durch ihr Minderleben treten,

wenn Scheinchristen von ihrem Podium frenetisch beten:

Herr, gib uns Arbeit, Wohnung, Brot und Geld!

Und auch, wenn dieses eine Wort

oft in einem Atemzug mit der Nächstenliebe fällt,

so bleibt Ausländer für mich das Unwort

dieser unserer Welt.

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