|
Für Cameron und Davina Morton reicht ein kurzer Blick, um sich in das geheimnisvoll aussehende siebenjährige Mädchen zu verlieben. Die Rede ist von der scheinbar stummen Anouk, die sie in Rumänien in einem Waisenhaus finden und trotz ihres vermeintlichen Handicaps zu sich in die kleine abseitige Gemeinde Bunblame im schottischen Hochland holen.
Anouk verachtet ihre neuen Eltern und mit ihnen jenes Land, in dem sie fortan leben soll. Und vor allem hasst sie Cameron und Davina Morton für dessen Vermessenheit, da diese sie gleich einer Ware ausgesucht und in ihr Leben entführt haben.
Doch als Anouk nach einigen Wochen, wenngleich auch in in einer fremden Sprache, zu sprechen anfängt, sind ihre Adoptiveltern überglücklich. Zu diesem Zeitpunkt ahnen sie noch nicht, dass Anouk lediglich Beschwörungsformeln und Flüche von sich gibt. Und sie schöpfen auch keinen Verdacht, als das bis dato so scheue Mädchen mit einem Mal sämtliche Kinder der Gemeinde treffen will. Sie zeigen sich vielmehr hocherfreut darüber, dass Anouk sich nun endlich öffnet.
Tatsächlich aber passt Anouk bei allen Kindern nur einen günstigen Moment ab, in dem sie mit ihnen allein ist, da sie den dunklen Zauber des Stammes der Sutkkos beherrscht - jenen dunklen mächtigen Zauber des kleinen Indianerstammes, der einst “vom weißen Mann” aus seinem Land vertrieben und in ein Reservat gesteckt wurde, mit dem (sich schnell als falsch herausstellenden) Versprechen, dort ein besseres Leben führen zu können. Und ebendieser Zauber ermöglicht es Anouk, in das Leben eines jeden Kindes zu schauen, wie in ein offenes Buch. Und in diesen ihr offen stehenden Lebensbüchern sucht und findet sie jeweils Begebenheiten, in der einem Kind von Seiten der Eltern wehgetan wurde, um diesen Kind ebendiesen Augenblick dann wieder und wieder grausam vor Augen zu führen, bis diese ihr den Fluch nachsprechen, der sich in der nächsten Vollmondnacht offenbaren soll.
Und der Fluch der Stukkos offenbart sich tatsächlich - und zwar auf blutrünstige Weise. In der nächsten Vollmondnacht verwandeln sich sämtliche Kinder der Gemeinde in wolfsähnliche Wesen, die abhängig von der Wut in sich, die ihnen Anouk zuvor “eingeimpft” hat, bis auf das Zehnfache ihrer Körpergröße anwachsen. Und mutiert zu diesen “Rachewölfen” richten sie ein Massaker an, bei dem sämtliche Eltern getötet werden.
Doch Anouk will noch viel mehr Opfer! Bevor die Kinder als Täter des Massakers feststehen, befiehlt sie deshalb allen Verfluchten, weitere Kinder aus Nachbargemeinden und dem nahen Edinburg zu verfluchen, die wiederum andere Kinder mit dem Fluch der Sutkkos belegen sollen, um in der nächsten Vollmondnacht ein noch viel größeres Massaker zu entfesseln.
|