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Fallsucht

Arne Pahlke, Juni 1995

 

Vis a vis,

Aug in Aug mit der Epilepsie.

Ich habe sie aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt,

tief in mir sie aufgeschreckt.

Ein kleiner bunter Pappschnipsel

schleuderte mich auf den Gipfel

des Irrsinns,

auf den debilen Olymp,

der pathologischen Ungereimtheiten.

Auf die Überlagerungsachse meiner Gezeiten.

Und ich ließ mich wirr’ vom Wahnsinn peitschen.

O,O4 Gramm dieser synthetischen Säure

schwören mir noch heute eine fesselnde Treue ab.

Ich kann euch flüstern, ich schloss einen Teufelspakt!

D.M. Bourneville and P. Régnard - Woman under Hysteria

Und ich bin durch sie der Fallsucht verfallen,

ohne Chance, mich per Sicherheitsleine anzuschnallen.

Verliere noch immer phasenweise die Contenance,

in diesem Abhängigkeitsverhältnis zur Absence.

Was für ein Flashback,

dieser apokalyptische Acid-Hirndefekt.

Wäre ich ein Zyniker, was ich ja nachgewiesenermaßen bin,

so würde ich glatt sagen: „Hey, ist doch alles halb so schlimm!

Schließlich erhalte ich meine Hallus nun endlich frei Haus.“

Doch, was für mich einst ein kunterbunter Augenschmaus,

dies ist heute die zyklopischste Marter meines Daseins;

seit Jahren schon

meide ich Sinnesexplosionen,

und habe mich stattdessen zurückgezogen

in mein kleines überschaubares Einmaleins.

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