Fernsehmoderatorengesocks

 

Es gab sie wirklich, jene Zeiten

in denen die Mehrheit der Fernsehmoderatoren

noch eine gedeihliche Ausbildung genossen hatte.

Und zwar eine Ausbildung, die ihnen ein aufgeweckter Zuschauer

auch tatsächlich von den Lippen ablesen konnte.

 

Es waren kulinarische TV-Zeiten, in denen ein Sprachlegastheniker

als Fernsehmoderator noch keinen Blumentopf gewinnen konnte.

Doch welch Ausgeburten der Hölle führen uns heute

durch ein immer schauerlicher werdendes Programm?

 

Was braucht ein erfolgreicher Moderator von heute,

außer ein krankhaft übersteigertes Geltungsbedürfnis?

 

„Guten Abend, meine Damen und Herren, mein Name ist Babara Eligmann.

Wer kennt diese Horrorpussyplage nicht?

Sie steht stellvertretend für den geistig moralischen Verfall

eines ganzen Berufsbildes!

Spätestens mit dieser tausendfach gelallten Anmoderation

war “the Next-Generation of Trash-Moderating” geboren.

 

Man stelle sie sich nur einmal folgendes Horrorszenario vor:

Jeden Morgen, wenn man seinen Lieblingskiosk betritt,

empfängt einen die Verkäuferin mit folgenden Worten:

 

„Guten Morgen“, mein Name ist Helga Kackfresse

und ich verkaufe ihnen jetzt eine Zeitung!“

Stellen sie sich vor, das ihnen dieses Kiosk-Kackgestell

dies jeden gottverdammten Morgen antun wird; -

und zwar über Wochen, Monate und Jahre!

 

Wir reagiert wohl ein normaler Mensch

auf so einen allmorgendlichen Terror?

Er wechselt den Kiosk

oder er bricht der Kackfresse

mit einem gezielten Faustschlag den Kiefer,

damit diese Jammergestalt

zumindest für eine gewisse Zeit

nur noch das tun kann

wofür sie eigentlich bezahlt wird.

 

Das Problem allerdings ist:

Mittlerweile steht in jedem zweiten Kiosk,

und in jeder zweiten moderationsabhängigen Fernsehsendung

eine solch geistig verarmte Kackstelze.

 

Es interessiert mich nicht, wie ihr Moderatoren heißt!

Arne Pahlke (2009)

 

Es interessiert mich schließlich auch nicht

wie mein Bäcker, Schlachter oder meine Klofrau heißt!

Und selbst, wenn es mich interessieren würde,

müsst ihr es mir dennoch nicht jeden Tag aufs Neue wiederkäuen.

Zumal eure unwichtigen Namen doch ohnehin ständig eingeblendet werden.

 

Und noch weniger interessieren mich

die persönlichen wertneutralen Weltanschauungseinlassungen

unfertiger Schuljungen-New-Age-Nachrichtensprecher,

wie sie zunehmend bei den neuen NEWS-Formaten Asyl finden.

Nicht nur, das diese unfähig sind fehlerfrei von Telepromptern abzulesen,

sondern sie sehen auch noch so unglaublich „scheißeschön“ aus.

 

So sehen aus, wie direkt von einem CSD-Umzug eingesammelte Schwuchtelküken,

die anschließend von drittklassigen Maskenbildnern

eiligst in optische Männer verwandelt wurden.

Natürlich geht eine solch oberflächliche Verwandlung in die Hose,

genau wie der Rest ihrer Dünnschiss-Moderation.

 

Und das weilbiche Moderatotionsgesochs

erinnert mich an bewegte Bilder chirurgischer Missglücksfälle.

Viele von ihnen sehen  aus,

als hätte jemand ihre Spachtelfressen

komplett mit Hämorrhoidensalbe eingeschmiert,

damit ihnen der Sekundenglättungseffekt

auch noch den Restausdruck ihrer Persönlichkeit raubt.

Sagte ich Persönlichkeit?

 

Und vor einer jeden Moderation wird den Sprechpuppen

ein Zäpfchen mit flüssigen Ecstasy in den Arsch geschoben,

weshalb sie sogar beim Verlesen tragischer Nachrichten

meist  ausschauen, als könnten sie es gar nicht abwarten,

dass es endlich wieder eine News zum Lachen gibt.

 

O ja, sie sind alle so verdammt gut drauf,

das ich bei ihrem Anblick

zum Selbstmordattentäter werden könnte.

 

Von mir aus können sie dieses ganze Gesocks

medienwirksam in die Kanalisation pumpen

und gegen Sprachcomputer von Fisher Price austauschen.

 

Ach ja, mein Name ist Arne Pahlke

und ihr kotzt mich alle an!   © Arne Pahlke, Februar 2006

 

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