![]() |
|||||||||||
|
Fernsehen & Medien „Hilfe, Schwule in den Medien - und es werden immer mehr!“ Kinder, was haben sich die Zeiten geändert. Man erinnere sich nur an den ersten Kuss zwischen Carsten Flöter und Martin Armknecht in der Lindenstraße. Mein Gott, was hat diese Szene seinerzeit für einen Wirbel losgelöst. Sie musste in der Wiederholung sogar herausgeschnitten werden, weil u.a. die katholische Kirche Sturm gegen diese ihrer Meinung nach unmoralische Verworfenheit lief. Doch zu diesem Zeitpunkt (Mitte der achtziger Jahre) war bereits viel erreicht. Noch in den siebziger Jahren schockierten zwei Filme weitaus mehr. Die filmische Dokumentation "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation in der er lebt" von Rosa von Praunheim (1973) sowie "Die Konsequenz" von Alexander Ziegler (1977) veranlassten den Bayrischen Rundfunk z.B. beide Male dazu sich aus den Programm auszuschalten. Im wahrsten Sinne des Wortes: "finsteres Bayernland". Doch der Herr Programmdirektor handelte sozusagen zeitgemäß. Schließlich galten Homosexuelle damals gemeinhin als Gefahr für die Öffentlichkeit, vor die es die braven Bürger zu schützen galt. Freie Meinungsäußerungen in den Medien über Schwule oder gar von Schwulen galten in diesen Jahren als Tabu. Doch neben den erwähnten Filmemachern gab es weitere Sonderfälle, meist ausgehend von couragierten Einzelpersonenn, wie etwa den Moderator Reinhard Münchenhagen, der in der Sendung "Spätere Heirat nicht ausgeschlossen" (1975) einen Homosexuellen die Möglichkeit offerierte, einen Partnerwunsch via Fernsehen offen auszusprechen. Der aber wohl größte Hammer der siebziger Jahre war eine Titelstory des "Stern", in der sich annähernd siebenhundert Männer offen als schwul outeten. Dies ist bis heute die wohl größte Outing-Aktion Deutschlands, zumindest innerhalb der Medienlandschaft, geblieben.
Und wie sieht es heute aus? Jede Soap beherbergt ihren Quoten-Schwulen und in unzähligen Talk-Shows werden „possierliche Homos“ als Reibepunkte für ein sensationsgeiles Publikum plakativ in Szene gesetzt. Ja, und selbst in den schwachgeistigen Verkupplungsshows dürfen sich Schwule vor einem Millionenpublikum weinend in die Arme fallen und sich ihre Liebe gestehen. Ach, du schöne neue Homo-Fernsehwelt? Wohl kaum! Denn der Homosexuelle dient in den Medien heute vor allem als ein schräges, häufig exotisches und fast immer verzehrt versimplifiziertes Schauobjekt. Und oftmals wird er sogar allein nach diesen Gesichtspunkten ausgesucht und auf die Besetzungscouch gesetzt. Doch es finden sich durchaus vielversprechende Ansätze, wie z.B. das erste schwule (mittlerweile wieder eingestellte) Lifestyle-Magazin („Anders Trend“). Ein Ralf Morgenstern hingegen bestätigt als "liebenswerte quasselnde Kaffetante" das allgemeine Schwulenbild. Wie überhaupt auffällt, dass (zumindest die geouteten) Homosexuellen in den Medien oft irgendwie in die Rolle der Clowns oder Narren (Dirk Bach, Hape Kerkeling etc.) schlüpfen. Etwa deshalb, weil Homosexualität und Ernsthaftigkeit einander (zumindest nach Meinung vieler Programmmacher und Zuschauer) ausschließen? Doch ganz gleich, wohin die Entwicklung uns auch führen mag. Medien Fernsehen, Radio, Printmedien etc. leben schon seit eh und je von der Kreativität unzähliger homosexueller Köpfe - vor wie hinter der Kamera. siehe auch unter: Charley’s Tante Birdcase & Co , Dichter & Dichtung, Bücher, Rainer Werner Fassbinder, Romeo und Julian Talk-Shows (Schwule in), Liebeserklaerungen (oeffentliche), Christopher Street Day, Das Bildnis des Dorian Gray, Foerstermedia, Gay-Community, Guinnes Buch der Rekorde, Konsumverhalten Homosexueller, Werbung & Werbebotschaften, Fernsehen & Medien, Oeffentlichkeit & Gesellschaft,Schwuler Film, Witzfiguren (schwule), Tod in Venedig, Schwulenbewegung (Schwulen-Demos), Love Parade siehe auch unter: prominente Schwule (und Bisexuelle) Alexander der Grosse, Bowie, David, Bach, Dirk, Bacon, Francis, Banneker, Benjamin, Balz, Bruno, B←jart, Maurice, Bebel, August, Berger, Helmut, Biolek, Alfred, Blueher, Hans, Boy George, Burroughs, William S., Chapman, Tracy, Ch←reau, Patrice, Clift, Montgomery, Dean, James, Dee, Georgette, Divine, Eulenberg Hertefeld, Philipp zu, Eichendorff, Joseph Carl Benedict, Ernst August von Hannover, Fassbinder, Rainer Werner, D.A.F., Frankie Goes To Hollywood, Fischer, Tim, Freud, Sigmund, Freud, Sigmund, Friedrich der II (Friedrich der Groe), Gates, Bill, Gaultier, Jean-Paul, Geffen, David, Gildo, Rex, Ginsberg, Allen,Goethe, Johann Wolfgang von, Haarmann, Fritz, Hadrian, Aelius, Haring, Keith, Hermanns, Thomas, Hirschfeld, Magnus, Hood, Robin, Hudson, Rock, John, Elton, Joop, Wolfgang, Kafka, Franz, Kerkeling,ᅠ Hape, Kinsey, Alfred C., Koenig, Ralf, Kuehnen, Michael, Leonardo da Vinci, Lindner, Michaela, Lindner, Patrick, Liberace, Wladziu Valentino, Littmann, Corny, Louganis, Gregᅠ N, Mann, Klaus, Mann, Thomas, Mary & Gordy, Marcus, Juergen, McNally, Terence, Meysel, Inge, Mercury, Freddy, Michael,ᅠ George, Milk, Harvey, Michelangelo, Milk, Harvey, Modern Talking, Morgenstern, Ralph, Navratilova, Martina, Nurejew, Rudolf, Pet Shop Boys, Perkins, Anthony, Phettberg, Hermes, Phoenix, River, Praunheim, Rosa von, Rosenberg, Marianne, Rosenstolz, Reiser, Rio, Runge, Stephan,Rusche, Herbert, Sander, Jill, Sedlmayr, Walter, Shakespeare, William, Stryker, Jeff, Tom of Finland, Tschaikowsky, Peter Iljitsch, Uecker, Georg, Versace, Gianni, Village People, Von Brentano, Heinrich, von Platen, August Graf, Wanders, Lilo, Wieben, Wilhelm, Wowereit, Klaus, Wilde, Oscar |
|||||||||||
![]() |
|||||||||||
|
Sämtliche Einträge in diesem Lexikon wurden von Arne Pahlke verfasst. Und sämtliche durch den Seitenbetreiber erstellten Texte unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jegliche Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechtes (also auch das Übertragen auf die eigene Webseite) bedürfen der schriftlichen Zustimmung von Arne Pahlke. Nutzungen ohne Nennung des Urhebers sind ausdrücklich untersagt! |
|||||||||||