Freigehege gefangener Seele

Arne Pahlke, Juni/Oktober 1998

 

Ich lebe seit kurzem in einem kleinen Freigehege;

nackt, mit Ketten an den Füßen.

Vor mir ein Futtertrog, Gitterstäbe

und ein Eimer, um hineinzupissen.

Etwas abseits, da liegt ‘ne Ladung Stroh,

da zieht’s mich meistens gegen Abend hin.

Ich glaube, früher nannte ich so was „ Klo“.

Doch lag da nicht auch nur Scheiße drin?

Ich kriech’ mich wund und habe Läuse.

Wühl’ mich im Schlammloch. Das tut gut!

Früher, da lebte ich in einem Betongehäuse

und spuckte Tränen, weinte Blut.

Foto by Kovre

 

Heute warte ich nur noch auf mein tägliches Fressen,

und schau’ meinen Pfleger dankbar an.

Ich hab’ schon andere Sachen ausgesessen,

nur fragt mich nicht mehr, wo und wann!

Vor Jahren wurde mir mein Leben unerträglich,

und eines Tages flog ‘ne Sicherung raus.

Seitdem, da sterb’ ich zweimal stündlich,

und fühl’ mich nirgends mehr zu Haus.

Oft zittre ich am ganzen Leibe

und füge mir dann Schmerzen zu.

Verkriech mich in die Dornenzweige

und hör’ verängstigt mir beim Weinen zu.

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werwaswieauchimmerichist, 15 September 2010  verabredung mit dem leben nicht einhalten "einfach" verkriechen einrollen in ein schafwoll bett wie eine mumie, das geht ...

warten auf was = dass nichts passiert  ... wenn ich nichts mit meinem (?) für mein (?) leben tue, kann es nichts werden, kann sich nichts verändern, kann es mir nicht besser gehn

das heisst, meine verabredung mit dem leben nicht einhalten das ist böse, denn es gibt keinen energie- verlust im universum und ich tue schon sehr sehr lange so, als wenn ich in einer warteschleife verweilen könnte  ...wie geht das bei den steinen?  sie sind, aber stellen sie ihr sein in frage?

- und will ich wirklich ein stein sein? ich bin verdammt, mich selbst zu retten und ich will und will es nicht - das ich ist zu zerfleddert... fledermausflatterich  - das nach der mumienstarre raus und shoppen geht...wir krank is das denn? es ändert garnichts...

 

® sämtliche Textrechte liegen bei Arne Pahlke/Wortmutation