Fremdgehen

"Es gibt zu denken, dass in der homosexuellen Szene - also dort, wo Frauen nicht mitzureden haben - die Promiskuität selbstverständlich ist", meint der Sexualwissenschaftler Ernest Borneman.

Soll heißen: Viele Männer gehen fremd, wenn sich ihnen die Möglichkeit bietet. Heterosexuelle Männer würden sich demnach ebenso häufig in fremden Betten oder sonst wo herumlümmeln, wenn es eine vergleichbare Szenelandschaft für sie geben würde. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass in annähernd 1000 Kulturen dem Mann die Polygamie gestattetet ist. Viele Wissenschaftler gehen sogar so weit, und sagen, dass ein Mann gar nicht anders kann und fremdgehen muss, weil er seine Gene möglichst in viele Öffnnungen verschießen will. Doch dessen ungeachtet wird Fremdgehen in unseren Breitengraden selten als Kavaliersdelikt gewertet, sondern es setzt eine Beziehung aufs Spiel.

Aber wann geht man(n) eigentlich fremd? Beginnt das Fremdgehen nicht bereits bei dem bloßen Gedanken an einen anderen Sexpartner?

Auf jeden Fall lassen sich diverse Gründe aufzählen, warum Männer sexuellen Kontakt zu anderen Männern auch während einer bestehenden Partnerschaft eingehen.

So tun es die einen, weil das sexuelle Interesse  an ihrem festen Partner mit der Zeit einfach nachlässt. Es wurde in mehreren Studien und Untersuchungen belegt, dass nach ca. drei bis sieben Monaten bei den meisten Männern der Pegel der sexuellen Begierde innerhalb einer Partnerschaft absinkt.

 

Fremdgehen (Ehebruch) wurde in Frankreich im 19 Jahrhundert hart bestraft

 

Andere Männer sehen im Fremdgehen eine Form der Selbstbestätigung oder aber erhoffen sich davon eine auffrischende Signalwirkung für ihre bestehende Beziehung. Wieder andere müssen fast zwanghaft Fremdgehen, z.B. um sich dadurch das Gefühl zu geben, vom Partner frei und unabhängig zu sein. Und es gibt auch Männer, die ohne erkennbaren Grund fremdgehen - wahrscheinlich wohl nur, um ihre Gene "unters Volk" zu jubeln?

Fremdgeher sind sehr häufig Wiederholungstäter. Ist ein Mann erst einmal in einem fremden Bett aufgewacht, so erhöht sich die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass er dies irgendwann wieder tut, ganz gleich, wie sehr er gegenüber seinem Partner auch beteuert, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt.

Da man(n) um das Problem mit dem Fremdgehen weiß, gehen viele schwule Paare (insbesondere ältere) offen mit dieser Thematik um und gestehen ihrem Partner gelegentliche Seitensprünge zu. Doch dabei gilt fast immer folgende Regel: Tu, was du nicht lassen kannst, nur lass es mich nicht (so genau) wissen!

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