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Gaddafi ist tot – es lebt die Diktatur! ® Arne Pahlke , Oktober 2011
Hurra, Muammar al-Gaddafi ist tot! Wieder ein Tyrann weniger auf Mumu Erde. Ist das nicht schön? Ja, das ist schön! Drum lasst uns alle unsere Freude darüber zum Ausdruck bringen und beflügelt tanzen zu You-Tube-Videos, in denen wir wieder und wieder mit ansehen dürfen, wie dieses dämonische Stück Menschaas von einem nicht minder infamen Gesindel triumphierend und ausblutend durch die Straßen gezerrt wird. Mei, is dös schee, das wir diese Form von ethnischer Reinigung noch miterleben dürfen. Von daher sollten wir dankbar vor unseren Erlösern auf die Knie sinken. Etwa vor diesem tapferen Friedensnobelpreisneger aus Amerika. Wahrscheinlich hat Gott höchstselbst diesen Neger abgeseilt, um die Welt noch besser zu machen, als sie unter George W. Bush bereits war? Scheiße, ist das schön! Die Guten dieser Welt neutralisieren alles Böse; - böse Terroristen und böse Diktatoren und zunehmend auch böses Gedankengut. George Orwell lässt grüßen! Alles wird immer und immer noch besser, weil die Bösen dieser Welt ausgerottet werden. Und so breitet sich dieser allumfassende Demokratieduft mehr und mehr aus - und lullt alles ein, wie ein zuckersüß anheimelndes verheißungsvolles Zyklon-B-Derivat. Und wir verstummen und verdummen vor lauter begaster Glückseligkeit in dieser ach so friedvoll bereinigten Welt, in der ein Diktator nach dem anderen, vor einer sich selbst verschaukelnden Weltöffentlichkeit, gegrillt wird. Der Dunst dieser Welt schmeckt nach Demokratie-Febreze; - nach einem Duftdepot voll von bewusstseinsverätzender Demokratielauge. Und dies sorgt bei den Guten für ein durch und durch haltloses, wohl aber starkes und anhaltendes Gefühl von Zuversicht. Endlich ist dieser Gaddafi-Tyrann tot; - dieser Typ mit der grimmig schiefmäuligen Visage und in seinen hässlich bunten Lumpenroben, der sein Volk in annähernd 40jähriger Schreckensherrschaft unterjochte, ehe endlich die Befreier kamen. Ok ok, sehr viele Mächtige aus Politik, Wirtschaft und Kunst schüttelten diesem Despoten während seiner Amtszeit nicht nur die Hand und posierten nicht nur lächelnd und herzend mit ihm vor den Augen der Welt, sondern hofierten diese Pfeife geradezu, um gute Geschäfte mit ihr machen zu können. Aber hey, im Nachhinein tat man all dies doch nur in Rahmen der Diplomatie; - alles nur in Rahmen der DÄMONkratie-Diplomatie. Drum lasst uns tanzen auf den Kadavern der Tyrannen! Wir befreien uns von allen Diktatoren und feiern gleichzeitig unsere demokratisch frei gewählten Berlusconis, Putins und natürlich unseren Friedenobelpreisneger. Schrieb ich eben tatsächlich etwas von demokratischer freier Wahl? Bitte, bitte, ich brauch` unbedingt noch ‘ne Flasche Lachgas!
Na komm’se, riechen Sie es jetzt endlich auch? Die Demokratie stinkt nicht nach totem Fisch, sondern sie mieft nach einer nie verstummenden pervertierten Lüge! Gestern lispelte Kanzlerin Merkel in meinem Albtraum: „Alles, was ich sage und tue, ist alternativlos!“ Und dazu tanzte dieser abstoßende Berlusconi-Sackhaar-Transplantationsaffe und rührte seine antike Morchel in einer seiner unzähligen blutjungen Bunga-Bunga-Edelnutten. Und Putin stand ganz aufgelöst daneben und heulte wie ein russischer Steppenwolf, weil sein Privatvermögen aufgrund eines Börsenbebens auf gar nur noch lächerliche 12 Milliarden Dollar zusammengeschrumpft ist. „Oh, mein lieber Freund, was soll ich denn sagen?“, entgegnete ihm der Balla-Balla-Presidente, ehe er sein schales Ejakulat absonderte: „Ich habe nur noch knapp 8 Milliarden auf meinen Konten.“ Und dann lachten die beiden Mafiosos und froren mitsamt anderer Gutmenschmachthabern (in eigener Sache) und unter der Mithilfe vieler gutmenschelnder Großbanken die Konten eines weiteren bösen Diktators ein. Ja, so läuft das Spiel: Über Jahrzehnte hinweg macht man lohnende Geschäfte mit eben jenen, die man später als Teufel und Despot verschreit – und teilt anschließend untereinander Öl- und Gasvorräte des zuvor zum Vogelfreien Ausgerufenen auf. Ach, ist die Demokratie nicht eine schöne runde Geschichte? Und dabei ist sie so sternenweit entfernt von einem menschenverachtenden System wie dem einer Diktatur, die sich doch vor allem durch eine einzelne regierende Person mit unbeschränkter Macht auszeichnet. Nein, so etwas gäbe es in unserer Demokratie nicht! Oder etwa doch? Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Aber ich fühle nicht, dass sich die Welt mit dem Tod eines Saddam Husseins oder eines Muammar al Gaddafi spürbar zum Besseren verändert hätte. Sie etwa? Diktatur ist ein Missbrauch von Macht. Und der Kapitalismus ist ein System des Geldes - und Geld ist DAS Allmachtmittel innerhalb ebendieses Systems. Kapitalismus – so wie er sich heute für die Mehrheit darstellt – ist eine Diktatur des Geldes. Und die Mehrheit auf dieser Welt fühlt sich als Opfer dieser Diktatur. Und Diktaturen mitsamt ihren Machthabern gehören doch ausgerottet, nicht wahr, Herr Friedensnobelpreisneger? Ich konnte somit nicht tanzen zu den Bildern eines sterbenden Saddam Husseins oder eines ausblutenden Gaddafis. Was bringen uns denn zwei oder drei gefallene Ratten, wenn doch fast alle Reichtümer und Länder dieser Welt in den Mäulern von mächtigen Ratten sind, die ein Großteil der Bodenschätze und Gelder ebendieser Welt untereinander aufteilen? Ich würde tanzen vor Freude, wenn dieses widerliche System in sich zusammenfiele, in der Milliarden Menschen nur noch um ihr nacktes Überleben kämpfen - allein für eine Handvoll dreckiges Geld - und nicht das Geld für sie arbeitet, wie es einst gedacht war. Ich würde tanzen vor Freude, wenn Milliarden Menschen es endlich nicht mehr hinnehmen würden, dass hunderttausend Putins und Berlusconis mehr verdienen als sie alle zusammen - und das solche Heuchler ihnen dann noch glauben machen können und dürfen, das sie es sind, die die Welt von allem Übel befreien. Wenn diese Gauner die Welt wirklich von Terroristen und Diktatoren befreien wollen, so sollten sie mit gutem Bespiel voran gehen und sich selbst in die Luft sprengen. Und dies am besten in einer der Verwaltungszentralen der vielen Zockerbanken. Was wir brauchen, dies ist Terrorismus als Volksbewegung - Massenterrorismus gegen die Diktatur des Geldes - und zwar weltweit! Und nein, Angela, was ich hier fordere, dies ist - anders als dein Gegluckse, tatsächlich alternativlos! |
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Rob, 21. Oktober 2011 - Hut ab! Wie wahr, diese Zeilen. Und sehr gut geschrieben. Bin ab sofort Fan deiner HP ;-) -- sehen uns in blog.de - Gruss aus Bayern Rob MissPHEKL, 21 .Oktober 2011 - bin bereits seit Wochen hier unterwegs und wollte nur mal D A N K E sagen. ACH JA: Bitte nicht wieder so lange Pause machen!!! :-)))) Wortmutation: Bitte, bitte! Es steht allerdings zu befürchten, dass Herr Pahlke auch in Zukunft dazu getrieben wird, Pausen und Auszeiten zu nehmen. Ich fürchte gar, dass irgendwann mein Tod eine Pause von einer schier unerhörten Länge nach sich ziehen wird. The Educator, 23 Oktober 2011 - Herr Pahlke, wie er leibt und lebt. :-) So kennen wir ihn und so wollen wir ihn. Dieser hervorragende Text animiert mich doch glatt, auch mal wieder einen längeren Beitrag zu schreiben, halt eben ins Forum. Nur schade, daß ich zur Zeit nicht so oft am Computer sitzen kann. Liebe MissPHEKL: Gönnen wir ihm so eine Pause. Sie war eh zu kurz. Bei so einer Tätigkeit kann man leider nicht so einfach auf Knopfdruck ein paar Werke zusammen schustern. Meine Anerkennung, daß sie die Geduld aufbrachten, verehrte Lady. :-) Das nächste mal lade ich sie zu einer Unterhaltung im Forum ein, bis unser Meister wieder kommt. Zum Werk: Sehe das ganz genauso. Von mir aus können sie in den nächsten Monaten noch 500 Bösewichte hinrichten. In der Welt, bei euch und auch in meinem Leben bessert sich deswegen gar nichts. Habe Tag täglich genug mit meinen direkten Umfeld zu kämpfen. Wird den meisten von euch wohl auch so gehen. Und wer auf dieser Welt ein Bösewicht ist, oder nicht, dafür hat jeder von uns sowieso seine eigene Maßlatte, wenn auch meist heimlich für sich. Übrigens, wenn jeder von uns hier Anwesenden, 20 Menschen aus seiner Umgebung zum Terrorismus rekrutieren würde, sowie diese 20, wiederum weitere 20, usw. Dann wären in kurzer Zeit WIR die Jocker !!! :-) Muß wohl auch in diesen Punkt mal wieder mit gutem Beispiel voran gehen. Wetten, daß dieser Abschnitt gelöscht wird? :-) Wortmutation: Also, von mir wird hier nix gelöscht! Nicht mal einige alte Beiträge von mir, für die ich mich heute (mehr oder weniger) schäme. Shaun, 28 Oktober 2011 - Danke, Arne! Sobald man einen Durchschnittsbürger nur etwas zum Denken zwingt, würde er Dir zustimmen. Weil eben nichts besser wird, wenn man jemandem, mit dem man jahrelang gute Geschäfte gemacht hat, mal eben zur Inkarnation des Bösen erklärt und umlegt. Wortmutation: Hallo Shaun! Schön, mal wieder von Dir zu “hören”. |
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® sämtliche Textrechte liegen bei Arne Pahlke/Wortmutation |
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