Gehirnakne

Arne Pahlke, März 2009

 

Ich trinke Rot

und esse Grau.

Denk infrarot

und träum den Gau.

Ich schlucke Schwarz

und atme schief.

Riech die Farce

und lach kursiv.

 

Sterb exklusiv;

allein für mich.

Ganz selektiv;

ein kurzer Stich.

Mitten hinein

ins kranke Hirn.

Die Höllenpein;

sie hat mich gern.

 

Rosarot

lockt mich der Tod.

Mäusegrau

hock ich im Bau.

Vergieße Blut

in kunterbunt,

denn Farbskorbut

ist ungesund.

 

Töte weiß;

leb transparent.

Schrei im Kreis,

doch nur dezent.

Ich faule froh;

reif minutiös.

Mein Diabolo

zürnt bitterbös.

Gehirnakne

Ich schneide mir

aus Altpapier

dreizehn Gläser

Weizenbier.

Ich tanke Zorn

aus fremder Wut.

Mein Herz, ein Dorn,

ein „Tut-nicht-gut“.

 

Ich wichse tief.

Ich hör verquer.

Ich lese schief.

Ich schlucke Teer.

Ich grinse Trauer;

schadenfroh.

Spuck Hagelschauer

ins Nirgendwo.

 

Mein linkes Ohr -

das wär gern Bein.

Im Korridor

wär’s gern allein.

Ohne Ton

- einfach stumm.

Asynchrom

als Unikum.

 

Ich färbe gern

Gerüche ein.

Leb intern

und such mein Sein.

Schaue mir

beim Faulen zu.

Spiel Fakir

und blinde Kuh.

 

Ich frier mich heiß.

Ich kotz mich schön.

Und kreideweiß

rülps ich obszön.

Ich bin genial

und strapaziös.

Schweig vertikal

und komatös.

 

Ich trinke mir

die Hoffnung matt.

Bin Passagier

nach Narrenstadt.

Ich tausche nervöse Spinnereien

gegen böse böses Zimmereien.

Die ich mein Hirn

verrühr.

Meine Denkerstirn

spielt Tür.

Sie müssen mich

ja nicht verstehen.

Doch versehentlich

kann es geschehen.

Dann halten sie

die Luft schnell an,

damit ich sie nicht beirren kann.

Ja, halten sie die Luft schnell an,

damit ich sie ja nicht streifen kann.

 

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