Gehirnficker

Arne Pahlke, Januar 2009 (letzte Überarbeitung Januar 2010)

 

 

Es fickt uns täglich, minütlich, sekündlich.

Ganz genüsslich, diktatorisch gründlich.

So wunderbar primitiv-pedantisch gehirngefickt.

Oh nein, wir sind kein Missgeschick; 

- wir sind nur lebenslänglich gehirngefickt!

 

Schon frühmorgens fungiert unser Radiowecker

als Black & Decker

fürs unsere Denkzentrifugen.

 

Der Mensch als manipulierbare Hure,

als formbares Fundament für Werbeinseln.

Die Gehirnficker bepinseln

unsere Denkschablonen

und  bewohnen

uns gleich den Mietnomaden.

 

Und all unsere Hasstiraden verhallen in dem Nichts,

in dem wir betäubt umhertreiben wie abgestorbene Frühlingsknospen

in einem künstlich erzeugten Dezemberregen.

Sie bleiben immer da und lassen sich durch nichts vertreiben.

 

 

Sie zerreiben unsere Individualität.

Sie setzen unsere Entscheidungsfreiheit auf Crash-Diät,

die niemals innehält.

Und unsere  Freiheit verjährt  bis hin zur chronischen Infantilität.

Für die meisten ist ohnehin bereits zu spät!

 

Individualität gibt es nicht am Schnellimbiss um die Ecke.

Und unsere Persönlichkeit ist keine Zecke,

die uns nur als ihr Wirt missbraucht.

Individualität ist ein apartes Haus.

 

 Persönlichkeit wird bei guter Pflege

zu einem uneinnehmbareren Schutzraum

gegen den allerorts grassierenden Albtraum der Gehirnficker.

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