Geld, Geld, Geld

Arne Pahlke, Sommer 1995

 

Geld, Geld, Geld -

du uns gebührende Illusion,

du unser aller Lohn für Schweiß und Arbeit.

Schmieriges, verdrecktes,

blutbeflecktes Notengift.

Du heilige Schrift

der Endzeit.

 

Du heiß umworbenes Gehalt,

welches sich charakter- und seelenlos

zur Geltung bringt.

 

Geld ist inkompetent,

leicht zu bestechen,

stets spekulativ und enthemmt,

und von fragwürdiger Sicherheit.

 

Foto by  Carolus Ludovicus

 

Geld, Geld, Geld, Geld -

Potenz, Prunk, Pomp, Pracht.

Es wird Nacht

über Deutschland;

eine wohlsituierte, liquide

scheinheilige Nacht.

 

Verzinste Schuldigkeit, die spekulativ,

ein lukrativer Rohstoff wird.

Das Darlehen nährt und fastet

den Besitzlosen.

 

Prozente und Rabatte;

eine zivile Attrappe,

die wie bestellt,

Menschlichkeit zum Besten hält:

 

Die Weltbank gibt sich kulant.

Wachstumsraten gehen in die Produktion.

Doch den wahren Wert des Geldes

spiegelt uns vor allem die Inflation.

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