Gen-Food-Swarm

® Arne Pahlke, Juni 2011

 

 

Insektizide,  Herbizide, Fungizide, Akarizide, Dioxine

Acrylamide,  Nitrate und  Furane.

All diese uns aufgenötigten Zusätze haben wir überlebt.

Naja, mehr oder weniger …

 

Doch dann überschwemmten sie die Welt mit ihrem designten Gen-Food,

mit ihren transgenen Sojabohnen und mutierten Reiskorngut.

 

Sie frisierten den Code von Tomaten, um ihnen  einen besonders  kauffördernden Rotton zu verpassen und obendrein länger haltbar zu machen. Sie “pflanzten” Insektizid-Gene ins Erbmaterial von Baumwolle und Raps ein. Und sie schufen Nutzpflanzen, den selbst hochgiftigste Pestizide nichts mehr anhaben konnten. 

Und bei alledem, was sie taten,  wussten sie letztlich nie wirklich, was sie taten. Sie verhielten sich vielmehr wie bauernschlaue Kinder, die irgendwo Milliarden von Legosteinen gefunden hatten. Und so bauten sie einfach drauf los, - veränderten DNA-Sequenzen in Reagenzgläsern oder setzten DNA-Stränge gleich komplett neu zusammen, so als würden sie einen Legostein auf den anderen setzen.

„Lasst uns ein riesengroßes Schloss bauen“, riefen sie entzückt.

Und sie bauten viele riesengroße Schlösser,-  Traumschlösser aus lebenden Organismen.

Doch was sie bei all ihrem kindlichen Schöpfereifer aus ihrem Bewusstsein verdrängten, war, dass sich selbst der einfachste lebende Organismus komplexer verhalten kann, als es die ausgeklügelsten Denkmodelle der fähigsten Molekularbiologen je vorhersagen  könnten.

Lebende Organismen lassen sich nicht wie Traumschlösser endlos hoch in den Himmel bauen! Keine Wirkung ohne Nebenwirkung! Kein Doping, für das man nicht in irgendeiner Weise bezahlen muss!

 

Gen-Food-Swarm

 

Aber versuchen Sie mal kleinen Kindern, die in einer riesengroßen Sandkiste Luftschlösser bauen, davon zu überzeugen, dass sie diese nicht immer weiter in die Höhe bauen dürfen, da diese ansonsten einstürzen. Die Kinder werden nicht auf Ihren gut gemeinten Ratschlag hören. Sie werden so lange weiter an ihren Traumschlössern bauen, bis diese in sich zusammenfallen. Und dann werden sie dastehen mit ihren erstaunten unfertigen Gesichtern und sich ihre dreckig gemachten Hände vor die Augen halten.

„Wie konnte das nur passieren?“, werden sie sagen und: „Das haben wir nicht gewollt“.

Und die kleinen Kinder in der Sandkiste würden genauso dumm dastehen, wie es die großen Kinder aus den Gen-Food-Laboren getan haben, nachdem ihr großes und göttergleiches Freilandexperiment  außer Kontrolle geraten ist.

Wie konnte das nur passieren?

Ja, wie?

Wie konnte es sich nur zutragen, dass die genmutierten Organismen sich  über kurz oder lang mit nicht genmanipulierten  Organismen vermengten und daraus neue Mutationen resultierten, die das ökologische Gleichgewicht aus den Fugen hoben?

Das war doch nicht absehbar!?

Und natürlich hat es niemand vorhersagen können,  das die Insekten, die ihrer Nahrungsquellen beraubt wurden, Überlebensstrategien entwickelten. Dass sich z.B. bei einigen von ihnen  Resistenzen herausbildeten, die sie weitervererbten, sodass die Zahl der resistenten Tiere stetig anwuchs. Und nebenbei wurden die Schädlinge nicht nur immer resistenter gegenüber dem Insektizid-Genen, sondern sie wurden generell immer widerstandsfähiger  - und größer und gefräßiger. 

Daraufhin kreieren die  zunehmend panischer werden Food-Designer immer neue  Saatgutmutationen; - garniert mit immer wirrer klingenden Versprechungen. Und so entbrannte ein Wettrüsten; - allerdings eines, welches nicht irgendwann -  im Sinne der Vernunft – mehr zu stoppen gewesen wäre.

Wussten Sie eigentlich, dass ein einziger Heuschreckenschwarm aus mehr als einer Milliarde Tiere bestehen kann, und jede Heuschrecke dazu imstande ist, ihr eigenes Körpergewicht an Nahrung pro Tag zu vertilgen?

Und ich rede von damals, als das ökologische Gleichgewicht noch nicht aus den Fugen gehoben war und die Heuschrecken noch viel kleiner und weniger gefräßig waren und man ihnen noch relativ gut mittels Insektiziden beikommen konnte.

Hören Sie eigentlich auch dieses schrille und immer näher kommende Getöse am Himmel?

 

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Shaun, 22 Juni 2011 - Ja, ich höre es auch. Vielen Dank für diesen Text, aber zum Glück ja reine Fiktion, dass sich die Gene von Organismen anders als ohne Einflüsse verändern, weil MenschGott seinen Spieltrieb nicht unter Kontrolle hält, ist bekanntlich undenkbar.......

Wortmuation: Hi Shaun! Schön, Dich zu lesen. Ich will ja gar nicht so oft den Teufel an die Wand malen; - aber in meinem bisherigen Leben habe ich gelernt, das alles seinen Preis hat. Nimmst Du Drogen und fühlst dich dadurch heute wie Gott, fühlst du dich morgen wie ein Bettler. Doping bei Spitzensportlern ist  für mich z.B. sehr gut mit gewinnoptimierender Bioenergetik vergleichbar. Spitzensportler bzw.  GEN-Nahrungsmittel werden optimiert,  leistungs- und widerstandsfähiger gemacht – daraus resultieren z.B. bessere Zeiten bzw. höhere Erträge. Jedes Doping bei Menschen birgt aber immer auch gesundheitliche Risiken, weil man dem Körper etwas abverlangt, worauf er so – von der „Schöpfung“ nie ausgelegt war. Und bei Gen-Food wollen uns die Produzenten nun  weismachen, dass man gefahrlos (ohne Nebenwirkungen) die Natur manipulieren kann.  Die  Scharlatane wollen uns ja sogar einreden, dass  man Felder mit genmanipulierten Saatgut nur weit genug  von Feldern mit nicht genmanipulierten Saatgut anlegen muss, um auf der sicheren Seite zu sein.  Diese Annahme ist für mich so irre,– da kommen selbst meine irrsinnigsten Texte aus der Klapsmühle-Abteilung nicht mit.

Konkalit, 26 Juni 2011 -Aber im Grunde genommen wissen die ganzen klugen Leute und Eierköpfe immer noch nichts wesentliches. Sie werden nie die Natur und ihren Nutzen wirklich kopieren und die echte Natur damit nutzlos machen können. Es existieren immer noch soviele unentdeckte Wunder und Einmaligkeiten doch wir wissen das alle leider wenig bis gar nicht zu schätzen.

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