Genormte Form vom Leben

Arne Pahlke, 1991

 

Flüchtige Auspuffgase steigen uns zu Kopf

und Schwefelsäure schnürt uns den Hals.

Radikale Masseteilchen legen uns an den Tropf

und das Leitungswasser schmeckt irgendwie nach Salz.

 

Es brennt das Chlor in unseren Augen

und am Himmel ziehen saure Wolken herbei

Tote Flüsse überschäumt von Seifenlaugen.

Phospate, welch höhlenmenschliche Schönfärberei.

 

Leben, modelliert nach kapitalistischen Bezügen.

Treibhausgase vernebeln uns zunehmend den Verstand

Wir strafen uns täglich aufs Neue lügen.

Wir, das göttliche Geschöpf, das sich selbst verbannt.

Genormte Form vom Leben

Natur wird achtlos wegradiert.

Nur noch Smok hält unsere Autobahnen frei.

Aber, ach, es wird ja noch Naturwissenschaft studiert.

Doch die Luft und unsere Gemüter sind voll von Blei.

 

Mikrochips führen uns den digitalen Irrweg

Wir denken nur noch von hier bis an die Tür.

Und fragt man, warum es ständig nur so weiter geht,

so hört man meist: „Was kann denn ich dafür?“

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