Geschichte der Homosexualität

Zu allen Zeiten gab es homosexuelle Männer, die Geschichte geschrieben haben. Und somit ist die Homosexualität natürlich auch ein Teil der Menschheitsgeschichte.

Gleichgeschlechtliche Neigungen sind bereits seit der Antike bekannt und man kann davon ausgehen, dass es sie auch schon lange Zeit davor gab. Und es wissen in diesem Zusammenhang wohl nur die wenigsten Menschen, dass z.B. der so häufig verwendete Begriff der platonischen Liebe, der tiefen Zuneigung Platons zu einem seiner jungen Schüler entsprungen ist.

 

Homosexualität im alten Ägypten

Homosexualität im alten Ägypten

 

Überhaupt waren im alten Griechenland sexuelle Beziehungen zwischen Männern und Knaben an der Tagesordnung. Zu jener Zeit taten die jungen Männer das, was heute vor allem viele Frauen zu tun pflegen, wenn sie gesellschaftlich vorankommen möchten oder abgesichert sein wollen - sie lassen sich auf eine Beziehung zu einem älteren Mann ein. Solche Verhältnisse endeten stets mit dem Erwachsenwerden des Knabens.  Ursache dieser Knabenliebe war das damalige Schönheitsideal der Griechen, dass jugendlich-knabenhafte Körper als besonders begehrenswert darstellte.

 

Akhilleus_Patroklos

Homosexualität im alten Griechenland - Akhilleus & Patroklos

 

Im antiken Rom wurde die Päderastie ebenso toleriert, wenngleich sie dort weit weniger verbreitet war. Dieses "griechische Modell" hielt sich bis etwa ins 2. Jahrhundert nach Christus.

Mit der Geburt des Christentums vollzog sich ein Wandel. Als etwa im 4. bis 5. Jahrhundert die Sexualität auf die Ehe beschränkt wurde, war dies gleichzeitig das Ende der „offen“ ausgelebten Homosexualität. Von da an wurde sie unter Todesstrafe gestellt.

Gleichgeschlechtlichkeit wurde im Mittelalter mit Ketzerei, Teufelsbe-schwörung oder  Sodomie gleichgestellt und Schwule wurden nebst Hexen auf Scheiterhaufen verbrannt oder aber anders hingerichtet.

Die Kirche trug einst wie auch heute  ein hohes Maß an Mitschuld an der unmenschlichen Haltung, Diskriminierung, Folterung und  Hinrichhtung von Homosexuellen. Der Geschlechtsverkehr  ist in der christlichen Religionslehre (etwa im Unterschied zum Hinduismus) nur dann akzeptiert, wenn er in der Ehe stattfindet und der Erzeugung von Nachkommen dient. Erst mit der Epoche der Aufklärung, zur Zeit der Französischen Revolution, begann man vielerorts umzudenken. Nicht aber die katholische Kirche. Doch da diese in immer mehr Teilen der Welt von ihrer einstigen Macht einbüßte, konnte sich dieser weltweite Aufklärungs-Prozess dennoch festigen.

Nun galt Homosexualität vielerorts nicht mehr als Verbrechen und Sünde, sondern “nur” noch als Krankheit, die es zu behandeln galt. Erst Österreich machte im Jahre 1787 diesem barbarischen Vorgehen ein Ende und sprach fortan keine Todesurteile auf gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen mehr aus. Und als Erstes deutschsprachiges Land hob schließlich die Schweiz die allgemeine Strafbarkeit homosexueller Handlungen auf, während noch zur selben Zeit in Deutschland unzählige Schwule auf Grund ihrer Neigung ihr Leben lassen mussten.

Ab dem 19. Jahrhundert begann man die Sexualität eingehender zu studieren - wobei auch die Homosexualität zu ihrem Namen kam, der allerdings sogleich mit dem Stigma einer Geisteskrankheit behaftet wurde. Hunderttausende Homosexuelle versuchte man mittels Medizin und Psychiatrie wieder zu Heterosexuellen zu machen, was Kerkerstrafen und mitunter auch Todesstrafen (Selbstmord) gleichkam.

 

Homosexualität im Dritten Reich:

In den Jahrzehnten vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten baute sich innerhalb Deutschlands eine kleine schwule Szenelandschaft auf. Durch die Machtergreifung veränderte sich die Situation der Homosexuellen drastisch. So wurde im Jahre 1933 das Lebenswerk von Magnus Hirschfeld zerstört und seine Bücher öffentlich verbrannt. Nach dem allgemein so benannten "Röhm-Putsch" im Juni 1934 setze  die gezielte Verfolgungen und Bestrafungen von Homosexuellen ein. Im Jahre 1935 wurde der berüchtigte Paragraf §175 stark verschärft; und durch einen weiteren Zusatz wurde der Homosexuelle sozusagen als Staatsfeind geführt. Alsdann brachen die Zeiten der „Rosa Listen“ an und eine fürchterliche Schwulenhetzjagd begann, die für viele Homosexuelle in Zuchthäusern und Konzentrationslagern endete. Als Grund für eine Einweisung hieß es meist nur lapidar: "Auf Grund nachgewiesener Homosexualität erscheint eine Unterbringung in einem KZ dringend erforderlich." Viele Homosexuelle nahmen sich zwischen 1933-1945 aus lauter Angst vor Entdeckung, Folterung und Verhaftung selbst das Leben, was Teil des perversen "Säuberungsvorhabens" des Hitler-Regimes war. 

 

Mit dem Rosa Winkel wurden Homosexuelle in Konzentrationslagern gekennzeichnet

 

Gleichgeschlechtliche Neigungen wurden unterdrückt, Scheinehen eingegangen und homosexuelle Vergangenheiten geleugnet.  Mit Kriegsbeginn verschlimmerte sich die Situation von Homosexuellen nochmals. Kam es zuvor noch, nach so genannten "Umerziehungsmaßnahmen" zu Entlassungen, so war dies nach 1939 nicht mehr der Fall.

Mit folgender Anordnung fällte Himmler das Todesurteil ungezählter Homosexueller: "Ich ersuche, in Zukunft alle Homosexuellen, die mehr als einen Partner verführt haben, nach der Entlassung aus dem Gefängnis in polizeiliche Vorbeugungshaft zu nehmen", was nichts anderes als die Überstellung in ein Konzentrationslager bedeutete.

 

siehe u.a. unter: Rosa Liste, Rosa Winkel, Konzentrationslager, Tiersexualitaet  (Homosexualitaet in der Tierwelt), Aidshysterie, Amnesty International, Das Bildnis des Dorian Gray, Elektroschocks, Freud, Sigmund , Kirche  (katholische), Bibel,GottHirschfeld, Magnus, Homosexualitaet im Judentum, Paragraf 175,Psychiatrie und Homosexualität, Griechenland, Phallussymbole & Phalluskult, Reinkarnations-Theorie, Todesstrafe wegen Homosexualitaet, Zukunftsaussichten & Zukunftsaengste

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