Geschwister

Arne Pahlke, November 1997

 

Mein eigenes Blut kommt mir fremd und erkaltet vor.

Sie sind mir planetenfern, meine Schwestern und Brüder.

Immer leiser streifen ihre Namen noch mein Ohr.

Und ihr eigenes Leben zieht fern an mir vorüber.

Geschwister

Wir sind geworfen aus demselben Mutterschlund.

Wir haben gesaugt von derselben Mutterbrust.

Wir grasten einst von demselben Weidegrund

Wir schlangen gierig unseres Bündnisses Verlust.

 

Heute erleben wir unser Schicksal voneinander getrennt

und unsere Kindheit liegt in der Vergangenheit zugefroren.

Wenn ich euch heute sehe, seid ihr mir fremd,

als wären wir am Ende gar nicht alle in diesem einen Nest geboren.

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