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Heute hingegen, wo sich Jugendliche ihre Sinne vor allem via Internet binnen kürzester Zeit veröden lassen können, mag es für viele Teenies befremdlich bis belustigend klingen, wenn ich schreibe, dass das Anschauen dieses ersten Teils seinerzeit für viele männliche Jugendliche eine der größten “visuellen” Herausforderungen und Mutproben darstellte. Und man durfte sich anschließend zu den ganz harten Burschen zählen, wenn man die komplette Laufzeit durchgehalten hatte, ohne dabei einmal wegzugucken. Das dieses Durchhalten am Ende weit weniger mit Männlichkeit und Härte zu tun hatte, als dass es ein typisches pubertäres bis jungmännliches Gehabe und Getue war, wollten und konnten wir natürlich nicht als Grund akzeptieren. „Boah, was bin ich doch für ein hartes kleines Kerlchen. Ich ziehe mir diese Ekel-Doku rein und lache in Gesellschaft anderer Jüngelchen hohl zum realen Todeskampf von Menschen.“ Wobei ich an dieser Stele einwerfen möchte, dass in sämtlichen sechs Teilen dieser Doku-Reihe immer auch Szenen enthalten waren, die nicht authentisch/real waren. So war im ersten Teil z.B. jene Szene komplett gestellt, in der zwei Pärchen in einem Restaurant den Schädel eines in einer kleinen Vorrichtung fixierten Affen einschlugen, um anschließend sein Gehirn zu verspeisen. Allein die Art, wie Pathologe Dr. Francis B. Grös zu Beginn des Films mehrfach mit weit aufgerissenen Augen in die Kamera glotzt und dazu spricht, als wäre er von einem Dämon besessen, lässt sofort daran zweifeln, es im weiteren Verlauf mit einer wertvollen Dokumentation zum Thema Tod zu tun zu bekommen. Sämtliche Teile dieser Reihe bieten letztlich nichts weiter als Aneinanderreihung von Bildern, die das Thema Sterben und Tod in allen nur erdenklichen Varianten voyeuristisch ausschlachten. Ich habe zuletzt vor ungefähr sieben Jahren kurz in einen der neueren Teile (4-6) hineingesehen und nach etwa 15 Minuten ausgemacht. Ich tue mir solche Machwerke heute nicht mehr an. “Wozu?”, fragte ich mich. Ja, wozu? Was mich an den Faces-of-Death-Dokus heute vielleicht am meisten stört, ist dieses fast schon erbärmliche Vorführen der Opfer. Für mich hat dies etwas von einer widerwärtigen Trophäenjagd- und Schau. „Guck mal hier! Geil was? Komm, einen hab ich noch! Willst noch jemanden beim krepieren zuschauen? Ok, der nächste Clip ist echt cool“.
- eine von mehreren gestellten Szenen -
Ich kann allerdings den Reiz dieser Reihe aus eigener Erfahrung nachvollziehen, den diese vor allem auf männliche Jugendliche und junge Männer ausübt. Und mir ist auch bewusst, dass viele Jugendliche „Faces of Death“ (so der Originaltitel) eher als einen harten Horrorfilm wahrnehmen, denn als Filmmaterial, dass tatsächlich sterbende Menschen zeigt. Wenn dies junge Menschen so sehen, erfüllt mich dies nicht mit Unbehagen. Unbehagen macht sich nur dann in mir breit, wenn ein Mann meines Alters (Baujahr 1967) sich solche Pseudo-Dokus immer noch auf diese eine Weise anschauen würde, wie es viele Jugendlichen tun. Erst dann würde ich mir unweigerlich die Frage stellen, in welchem Maße (und ob überhaupt) bei diesem Mann ein moralisch ethischer Reifungsprozess stattgefunden hat. Warum schickt man in Kriegen und militärischen Konflikten wohl überwiegend junge Soldaten an die Front? Doch nicht etwa deshalb, weil diese körperlich durchschnittlich 10% leistungsfähiger sind als ein Dreißigjähriger. Man favorisiert sie, weil sie dem Töten skrupelloser gegenüber stehen; - es weniger/oberflächlicher hinterfragen. Viele junge Männer halten sich überdies für unsterblich und unkaputtbar; - und auf ähnliche Weise nehmen sie häufig derartige filmische Darbietungen wahr. Als wäre dies alles nur ein cooler Splatter-Video. Ihnen fehlt oft einfach die Reife, würdevoller mit einer solchen Thematik umzugehen. Viele sehen/fühlen nicht einmal einen wirklichen Unterschied zwischen einem Film- und einem realen Opfer. Wäre diese Doku-Reihe anders aufgebtaut – und damit meine ich vor allem würdevoller und ernsthafter, dann wäre sie für mich erträglich. Es sind nämlich nicht die z.T. schrecklichen Aufnahmen (so kann der Tod nun einmal aussehen), die mich anwidern.
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Konkalit, 17 Januar 2010 - die Faces of Death-Reihe ist schon eine ziemlich beschissene, insbesondere die welche später kamen, z.b die 2000er. Dennoch habe ich bei gewissen Sequenzen eine Genugtuung empfunden, z.b bei dem Idioten welcher dem Bären mit seiner Kamera zu nahe kommt.... aber bei der Affensequenz hätt ich auch auf Real getippt, dafür habe ich bei anderen Szenen gedacht sie wären gefaket, z.b der Typ welcher auf dem elektrischen Stuhl grillt... |
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