Gestern beim Discounter

 

Gestern fand mein allwöchentlicher Großeinkaufstag bei einem der monströsen Lebensmitteldiscounter statt.

Jawohl, ich kaufe regelmäßig bei den kostengünstigen Lebensmittelketten ein, die vor allem junge Frauen in Anstellung haben. Und dies ist so, weil diese sich in der Regel besser knechten lassen. Entschuldigung, ich meine natürlich, da junge Frauen sich vorteilhafter ausbilden und führen lassen.

Und was soll man dagegen einwenden? Denn auf ebendieses Auswahlverfahren greifen wir Männer doch selbst auch nur allzu gern zurück. So bevorzugen wir Männer doch nicht nur deshalb junge Frauen, weil diese  eine straffere Haut und festere Titten  bieten. Sondern wir Männer favorisieren junge Frauen auch deshalb, weil diese oftmals dieses einfältige Naturell ihr Eigen nennen;  - diese uns sehr  bekömmliche „Ich-tue-alles-was-du-mir-sagst-Bückhaltung.

Tja, und Discounter und Drogerieketten sehen das halt ähnlich. Und so ein 17jähriges gehemmtes Mäuschen mit einem prunklosen Hauptschulabschluss und arg reduziertem Selbstwertgefühl lässt sich eben tatsächlich viel leichter formen.

Dies erreicht man z.B., indem man solchen Mädels ständig ein schlechtes Gewissen suggeriert: „Du blöde Schlampe. Es fehlen 5 Cent in deiner Kasse. Das setzt eine Abmahnung, du minderbemittelte Fotze. Es sei denn, du schiebst in den nächsten 6 Monaten jede Woche mindestens 10 unbezahlte Übersunden.“

„Ja, Chef ...mach ich Chef … bitte nicht schlagen …!“ WOW! Von solchen Sklavenbitches kann man als Chef doch nur träumen.

Und was glauben sie, warum ich mir nur noch junge Mädels für eine Beziehung suche? Ich will keine gleichwertige Partnerin. Ich will eine saublöde gutaussehende Sklavin für meinen Spaß. Suche ich hingegen eine geistreiche Unterhaltung, führe ich ohnehin lieber Selbstgespräche.

Diese jungen Dinger kann man behandeln wie den allerletzten Dreck. Und damit nicht genug. Man kann die Mädels sogar noch dafür beschimpfen, dass sie sich wie der letzte Dreck behandeln lassen. Das ist doch grandios, oder? Und dafür entschuldigen sich diese Bratzen sogar noch bei dir. Denn sie sind wirklich so selten dämlich, wie in den primitiven von Sonderschülern leidlich gereimten Hip-Hop-Texten besungen.

„Sorry Chef, es tut mir echt leid, dass ich eine so ein dumme Schlampe bin und sie mit meiner Anwesenheit belaste.“

„Ok, du dummes Stück. Dann streng dich in Zukunft gefälligst mehr an, sodass aus dir noch eine lohnende Arbeitskraft wird!“

Das zieht! Glauben sie mir!

Genauso funktioniert das Discounter-Angestellten-Prinzip. Und eine vornehmlich auf Sex ausgerichtete Proll-Bitch-Beziehung funktioniert wiederum  ähnlich eines Discounter-Angestelltenverhältnisses. Und das Discounter-Angestellten-Prinzip funktioniert auch deshalb so grandios, weil es dermaßen viele dumme Mädchen gibt, dass man diese einfach ohne viel Aufwand ersetzen kann, falls sich doch einmal eine von ihnen dazu erdreistet Widerspruch zu leisten. 

Na ja, auf jeden Fall war ich gestern bei meinem wöchentlichen Großeinkaufstag bei einem dieser Discounter unterwegs. Und während ich den Akt des Einkaufens noch einigermaßen erträglich finde, erwartet mich die Tortur regelmäßig am Ende meines Einkaufs – an der Kasse. Ich habe keine Angst vor Schlangen. Nicht einmal vor einer schwarzen Mamba. Ich würde mir so ein possierliches Tierchen sogar anal einführen lassen. Solch eine Aktion hätte wenigstens Biss. Außerdem bin ich für jede tiefgehende Erfahrung offen. Aber an/in einer Kassenschlange zu stehen, dies macht mir Angst.

Als ich mich deshalb am Ende der Kassenschlange eingefunden hatte, krallte ich mich erfüllt von Fluchtimpulsen an meinem Einkaufswagen fest. Direkt vor mir wippte eine dieser fetten Frauen, der man eigentlich nichts Böses wünscht, außer vielleicht eine Herzverfettung inklusive tödlichem Herzinfarkt. Und direkt neben ihr wippte ihr superfettes Balg.

 

Foto von Gabi Schoenemann (pixelio)

 

Ich weiß ja nicht, wie es ihnen geht. Aber wann immer ich in einem Lebensmittelgeschäft an einer Kassenschlange stehe und vor mir eines dieser dicken menschlichen Gebilde erspähe,   so schaue ich automatisch in den Einkaufswagen dieser Person und addiere Kalorien und Fettmenge der darin enthaltenen Warengüter. Und irgendwie liegen mir dann nicht selten Sätze auf den Lippen wie z.B.: „Du alte fette Sau. Sowas kommt von sowas! Und vor deinen Freunden und Bekannten jammerst du bestimmt ständig herum, dass du allein vom Anschauen von Süßigkeiten und fettem Fleisch zunimmst. Tatsächlich wirst du  schwaches Stück Mastvieh allein deshalb immer fetter, weil du all diesen Dreck täglich in dich hineinstopfst, der dort in deinem Einkaufswagen liegt.“

Ich sagte aber nichts von alldem sondern grinste die Fettbacke nur freundlich an, als sie sich begleitet von diesem asthmatischen Fettwanst-Diabetiker-Keuchen in meine Blickrichtung drehte. Allerdings ließ ich es mir nicht nehmen, mir dabei vorzustellen, wie viele hungernde Kinder in Südafrika man wohl satt bekommen würde, wenn man ihren dicken Klumpen Sohn dort als Mastspanferkel verfütterte. Ich finde es legitim sich so etwas bildhaft vorzustellen. Ich meine, wenn man als Kind schon so fett ist, endet man als Erwachsener als unkalkulierbarer Kostenfaktor fürs allgemeine Gesundheitswesen.

Kaum hatte ich mich von dem Anblick der beiden Kolosse erholt, fiel mir ein ausgemergelter Mann mittleren Alters ins Auge. Unruhig tippte dieser auf seinen stockdünnen Beinen hin und her, als müsse er dringend urinieren. In seinem Einkaufswagen lagen neben einigen billigsten Grundnahrungsmitteln einige Flaschen Wein. Und diese hatte der Mann sehr verschämt nach unten gepackt, damit der übertriebene Alkoholkonsum nicht sofort jedem ins Auge sticht. Der Mann erinnerte mich an eine jener traurigen Gestalten, wie man sie zuhauf in Plattenbauten oder auf einem Flur eines Sozialamtes findet. Oder auch in einer dieser Talkshow, in denen sich hauptsächlich Hartz-4-Empänger, verblödete Hausfrauen und Alkoholiker tummeln. Ich wollte mich gerade angewidert von dem Mann abwenden, als ich bemerkte, dass ich die ganze Zeit in mein Spiegelbild geschaut hatte. Mit zittrigen Händen begrub ich einen der herausragenden Weinflaschenhälse unter einem Beutel Kartoffeln. Scheißwelt!

Dann endlich konnte ich meine Ware auf das Kassenband legen. Doch vor mir standen noch zwei Jugendliche mit Migrationshintergrund. Ist das nicht ein wundervolles neues pseudointellektuelles Wortgebilde?  Vor allem für all jene, die z.B. nicht mehr in aller Öffentlichkeit durch Wörter wie Scheißtürke oder blöder dummer Pole auffällig werden wollen?   Wenn uns Jugendliche mit Migrationshintergrund auf dem Gehweg entgegenkommen, dann wechseln wir zwar nach wie vor die Straßenseite. Aber wir tun das nicht mehr, weil es z.B. versoffene dumme aggressive Russenteenboys sind. Sondern es ist allein der Migrationshintergrund, der uns zaudern lässt. Das klingt doch alles direkt viel toleranter und weltoffener.

Auf jeden Fall versuchten der junge Türke, der sich ständig an seine Eier grapschte, sowie der debil grinsende Polenboy, so etwas ähnliches wie eine Konversation zu führen.  Allerdings war dies selbstredend ein Ding der Unmöglichkeit, da beide unter einer schweren Sprachbehinderung litten, für die man übrigens einfach nur fünf Jahre eine der deutschen Hauptschulen besucht haben muss.

„Ey Dicka, guck mal! Ey, sind die nicht krass geil, diese coolen leuchtenden Buchstaben auf der Verpackung – so geil gefickt ey!“

„Jo dicka, - ist echt fett gefickt!“

Ein ungläubiges und zutiefst erschüttertes:  „Hääääää?“ waberte mir durch den Kopf, als ich Zeuge dieses versuchten Flachwichsdialogs wurde. 

Was taten diese beiden Jungen da? Und was ist eigentlich schlimmer? Ist es schlimmer sich diesen Dreck anhören zu müssen? Oder ist es schlimmer von ihnen in einer U-Bahn-Stadion halb totgeprügelt zu werden?

Für mich erfüllte beides den Tatbestand einer gemeingefährlichen Körperverletzung, weshalb ich das tat, was viel mehr Menschen tun sollten. Ich zeigte Zivilcourage. 

Mit einem gezielten Faustschlag streckte ich zunächst den hässlichen Polacken zu Boden. Ich meine natürlich den saublöd ausschauenden Jungen mit Migrationshintergrund. Anschließend wendete ich mich dem anderen Kanacken zu. Mit voller Kraft schleuderte ich den Hungerleider auf das Kassenband und beschimpfte ihn als pomadiges Stück Sondermüll, während ich mir die Hose runterzog und mein Schwert schliff. 

„Jetzt werde ich dir mal zeigen, wie sich “geil gefickt werden” anfühlt, du krassdummgeile Sau“

„Ich bin doch erst 15 jammerte der Türke“, plötzlich kleinlaut, als er meinen Schwanz vor seinem zitternden Hinterhof anschwellen sah.

„Das können sie nicht tun“, rief mir ein junger Mann und eine ältere Dame zu. „Er ist doch noch minderjährig.“

„Oh man, immer dieses pseudomoralische Entrüstungsgehabe.“, schimpfte ich.

Wie ich das hasse. Nachdem ich mir aufgrund dieser dummen Einwände meine Hose wieder hochgezogen und stattdessen nach meiner Pistole gegriffen habe, die ich neuerdings immer bei mir trage, schaute mich der Türkenboy perplex an. 

“Was guggst du?”, fauchte ich ihn an. Schließlich trage ich die Pistole doch nur wegen Typen wie ihn. Eben wegen all den gewaltbereiten Jugendlichen mit Migrationshintergrund. 

„Bitte töten sie mich nicht!“, bettelte der Analphabet.

„Sorry Junge, aber ich habe diese blöden Gesetze nicht gemacht. Ich wollte es auf die erzieherische nette Weise tun, die uns beiden weitergeholfen hätte. Doch man zwingt mich ja geradewegs zu dieser finalen Handlung.

Oh man, war dass eine Sauerei. Überall Blut. Aber selbst Schuld!

Dann sollen Jugendliche mit Migrationshintergrund gefälligst auf eine Art und Weise sprechen lernen, die Zuhörer nicht zu Notwehrhandlungen nötigt.

Ich hätte dasselbe übrigens auch mit einem Jugendlichen ohne Migrationshintergrund getan, wenn er dieselbe Scheiße gelabert hätte.  Denn ich habe absolut nichts gegen ausländische Jugendliche. Auch wenn ich ebenfalls stets die Straßenseite wechsle, wann immer mir eine Gruppe pubertierender Südländer entgegen kommt.

Angst habe ich nur vor diesen fiesen Kassenschlangen in Discountern. Wann immer ich in einer solchen feststehe, sollte man mich  nicht reizen.

Aber dieses Mal ist ja zum Glück nicht wirklich Schlimmes passiert. © Arne Pahlke, Januar 2009

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Chris, 10 Februar -Einfach nur der Hammer, respekt dem Autor, wer so etwas geniales schreibt muss einfach ein Respektabler Mensch sein mit überdurschnittlichen Proportionen :) Der text is einfach nur grandios :)

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