Glücksladen

Arne Pahlke, Juli 1996

 

Nun, bereits seit geraumer Zeit

befinde mich auf dem Weg zur Selbstständigkeit.

 

Was bereits feststeht, dies ist das Konzept.

Und dieses, mein philanthropisches Gedankenkorsett

stellt sich folgendermaßen da:

 

Wie ja jeder weiß, sind unsere Metropolen

den Konsum befohlen,

sind übersät mit Kaufhäusern,

die so ziemlich alles veräußern,

und sich mit verlockenden Parolen an den Konsumenten hängen,

um diesem zur Herausgabe seiner Noten zu drängen.

 

So läuft es doch oder?

 

Tagein, tagaus,

bieten die Warentempel Objekte zum Verkauf,

die der Verbraucher eigentlich nicht braucht.

 

Er taucht

in breites und doch so flaches Sortiment,

wird von debilen Lockrufen überschwemmt

und frönt ungehemmt

seiner Habensucht.

 

Und infiziert vom Geltungsfluch

bietet er sein Notengift zum Tausch

und ist gepackt vom Kauf-ich-Rausch.

 

Doch, was er nie und nimmer erhält,

ist jenes Gut,

was ihm die Werbewelt

doch stets verspricht:

Glück…

Nein, Glück, dies findet er bei ihnen nicht!

Glückskaufladen

Doch, liebe Leute, nicht verzagen!

Schon bald eröff’ne ich den ersten „Glückskaufladen“,

in dem man Fortuna gegen Taler erwerbt

und seiner miesen Laune die Stimmung verderbt.

 

Freut euch, wie ich, auf goldene Einkaufszeiten,

die euch pure Lebensfreude bereiten.

 

(…allerdings erst nach Klärung diverser Lieferschwierigkeiten)

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