Gottes Tod

Arne Pahlke, 2000

 

Die Nacht, in der die Sonne schien,

in der die Berge Feuer fingen.

Die Nacht, als Wolken Sterne spieen,

in der die Winde Lieder sangen.

Die Nacht, in der das Meer erbrach,

in der der Mond zog rasch von dannen.

Die Nacht, als Gott an Trunksucht starb,

als sie ihm tot am Strande fanden.

 

Die Nacht, in der das Meer ward rot,

in der vom Himmel fielen Schlangen.

Die Nacht, ja, die von Gottes Tod,

in der die Winde Lieder sangen.

Die Nacht, in der die Liebe starb,

in der die Hoffnung fiel zu Boden.

Die Nacht, als Gott an Trunksucht starb,

in der die tausend Stürm tobten.

 

Oh, Gott verdammt, was ist geschehen?

Oh, Gott verdammt, ich hab es kommen sehen!

Warst du doch der Herr der Kriege

Immer wieder, ungewollt.

Deine Botschaft war die Liebe,

doch wer hat sie schon gewollt?

Du warst göttlich, wir nur menschlich.

So etwas passt auch nicht zusammen.

Und so wurdest du verdrießlich;

hast zu saufen angefangen.

 

Oh, Gott verdammt!

Illustration by William Blake

Die Nacht, in der die Zeit gefror,

in der alle Wälder nieder brannten.

Die Nacht, die sich ans Nichts verlor,

in der alle Berge wankten.

Die Nacht, in der jeder Liebesschwur,

nur noch ein wirres Hohngelächter.

Die Nacht, in der Gott zur Hölle fuhr,

war die Nacht der Zukunftsschlächter.

Die Nacht, als Gott an Trunksucht starb

nach zähem stillen Leiden.

 

Die Nacht, als er am Strande lag,

zwischen tausend Dornenzweigen.

Die Nacht, in der ein Blitz einschlug,

der die Erde ließ erbeben.

Die Nacht, in der sich das Meer vergrub,

erlosch ein jedes Menschenleben.

 

Oh, Gott verdammt, was ist geschehen?

Oh, Gott verdammt, ich hab es kommen sehen!

Warst du doch der Herr der Kriege

Immer wieder, ungewollt.

Deine Botschaft war die Liebe,

doch wer hat sie schon gewollt?

Du warst göttlich, wir nur menschlich.

So etwas passt auch nicht zusammen.

Und so wurdest du verdrießlich;

hast zu saufen angefangen.

 

Oh, Gott verdammt

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